Trotz Asbest: Bau der beiden Naabbrücken bei Schwandorf liegt im Zeitplan

Seit einem Jahr müssen die Bubacher Umwege in Kauf nehmen, um nach Schwandorf zu kommen. Einige Monate müssen sie dies noch hinnehmen: Erst Ende September soll die Sanierung der beiden Naabbrücken abgeschlossen sein und die Kreisstraße SAD 2 zwischen Klardorf und Bubach wieder freigegeben werden.
Diesen Termin hatte der Landkreis als Bauherr bereits zu Beginn der Arbeiten genannt. Beim Zeitplan gebe es keine Verzögerungen, erklärte Paul Witt von der Tiefbauverwaltung bei einem Vor-Ort-Termin. Landrat Thomas Ebeling (CSU) und Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) hatten sich am Montagnachmittag auf der Baustelle über den Stand der Arbeiten informiert. Der entstandene Verzug sei durch mehr Personal in der Zwischenzeit kompensiert worden, so Witt.
Ins Stocken geraten waren die Arbeiten beispielsweise durch den Asbest, der im Bereich der Brückenkappen enthalten war. Dass sich in der Isolierschicht Asbest befindet, war zwar vor den Abbrucharbeiten bekannt, jedoch nicht dessen Konzentration. Ein Probeabbruch mit begleitender Messung sollte Klarheit bringen. Mit dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt in Regensburg wurde danach der weitere Abbruch abgestimmt. Dies hatte die Brückenbaustelle etwas ausgebremst.
Neue Geländer angebracht
Anders als bei den Naabbrücken in Schwandorf, die komplett abgebrochen und neu errichtet werden, handelt es sich bei den Bauwerken bei Klardorf um eine Generalinstandsetzung. Mehr als 50 Jahre nach ihrer Errichtung waren zahlreiche Mängel festgestellt worden, die eine Sanierung unumgänglich machten. Im Zuge der jetzigen Erneuerung werden die Brücken auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Danach soll der Verkehr wieder viele Jahrzehnte darüberrollen können.
Trotz des Mehraufwandes beim Abbruch wird der Kostenrahmen eingehalten, so Witt. Der Landkreis rechnet mit einer Gesamtsumme von circa 2,3 Millionen Euro.
Mittlerweile sind die Arbeiten weit vorangeschritten. Im Januar wurde auf der Flutbrücke das Kappengerüst demontiert und das neue Geländer angebracht. Während bei der kleineren der beiden Naabbrücken der Gussasphalt bereits eingebaut wurde, wird er beim großen Bauwerk noch aufgebracht. Die oberste Asphaltdeckschicht soll dann in einem Zug auf beide Brücken draufkommen.
Eine der noch anstehenden Maßnahmen ist die Errichtung der Böschungstreppen auf beiden Seiten und die Ausstattung mit einer Sedimentationsanlage, erklärt Witt.
Bei der Naabbrücke wurden nach der Sondierung des Fahrbahndecks alle Hohlstellen geöffnet. Die Kammerwand wurde freigelegt und es fanden Betonsanierungen statt. Im Anschluss wurden die neue Übergangskonstruktion und die Entwässerungseinrichtung eingebaut. Danach erfolgte die Sanierung der Schäden im Beton und anschließend wurde die gesamten Fläche mit Kratzspachtelung und Bitumen abgedichtet.
Rolllager werden ausgetauscht
Eine Herausforderung wird in den kommenden Wochen der Austausch der Edelstahlrollenlager sein. Da diese Edelstahlteile auf einen Schlag brechen könnten, wird von Bauexperten der Einbau von sogenannten Elastomerlagern empfohlen. Dafür wird die Brücke hydraulisch angehoben, die alten Lager aus- und die neuen eingebaut. Danach wird die Brücke wieder abgesenkt. Insgesamt sechs Lager müssen auf diese Art ausgetauscht werden. Diese Arbeiten werden laut Witt etwa einen Monat in Anspruch nehmen.
Ein Geh- und Radweg wird im Zuge der Brückeninstandsetzung nicht entstehen. Ihn an die Brücke anzubauen, hätte einen enormen Mehraufwand mit sich gebracht. Stattdessen müsse ein Geh- und Radweg separat mit eigenen Brücken errichtet werden. Diese Verantwortung liegt bei der Stadt Schwandorf. Denn bei diesem Abschnitt handelt es sich laut Landrat Ebeling nicht um eine überregional bedeutende Radstrecke. Mit einer baldigen Umsetzung ist nicht zu rechnen, wie OB Feller andeutet. Die Stadt müsse erst ihre Pflichtaufgaben wie die Feuerwehr erfüllen. Dann könne man schauen, was sich die Stadt darüber hinaus noch leisten könne, so der Rathauschef.
Während der Bau eines Radweges entlang der beiden Naabbrücken noch unsicher ist, entsteht wenige hundert Meter entfernt ein Geh- und Radweg von Waltenhof bis zur Einmündung in die SAD 5. Direkt nach Ostern soll laut Witt mit der Einrichtung der Baustelle begonnen werden. Ab der zweiten Aprilwoche wird dann der betreffende Straßenabschnitt voll gesperrt. Für die Bubacher bedeutet es, dass sie noch einen größeren Umweg in Kauf nehmen müssen, um nach Schwandorf zu kommen. Allerdings wird die Sperrung nicht so lange andauern wie bei den Naabbrücken – bereits im Sommer soll der neue Radweg fertig sein.
