Schwandorf plant einen Rekord-Etat von 122 Millionen Euro – Große Investitionen angedacht

Von Jan Lange · 24. April 2024 um 05:00

Die Große Kreisstadt hat Großes vor. Das legen zumindest die Eckdaten nahe, die Kämmerer Michael Neidl jüngst im Hauptausschuss präsentierte. Demnach soll der städtische Etat einen Gesamtumfang von rund 122,18 Millionen Euro haben.

Der Entwurf des Haushaltes 2023 hatte ein Gesamtvolumen von knapp 121,17 Millionen Euro. Ende 2023 war der Etat auf gut 107 Millionen Euro geschrumpft. Das lag vor allem daran, weil sich der Vermögenshaushalt von den geplanten 40Millionen Euro auf etwas mehr als die Hälfte (24Millionen Euro) verringert hatte.

Großprojekte verschoben

Einige der angedachten Großprojekte wurden im Vorjahr nicht realisiert und finden sich nun im aktuellen Haushalt wieder. Dazu gehören beispielsweise der Neubau des gemeinsamen Feuerwehrhauses von Ettmannsdorf und Dachelhofen, das neue Kinderhaus an der Fröbelstraße im Ortsteil Krondorf oder die Erweiterung der Kindereinrichtung Storchenwiese in Fronberg.

Dadurch liegen die geplanten Investitionen wieder auf einem hohen Niveau. Für den Neubau oder die Sanierung von Gebäuden und Straßen sollen heuer gut 26,5 Millionen Euro ausgegeben werden, so Neidl.

Zu den größten Posten gehören der Rad- und Gehweg auf den neuen Naabbrücken, für den rund 2,5 Millionen Euro eingeplant sind, sowie die Sanierung des alten Krankenhauses und der Umbau zum künftigen Stadtarchiv mit Ausgaben von gut 2,4Millionen Euro. Diese Summen werden wohl auch Ende des Jahres im Haushalt stehen, denn sowohl der Umbau des Stadtarchivs wie auch die Errichtung der neuen Naabbrücken laufen bereits.

Fraktionen loben Entwurf

Lob gab es für den Haushaltsentwurf im Hauptausschuss von den meisten Parteien. CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer dankte dem Kämmerer, dass er den Plan in kurzer Zeit erarbeitet habe. Neidl hatte erst Anfang Februar die Leitung des Amtes für Finanzen und Schulen übernommen.

SPD-Fraktionschef Franz Schindler merkte positiv an, dass viele Vorschläge der SPD in den Plan aufgenommen worden seien. Beispielhaft nannte er den barrierefreien Umbau des Oberpfälzer Künstlerhauses und die neuen Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof. Es könnten gern auch noch andere Vorschläge seiner Fraktion in den Haushalt aufgenommen werden, schlug Schindler vor.

Schindler fand gut, dass mit dem Abbruch auf dem Schmidtbräu-Areal begonnen werden soll. Dafür sind 400.000 Euro eingeplant. Aus Schindlers Sicht müsse auch begonnen werden, damit „nicht das Gleiche passiert wie beim Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik“. Der SPD-Mann mahnte zudem an, dass der künftige Standort für die Schwandorfer Feuerwehr, die schon lange an der Ettmannsdorfer Straße beheimatet ist, baldmöglichst geklärt werden sollte.

Haushalt durch Pflichtaufgaben geprägt

Der Haushalt sei vor allem durch Pflichtaufgaben geprägt, wie Kurt Mieschala erklärte. Es sei erfreulich, so der UW-Chef, dass 100000Euro für das Mittelschulzentrum eingestellt worden sind. „Es wird sich zeigen, ob der Haushaltsumfang so bleibt“, meinte er mit Blick auf den deutlich verkleinerten Etat im Vorjahr. Alfred Damm (ÖDP) verwies darauf, dass „die Investitionen nicht aus Jux und Tollerei“ gemacht werden, sondern den Bürgern zugute kommen würden. Bis 2027 sind laut der langfristigen Finanzplanung rund 120 Millionen Euro an Investitionen geplant.

Der Rekordhaushalt resultiert nicht nur aus den Investitionen. Ein weiterer Grund sind die gestiegenen Personalkosten. Lagen sie im Vorjahr noch bei gut 19 Millionen Euro, sind heuer Ausgaben in Höhe von 21,4 Millionen Euro vorgesehen. „Ich hoffe, dass die Summe auch ausgegeben wird. Wir haben Bedarf in allen Bereichen“, so CSU-Rat Wopperer.

Die endgültige Entscheidung über den Haushalt trifft der Stadtrat am Montag. Im Ausschuss wurde er mit überwältigender Mehrheit abgenickt. Lediglich AfD-Stadtrat Reinhard Mixl lehnte den Entwurf ab.

In die Umgestaltung der Kirchengasse sollen dieses Jahr 200.000 Euro fließen. Foto: Jan Lange
Für die Erweiterung des Kinderhauses Storchenwiese sind 700.000 Euro eingeplant. Foto: Jan Lange
Noch dieses Jahr sollen die Arbeiten für die neue Ganztagsschule in Fronberg starten. Foto: Jan Lange
Erst vor wenigen Wochen erfolgte der Spatenstich für den Anbau der Fronberger Feuerwehr. 400.000 Euro stehen dafür im aktuellen Haushalt. Foto: Hubert Heinzl, Archiv
Die Betreuungseinrichtung Lindenblüten an der Industriestraße soll ebenfalls größer werden. Knapp 900.000 Euro wird das allein 2024 kosten. Foto: Jan Lange
Die Entwicklung des Schmidtbräu-Geländes gehört zu den Großprojekten Schwandorfs. 400.000 Euro sollen 2024 für Abbruch und statische Sicherung ausgegeben werden. Foto: Johannes Hartl
Mit 200.000 Euro steht das neue Feuerwehrhaus von Dachelhofen/Ettmannsdorf im Plan. Foto: Jan Lange
Ende Januar wurde der soziale Wohnungsbau an der Friedrich-Hebbel-Straße offiziell eingeweiht. Er kostet die Stadt heuer noch eine Million Euro. Foto: Hubert Heinzl, Archiv
Der neue Hubmannsteig zieht sich in ausgedehnten Schleifen den Hang hinauf. Foto: Hubert Heinzl
Ein Teil der Dachelhofer Straße soll dieses Jahr erneuert werden. Foto: Jan Lange
Krondorf bekommt ein neues Kinderhaus: 500.000 Euro wurden dafür 2024 eingeplant. Foto: Jan Lange
Die Laufbahn des Sepp-Simon-Stadions soll saniert werden. Dafür sind heuer 600.000 Euro vorgesehen. Foto: Jan Lange
Die Neugestaltung des Pausenhofs der Gerhardingerschule ist bereits weit vorangeschritten. 400.000 Euro stehen dafür dieses Jahr im Haushalt. Foto: Jan Lange
Die Umgestaltung der oberen beiden Parkebenen des Naabparkhauses gehört zu den größten Investitionen im Jahr 2024. Foto: Jan Lange
Die Grundschule Ettmannsdorf soll endlich eine offene Ganztagsschule bekommen. Für den Neubau sind in diesem Jahr 350.000 Euro veranschlagt. Insgesamt liegen die Kosten bei mehr als drei Millionen Euro. Foto: Jan Lange
Für die neuen Naabbrücken wurden im Februar die Bohrpfähle im Boden verankert. Die künftigen Bauwerke bekommen auch einen Rad- und Gehweg, dessen Kosten die Stadt tragen muss. Dafür stehen 2024 rund 2,5 Millionen Euro im Plan. Foto: Lisa Steigerwald, Archiv
Für den zweiten Schwandorfer Waldkindergarten, der auf dem Weinberg entstehen soll, sind 250.000 Euro eingeplant. Foto: Kevin Bankel
Der Umbau des Schlesierplatzes in eine Grün- und Ruhezone hat die Stadt Schwandorf 1,6 Millionen Euro gekostet. Heuer fallen davon noch 200.000 Euro an. Foto: Martin Kellermeier
Kosten von 800.000 Euro stehen im Haushalt für die neue Ganztagsschule an der Gerhardingerschule. Foto: Jan Lange, Archiv
Auch für die Erweiterung des Rathauses samt der Möblierung der zusätzlichen Räume werden heuer mehr als 1,5 Millionen Euro fällig. Foto: Jan Lange