Das neue Gewerbegebiet in Schwandorfs Süden wächst

Von Johannes Hartl · 6. Juli 2023 um 05:00

Vom Waschpark bis zum Veranstaltungsraum: An der Bellstraße, im Süden von Schwandorf, entwickelt Investor Matthias Simmel ein neues, kleines Gewerbegebiet. Obwohl noch fleißig gebaut wird, sind die ersten Firmen bereits eingezogen.

Das Areal liegt am Ende der Bellstraße und wird im Süden durch die Hans-Kraus-Allee begrenzt. Es hat eine Fläche von 10 000 Quadratmetern. Für Simmel ist die Lage aus zwei Gründen ideal: Nicht nur, dass es eine gute Verkehrsanbindung gebe. Mehr noch, die einzelnen Gebäude hätten teils auch noch einen Blick ins Grüne, sagt er.

Simmel hat bisher rund 7,5Millionen Euro investiert, um seine Vision in die Realität umzusetzen. Wenn es nach ihm geht, soll die Bellstraße ein „kleinteiliger Gewerbe- und Innovationspark“ werden, der gut belebt ist.

Dafür hat Simmel in einem der neuen Häuser eine eigene „Schulungs- und Eventlocation“ geschaffen – mit einer Showküche und einer eingebauten Hebebühne, die sogar Autos transportieren kann. Der Plan: Für Schulungen, Veranstaltungen oder Präsentationen sollen sich Firmen in das Obergeschoss einmieten können. Gerade nach Räumen für solche Angebote gebe es von Unternehmen immer mehr Nachfragen, sagt Simmel.

Ein moderner Waschpark soll an der Bellstraße entstehen

Das Gebäude mit dem Veranstaltungsraum liegt direkt an der Ecke Bellstraße/Hans-Kraus-Allee. In dessen Untergeschoss ist auch der erste Laden bereits eingezogen: der Friseur „Project H“, der nach 20Jahren die Schwandorfer Innenstadt verlasen hat. Ein Haus weiter, ebenfalls an der Hans-Kraus-Allee, ist zudem die Werbeagentur Grübeltäter in ein Bürogebäude eingezogen. Auch dieses Team arbeitet schon in dem Neubau. Ihnen gehören rund 3000 Quadratmeter an Fläche, sagt Simmel.

Für Autos erfolgt die Zufahrt über die Bellstraße. Auf etwa 2500 Quadratmetern entsteht dort ein Waschpark. Es soll, so hat es der Hersteller dem künftigen Betreiber Simmel gesagt, angeblich einer der modernsten in Süddeutschland werden. Bei der Einfahrt zum Waschpark wird es zusätzlich eine Schnellladesäule mit 350 Kilowatt für Elektroautos geben. „Die ist 24Stunden, sieben Tage die Woche zugänglich“, so Simmel.

Auch die Mittelbayerische Zeitung (MZ) wird in den neuen Gewerbepark ziehen und dafür ihre bisherigen Räume in der Innenstadt verlassen. Der Verlag – samt Redaktion – bezieht ein Bürogebäude, das in der Mitte des neuen Gewerbeparks liegt. Dafür wurde Ende Mai ein Richtfest gefeiert. Simmel wird hier als Vermieter in Erscheinung treten. Der Umzug soll im Spätsommer erfolgen.

Ein Pulverbeschichter will sich ansiedeln

Zu dem Gewerbegebiet gehört außerdem eine weitere Fläche von 10 000 Quadratmeter. Sie schließt sich direkt an den von Simmel entwickelten Teil an. Dort soll sich ein Pulverbeschichter ansiedeln, der bislang noch in Schwarzenfeld eingemietet ist.

Aktuell wird auf dem Gewerbegebiet noch gebaut. An den Gebäuden sind Handwerker zugegen. Andere Bauten und der Waschpark entstehen erst noch. Simmel hat einen sportlichen Zeitplan: Sein Teil, sagt er, soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. „Das ist jetzt die Abrundung der Bellstraße“, erklärt der Investor.

Die dortigen Grundstücke waren ursprünglich eine Einheit – mit einer Fläche von insgesamt 25 000 Quadratmeter. Jetzt sind es sechs Teilflächen, von denen ein Großteil von Simmel entwickelt wird. Zuletzt war das Gesamtpaket im Eigentum der Stadt und wurden als Gewerbegebiete entwickelt, um sie Unternehmen anbieten zu können, sagt Armin Rank, Leiter der Stabstelle Wirtschaftsförderung im Rathaus. Für die Stadt gab es daher zwei denkbare Optionen: Entweder sie wartet, bis sich ein Unternehmen für die gesamte Fläche interessiert – oder die Grundstücke werden geteilt, sodass ein kleiner Gewerbepark entstehen kann.

Stadt Schwandorf spricht von einem „tollen Projekt“

Am Ende setzte sich die zweite Option durch. Auch aus dem Grund, weil die 25 000 Quadratmeter für den Pulverbeschichter alleine zu groß gewesen wären. Gut zweieinhalb Jahre ist es her, sagt Rank, dass erste Gespräche mit Investoren geführt wurden. Für die Stadt sei der entstehende Gewerbepark ein „tolles Projekt“, das Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und Neuansiedlungen bringe, sagt Rank.

Egal, ob es um Wohn- oder Gewerbegebiet gehe: Die Große Kreisstadt verfolge die Strategie, Grundstücke zu kaufen, mit einem Bebauungsplan zu entwickeln und sie anschließend auf den Markt zu bringen. „Da sind wir sehr aktiv“, sagt Rank. Im neuen Gewerbegebiet an der Bellstraße sieht der städtische Wirtschaftsförderer den Erfolg dieser Strategie bestätigt. „Wir sehen da auch einen Lohn für unsere Arbeit drin.“

Als einer der Ersten ist der Friseur „Project H“ eingezogen. Foto: Johannes Hartl
In dieses Bürogebäude zieht die Mittelbayerische Zeitung ein. Foto: Johannes Hartl