Neunburg erhält überall schnelles Internet: Telekom will Ende 2025 mit Glasfaserausbau beginnen

Ein „freudiges Ereignis“ sei die kürzliche Vertragsunterzeichnung der Stadt Neunburg mit der Telekom, erklärte Bürgermeister Martin Birner (CSU). Die Telekom wird innerhalb der nächsten drei Jahre im gesamten Gemeindegebiet und im Stadtkern rund 168 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und 23 Verteiler aufstellen.
Etwa 1200 Haushalte erhalten Anschlüsse, die das Surfen im Internet mit einem Tempo von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich mache – und die weitere gute Nachricht ist: Für den Bürger entstehen keine Kosten, auch nicht für die Verlegung der Leitungen auf ihren Grundstücken bis zum Haus. Das neue Netz, so versichern die Verantwortlichen, sei so leistungsstark, dass Video-Konferenzen, Surfen und Streamen gleichzeitig möglich sei.
Kosten: 1,84 Millionen Euro
Die Telekom, die die öffentliche Ausschreibung für den Internetausbau in Neunburg gewonnen hat, wird nun in die Feinplanung gehen, bevor die Bagger anrollen. Die Gesamtkosten von rund 1,84 Millionen Euro werden zu 90 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert, sodass die Stadt Neunburg lediglich eine Summe von rund 184 000 Euro berappen muss. Es sei gut angelegtes Geld: „Die Ansprüche der Bürger an ihren Internetanschluss steigen ständig. Bandbreite ist heute so wichtig wie Gas, Strom und Wasser“, betonte Birner. Neunburg sichere sich damit einen digitalen Standortvorteil und werde als Wohn- und Arbeitsplatz noch attraktiver.
Bereits zwischen 2020 und 2023 nutzte die Stadt das Weiße Flecken-Förderprogramm. Beim nun folgenden Graue Flecken-Förderprogramm sei das Kerngebiet der Stadt nicht enthalten, da die Anschlüsse dort bereits gigabitfähig seien, allerdings mit Kupferkabeln – doch die Telekom verlegt auch dort nun Glasfaseranschlüsse eigenwirtschaftlich. Der Stadt entstünden dafür keine weiteren Ausgaben. Außerdem würden Kosten für bereits entstandene Verlegungskosten wie für Leerrohre, die die Stadt bisher durchführte, durch die Telekom refinanziert. „Wir haben jedes vorhandene Förderprogramm genutzt“, versicherte Georg Keil, Geschäftsführer im Rathaus.
Auch neue Baugebiete im Blick
Die Stadt und die Telekom hätten auch die neuen Baugebiete im Blick, die erst kürzlich entstanden seien und die noch zusätzlich mit ins neue Förderprogramm aufgenommen werden müssten. Dafür werde man eine aktuelle Markterkundung und entsprechende Ausschreibungen durchführen, erklärte Keil.
Der nun folgende Glasfaserausbau sei laut Eduard Maier von der Breitbandberatung Bayern ein „Quantensprung“ für die Bürger. Im Gemeindegebiet Neunburg würden nun ab sofort innerhalb der nächsten 36 Monate in sämtlichen Ortsteilen 806 Adressen, was rund 1200 Haushalten entspreche, ausgebaut. Die Arbeiten, so informierte Enrico Delfino, Regio-Manager der Telekom Deutschland, beginnen voraussichtlich Ende 2025 im Stadtgebiet und in den Ortsteilen. Darunter sind beispielsweise Seebarn und Kohlhof mit 102 Anschlüssen, Kröblitz und Hammerkröblitz mit 156 Anschlüssen, aber auch die Buchbindergasse und Am Neflinger Weg mit jeweils nur einem Anschluss.
Erst Planungen abschließen
Bürger und Grundstückseigentümer müssen den Anschluss bei Interesse beantragen und die Erlaubnis zum Ausbau geben, betonte Delfino. Andernfalls würden lediglich Vorbereitungen für den Anschluss getroffen. Und: „Man hat keine Verpflichtung, bei der Telekom den Tarif zu buchen“, so Delfino.
Noch brauche man allerdings nichts unternehmen. Zunächst müssen die Planungen abgeschlossen werden. Die betroffenen Anwesen würden dann jeweils von der Telekom informiert werden. Dass den Bürgern für die Anschlüsse bis ins Haus keinerlei Kosten entstehen, sei etwas „Einmaliges“, freute sich Birner. Denn die Zukunft des Breitbandes liege im Glasfasernetz.
