Asbest bremst Brücken-Baustelle aus: Sanierung bei Klardorf läuft bis September 2024

Von Jan Lange, Johannes Hartl · 20. Juli 2023 um 11:00

Auf der Kreisstraße SAD 2, zwischen Klardorf und Bubach, wird seit März gebaut. Der Landkreis lässt zwei Brücken erneuern. Doch für einige Zeit gerieten die Arbeiten ins Stocken – wegen Asbest. Was bedeutet das für den weiteren Zeitplan?

Wie berichtet, geht es um zwei Spannbetonbrücken, die im Jahr 1969 gebaut wurden. Sie haben also über 50 Jahre auf dem Buckel. Daher investiert der Landkreis rund drei Millionen Euro, um die 87 und 111Meter langen Bauwerke sanieren zu lassen.

Laut Manuel Lischka, stellvertretender Pressesprecher beim Landratsamt, haben die Arbeiten bereits im März 2023 begonnen – und zwar an der kleineren Flutbrücke. Dabei werden die Kappen, die Fahrbahn, die Abdichtung, die Übergangskonstruktionen, die Geländer und die Schutzeinrichtungen erneuert. Auch die sechs bruchgefährdeten Rollenlager sollen gegen Elastomerlager getauscht werden. Für den Verkehr ist die Straße in der Zeit komplett gesperrt.

Messungen als Kontrolle waren nötig

Einige Zeit ruhten die Arbeiten allerdings. Das lag am Asbest, der im Bereich der Brückenkappen enthalten war. Wie Lischka mitteilt, sei das zwar „bereits in der Planungsphase bekannt“ gewesen und in der Ausschreibung berücksichtigt worden. Nur gibt es bisher kein zertifiziertes Verfahren, um Brückenkappen abzubrechen.

Die Folge: Es musste ein Probeabbruch mit begleitender Messung erfolgen, wie Lischka mitteilt. Dabei habe ein Sachverständiger überprüft, wie es mit der Asbestkonzentration beim Abbruch aussieht. „Die Messergebnisse wurden im Labor ausgewertet und mit dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt hinsichtlich des weiteren Abbruchs abgestimmt“, sagt Lischka. Und weiter: „Nur im Zeitraum der Auswertung der Messerergebnisse konnten keine weiteren Arbeiten ausgeführt werden.“

Beim laufenden Probeabbruch tat sich auch unterhalb der Dachpappe und auf dem Kupferriffelblech eine „weitere asbesthaltige Bitumenschweißbahn“ auf, wie der stellvertretende Landkreis-Sprecher auf MZ-Anfrage mitteilt. Das sei in den Bestandsunterlagen, dem sogenannten Brückenbuch, nicht verzeichnet gewesen.

Inzwischen sind die Bauarbeiten wieder aufgenommen worden. Die Auswertung der Messergebnisse habe ergeben, dass das vorgesehene Abbruchverfahren zulässig ist, teilt Landkreissprecher Hans Prechtl mit. Die asbesthaltigen Beläge wurden auf der Flutbrücke vollständig ausgebaut, ergänzt Prechtl.

Die Arbeiten haben demnach für rund drei Wochen geruht. Momentan werden die Widerlager instandgesetzt, kaputter Beton abgebrochen, Bewehrungsstäbe freigelegt, gesäubert, vor Rost geschützt und ergänzt. Danach wird neuer Beton im Widerlagerbereich eingebaut, informiert Prechtl. Auch auf der größeren Naabbrücke müssen asbesthaltige Stoffe ausgebaut werden. Voraussichtlich im September sollen analog dem Abbruchkonzept der Flutbrücke die Kappen der Naabbrücke zurückgebaut und die asbesthaltige Schicht mit dem emissionsarmen Verfahren BT 40 abgetragen werden.

Weiträumige Umleitung ist eingerichtet

„Wir gehen davon aus, dass die Naabbrücke auch so aufgebaut ist wie die Flutbrücke. Es dürfte daher kaum mehr Unterbrechungen geben, wenn das gleiche Abbruchverfahren angewendet werden kann. Falls die begleitenden Messungen Abweichungen ergeben, könnte es aber zu Verzögerungen kommen“, beantwortet der Kreissprecher die Frage, ob die Arbeiten nun ohne Unterbrechungen fortgesetzt und abgeschlossen werden können.

Der Plan sah ursprünglich vor, dass die Arbeiten bis September 2024 unter Vollsperrungen laufen sollen. Genau so lange ist die Straße auch gesperrt.

Für die Menschen in Bubach oder Wiefelsdorf macht das Umwege erforderlich, wenn sie nach Schwandorf fahren wollen. Der Verkehr wird während der Bauzeit weiträumig über die Kreisstraße SAD 5 bei Bubach und über die Staatsstraße 2397 umgeleitet. Die leichten Verzögerungen, die beim Brückenbau aufgetreten sind, sollen den Zeitplan offenbar nicht beeinträchtigen. „Die Baufirma ist bemüht, die vertraglich festgelegte Bauzeit durch Kompensationsmaßnahmen einzuhalten“, teilt Lischka mit. Als Beispiel nennt er das Abstellen eines zweiten Bautrupps.

Die geplanten Kosten dürften sich allerdings nicht halten lassen, wie das Landratsamt andeutet. Denn für die Entsorgung der zusätzlichen Asbestschicht und für das Verfahren, um die asbesthaltigen Materialien zu entfernen, würden „Mehrkosten“ anfallen. Wie hoch diese zusätzlichen Kosten ausfallen werden, lässt das Landratsamt in seiner Anfrage offen.

Sie bleibt weiterhin gesperrt: die Kreisstraße SAD 2 zwischen Klardorf und Bubach. Foto: Johannes Hartl