Modernstes Netz für 3000 Haushalte: Telekom will Millionen in Neunburg investieren

Von Jan Lange · 27. Januar 2023 um 19:00

Bis 2030 soll ganz Bayern – und damit auch Neunburg – ans Glasfasernetz angeschlossen sein. Dem Ziel kommt die Pfalzgrafenstadt bis Anfang 2026 einen großen Schritt näher.

Die Telekom will die Kernstadt von Neunburg in den nächsten beiden Jahren eigenwirtschaftlich, das heißt ohne öffentliche Förderung, ans Glasfasernetz anbinden. Darüber wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend informiert. Es sei ein „Meilenstein bei der Erschließung mit Glaserfasernetz“, sagteBürgermeister Martin Birner (CSU).

Würde die Stadt Neunburg den Ausbau auf eigene Kosten vornehmen, hätte sie einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren müssen. Das hatte eine Schätzung der Verwaltung vor einigen Jahren ergeben. Das sei eine Summe, die nicht zu stemmen gewesen wäre, so das Neunburger Stadtoberhaupt weiter.

Telekom baut Netz ohne Förderung aus

Umso froher ist man nun im Rathaus, dass sich Unternehmen gefunden haben, die den Glasfaser-Ausbau auf eigene Kosten realisieren. Die Stadträte beauftragten die Verwaltung per Beschluss, alle weiteren Schritte einzuleiten, um den Glasfaserausbau durchführen zu können. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Von dem geplanten Netzausbau durch die Telekom könnten rund 3000 Neunburger Haushalte profitieren. Die Stadträte zeigten sich deshalb auch erfreut über das Vorhaben. Es sei „eine gute Nachricht im neuen Jahr“, fand CSU-Fraktionsvorsitzender Alexander Trinkmann. Ähnlich äußerte sich Martin Scharf, Fraktionschef der Freien Wähler.

Schon länger Gespräche mit Telekom

Durch Förderprogramme des Freistaates Bayern und des Bundes hat die Stadt Neunburg in den vergangenen Jahren den Breitbandausbau vorangetrieben. Glasfaseranschlüsse konnten aber nur im Rahmen des Bundesprogramms in den sogenannten „Weißen Flecken“ realisiert werden.

Vom Freistaat wurde schließlich auch eine Förderung für das Glasfasernetz in sogenannten „Grauen Flecken“ aufgelegt, für das sich Neunburg auch beworben hatte. In der Folge habe sich, erklärte Bürgermeister Birner auf Nachfrage, ein Telekommunikationsunternehmen bei der Stadt gemeldet, dass den Ausbau eigenwirtschaftlich, also ohne Fördermittel, vornehmen wollte. Der betreffende Anbieter habe sich in der Folge aber nicht mehr gemeldet.

Spatenstich 2024 geplant

Parallel dazu hatte der Bürgermeister schon länger Gespräche mit anderen Telekommunikationsunternehmen wie der Telekom und Leonet geführt, die ebenfalls ohne finanzieller Unterstützung der öffentlichen Hand investieren wollen. Die Telekom hat ihr Investitionsvorhaben nun als Erste konkretisiert.

Demnach soll der Spatenstich 2024 erfolgen, wie Telekom-Mitarbeiter Maximilian Schulz den Stadträten ankündigte. Die Konzernzentrale habe die Maßnahme nach seiner Aussage genehmigt. Dem vorausgegangen war ein Umdenken im Unternehmen über die Investitionsstrategie.

In Neunburg werden sich viele über die veränderte Einstellung freuen. Denn es gab in der Vergangenheit immer wieder Anfragen von Bewohnern der Kernstadt, ob auch bei ihnen eine Verbesserung des Netzes möglich sei.

Einige Sperrungen nötig

Die Telekom will die Leitungen nach eigener Ankündigung nicht nur bis zum Übergabepunkt im Gebäude verlegen, sondern bei Mehrfamilienhäusern bis in die jeweiligen Wohnungen. Der Anschluss erfolge dabei kostenfrei. Auch wennder Glasfaser-Ausbauerst im kommenden Jahr beginnt, können sich die Neunburger schon jetzt registrieren lassen. Es gebe keine Vorvermarktungsquote, erklärte Schulz. Das bedeutet, egal wie viele Haushalte am Ende sich für eine der Telekom-Leistungen entscheiden, das Bauvorhaben wird auf jeden Fall realisiert.

Um das schnelle Internet vor Ort zu bringen, wird es regelmäßig Einschränkungen und Sperrungen von Straßen und Wegen geben, warnt die Stadt Neunburg schon jetzt ihre Bürger vor. „Der zügige Bau von Telekommunikationsanlagen kann nur gemeinsam effizient und reibungslos abgewickelt werden“, merkte der Bürgermeister an.

Gleichzeitig will die Stadt denGlasfaser-Ausbau in ihren Ortsteilenforcieren – so beispielsweise in Seebarn. Hier wurde bereits ein neues Baugebiet an das moderne Netz angebunden, nicht aber das Kerndorf. Das wurde am Donnerstag auch von der 2. Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) kritisiert. Dabei wurde vor einigen Jahren beim Anschluss des Ortes an das Gasnetz bereits ein Leerrohr für die Glasfaserleitung mitverlegt. Diese Infrastruktur sei jetzt nutzbar, so Birner.