20 Millionen Euro für die neuen Naabbrücken – Erste Arbeiten sollen im August starten

Es wird ernst bei den Schwandorfer Naabbrücken. „Die Grundvoraussetzungen für den Baubeginn sind gelegt“, sagte Tobias Bäumler, Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, gestern bei einem Pressetermin mit der Stadt Schwandorf. Noch im August soll es losgehen.
Aktuell rechnet das Staatliche Bauamt mit Kosten von rund 20Millionen Euro, um die beiden Naabbrücken abzureißen und zu erneuern. Dabei geht es um die mittlere Brücke, die auf Höhe des Stadtparks beginnt und bis zur Wöhrvorstadt reicht, sowie um die große Brücke von der Wöhrvorstadt bis zur Krondorfer Straße.
Der Auftrag ging an eine Baufirma aus Österreich
Der Auftrag sei inzwischen an die Baufirma Habau aus Perg in Österreich vergeben worden. Laut Hannes Neudam, beim Staatlichen Bauamt unter anderem für Brückenbau zuständig, werden die ersten Arbeiten Ende August mit der Errichtung der Baustelle beginnen. Aktuell ist der 28. August eingeplant. Das Unternehmen habe bereits losgelegt und arbeite „intensiv“ am Bauzeitplan.
Die Erneuerung der beiden Naabbrücken ist seit vielen Jahren in der Diskussion. Neudam arbeitet seit zehn Jahren beim Bauamt, wie er bei dem Pressetermin verriet – und ist fast seit dem ersten Tag mit der Maßnahme befasst.
Einer der ersten Aufgaben ist es, die Behelfsbrücken zu bauen, die den Verkehr aufnehmen. Die Konstruktion soll bis Ende 2023 fertig sein. Dann werde die Straße komplett auf die neue Konstruktion umgelegt, so lautet der grobe Zeitplan. Für Anfang 2024 ist schließlich der Abriss der bestehenden Brücken geplant, sagt Neudam.
Die Behelfsbrücken sind in beide Richtungen befahrbar. Das Tempo wird auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Zudem ist die Brücke nur bis 7,5 Tonnen freigegeben, sodass der Schwerlastverkehr über die B85 umgeleitet wird. Die Fahrbahn auf der Behelfsbrücke wird 6,50 und der Gehweg 1,80 Meter breit sein. Auf der Straße in der Wöhrvorstadt gilt dann ein Parkverbot, damit der Verkehr fließen kann.
Die Zahnarztpraxis und die Kita bleiben zugänglich
Das Ziel: „Der Verkehr soll im Wesentlichen erhalten bleiben“, sagte Bauamtsleiter Bäumler. Auch die Zahnarztpraxis und die Kita bleiben zugänglich. Zu kleineren Sperrungen – etwa einer Fahrbahn − könne es für kurze Zeit aber kommen. Auch wenn am Ende der Arbeiten die Beer-Kreuzung hergerichtet werde, komme es zu Auswirkungen. Die Behelfsbrücken führen von der Fronberger Straße über die Wöhrvorstadt zu einem Grundstück, das neben dem Gasthof Baier liegt. Von dort geht es über die zweite Brücke in die Krondorfer Straße.
Mittlerweile haben die Naabbrücken ein beachtliches Alter auf dem Buckel. Die mittlere ist 1928 errichtet worden, die große im Jahr 1934 gebaut und 1952 erweitert worden. Sie sind „alters- und betriebsbedingt“ so weit geschädigt, dass sie nach Angaben des Staatlichen Bauamtes dringend erneuert werden müssen.
Obwohl die neuen Brücken an derselben Stelle gebaut werden, werden sie künftig breiter: Bei der Fahrbahn sind 6,50 Metern geplant, dazu kommen links und rechts je drei Meter für einen kombinierten Geh- und Radweg, der auf Wunsch der Stadt Schwandorf gebaut wird. Insgesamt wird sie also 12,50Meter breit sein.
Die Stadt ist für den Geh- und Radweg mit etwa 18 Prozent an den Kosten beteiligt. Was den Radweg angeht, sprach Bauamtsleiter Bäumler von einem „echten Zugewinn an Komfort und Sicherheit“. Auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) betonte, dass sich die Stadt eine solche Lösung „immer gewünscht“ habe.
Die Stadt Schwandorf ist zwar offiziell der Bauherr. Doch das Gros der Kosten übernimmt der Bund – zum Glück für die Stadt. Denn bis 2016 hatte die Nürnberger Straße, die über die Brücken führt, noch den Status als Bundesstraße.
Info-Center für Bürger in Schwandorf geplant
Während der Arbeiten soll es ein eigenes Info-Center geben, um die Bürger zu informieren. Die Öffnungszeiten werden erst noch bekanntgegeben. Neudam kann sich aber vorstellen, dass in der Anfangszeit zweimal wöchentlich geöffnet ist. Dort sollen sich die Bürger über alles wichtige rund um die Baumaßnahme informieren und ihre Fragen stellen können. Die Erfahrung bei anderen Projekten habe gezeigt, dass das Sinn mache.
Bis Ende 2025 sollen die Arbeiten komplett abgeschlossen sein. Feller sprach von einem „ambitionieren Zeitplan“. Und weiter: „Ich hoffe, dass er eingehalten werden kann.“ Dann wird die nagelneue Brücke komplett in die Verantwortung der Stadt Schwandorf übergeben.