Autobahn A93: Oberpfälzer Lebensader wird bei Schwandorf saniert

Von Friedrich Gluth · 12. Juli 2023 um 12:00

Noch bis Ende Oktober müssen Autofahrer auf der A 93 mit Behinderungen rechnen. Denn in Fahrtrichtung Weiden werden die sechs Kilometer zwischen den Anschlussstellen Schwandorf-Mitte und Schwarzenfeld saniert. Der Zeitplan wurde bisher eingehalten.

Die Zuständigkeit für den Bau und den Unterhalt von Autobahnen in Deutschland liegt bei der Autobahn GmbH des Bundes. Reinhard Pirner, Direktor der Niederlassung Nordbayern, und Thomas Boehr, Leiter der Außenstelle Fürth, informierten bei einem Gespräch im Landratsamt Schwandorf Landrat Thomas Ebeling (CSU), MdB Martina Englhardt-Kopf (CSU, Mitglied des Verkehrsausschusses des Bundestages), die 3. Bürgermeisterin der Stadt Schwandorf, Marion Juniec-Möller (Bündnis 90/Die Grünen), den Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter (CSU) und den 2. Bürgermeister der Gemeinde Steinberg am See, Christian Meßmann (CSU) über diese Baustelle und weitere vorgesehene Maßnahmen.

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Zu Beginn des Gespräches führte Abgeordnete Englhardt-Kopf aus, dass jeder, der momentan von der Anschlussstelle Schwandorf-Mitte in Richtung Weiden fahre, durch die Baustelleneinrichtungen und die angepasste Verkehrsführung erkennen könne, dass sich baulich etwas tue. Es sei wichtig, den Bürgern aufzuzeigen, welche Maßnahmen durchgeführt würden.

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Abschnitt inzwischen schon über 25 Jahre alt

Direktor Pirner erklärte, dass auch die Autobahn GmbH interessiert daran sei, die Öffentlichkeit über aktuelle und künftige Maßnahmen in Kenntnis zu setzen. Dadurch könne Verständnis bei der Bevölkerung geschaffen werden. Er erläuterte auch, dass Projekte zwischen der Autobahn GmbH und den betroffenen Kommunen besprochen und abgestimmt würden. Diese Aussage untermauerte Bürgermeister Falter mit dem Hinweis, dass auch bei der Ausweisung des gemeinsamen Gewerbegebietes seiner Gemeinde mit der Stadt Schwandorf ein Abstimmungsgespräch mit der Autobahn GmbH stattgefunden habe.

Pirner ging dann auf den Grund für die aktuelle Sanierung des Autobahnabschnitts zwischen Schwandorf und Schwarzenfeld ein. Dieser Streckenbereich habe inzwischen ein Alter von mehr als 25 Jahren erreicht, sagte er. Daher würden zunehmend Schäden an der Fahrbahn auftreten, weshalb es notwendig sei, Sanierungsarbeiten durchzuführen. Anhand einer Präsentation zeigte Boehr auf, dass die Sanierung des derzeit in Arbeit befindlichen Abschnittes rund acht Millionen kosten werde. Insgesamt seien die Kosten für die verschiedenen Streckenabschnitte zwischen Ponholz und Schwarzenfeld auf 74 Millionen Euro veranschlagt, die vom Bund getragen würden.

Täglich 45.000 Fahrzeuge unterwegs

Die A 93 wird immer wieder als Lebensader der mittleren Oberpfalz bezeichnet. Die Frequenz an diesem Abschnitt der A 93 verdeutlichte Mathias Klisch, der Leiter der Autobahnmeisterei Schwandorf: „Eine Verkehrszählung hat eine tägliche Belastung von 45.000 Fahrzeugen ergeben.“

Zur Bauausführung erklärte Boehr, dass die bisherige Deckschicht durch einen lärmtechnisch optimierten Splittmastixasphalt ersetzt werde, der die Lärmemissionen auf der A 93 für die Anwohner merklich reduziere. Der aktuelle Bauabschnitt sei im Juni in Angriff genommen worden und solle bis Oktober abgeschlossen sein. Bislang habe man von der Autobahn GmbH aus keine Veranlassung, den Zeitplan in Frage zu stellen.

Auch auf weitere wichtige Projekte der Autobahn GmbH in der Oberpfalz ging Boehr ein. So nannte er die Erneuerung des aus dem Jahr 1968 stammenden Brückenbauwerks über den Eichelbach. Die 70,5Meter lange Brücke soll als sogenannter Fertigteilrahmen errichtet werden und fünf Millionen Euro kosten. Ebenfalls fünf Millionen kostet die Instandsetzung der 240Meter langen Ödschlagtalbrücke. Hier wird nur der Oberbau erneuert, während das Tragwerk unangetastet bleibt. Das letzte Projekt, das Boehr vorstellte, war die in Planung befindliche Lärmsanierung in Kronstetten. Nach jetzigem Stand werden sich die Kosten dafür auf 70Millionen Euro belaufen.

Pirner ging anschließend noch auf die Frage der Kostenbeteiligung bei Brückenbauwerken ein. Wenn ein Brückenbauwerk saniert werde, erfolgt der Ausbau nur in der vorhandenen Größe. Wünsche eine Gemeinde, dass die Brücke im Zuge der Sanierung beispielswiese um einen Fuß- oder Radweg erweitert werde, habe sie die Mehrkosten zu tragen.

Vorerst keine PV-Anlagen an der Lärmschutzwand

MdB Englhardt-Kopf warf die Frage in den Raum, inwieweit bei den jetzigen Planungen für Lärmschutzwände, die in einigen Jahren realisiert werden sollten, auch der Aufbau von Photovoltaikanlagen eine Rolle spiele. Hierauf antwortete Pirner, dass bei der Autobahn GmbH der Aufbau von Photovoltaik auf Bestandsgebäuden Vorrang habe, die Lärmschutzwände aber im Auge behalten würden.

Zum Schluss der Gesprächsrunde bedankte sich Landrat Ebeling bei den Vertretern der Autobahn GmbH für die Präsentation und die gute Zusammenarbeit. Die Gesprächsteilnehmer informierten sich abschließend vor Ort über den Stand der Sanierungsarbeiten.