Kreisbauausschuss gibt grünes Licht: Sitzungssaal kann geplant werden

Von Jan Lange · 5. Juli 2023 um 08:54

Es war nicht die erste und wird auch nicht die letzte Diskussion um den neuen Sitzungssaal für den Kreistag Schwandorf gewesen sein. Zumindest ist das Projekt am Dienstagnachmittag einen Schritt vorangekommen. Der Kreisausschuss für Schulen, Planung und Bau votierte dafür, ein Verfahren zur Architektensuche zu starten.

Auch Oberviechtachs Bürgermeister Rudolf Teplitzky, der für die Freien Wähler im Kreistag sitzt, stimmte zu. Der vorgeschlagene Weg sei seiner Meinung nach richtig. Jetzt müssten im Rahmen der Planung erst einmal die Kosten ermittelt werden. Dann könnte entschieden werden, ob man den neuen Sitzungssaal bauen wolle oder nicht.

In der Sitzung im Mai sprach sich Teplitzky noch für eine Verschiebung aus. Gleichzeitig appellierte er damals dafür, die 2017 erarbeitete visuelle Darstellung des Architekten Christian Schönberger dem Ausschuss noch mal vorzulegen.

Verwaltung empfiehlt Holzbauweise

Am Dienstag lag den Ausschussmitgliedern nun dieser Vorschlag samt damaligem Kostenvergleich zwischen Holzbau- und Massivbauweise vor. Bisher habe es aber keine konkreten Planungen, weder als Vorentwurf, noch als Entwurf, gegeben, wies die Verwaltung in der Vorlage hin. Deshalb sollte nun mit den eigentlichen Planungen begonnen werden. Die Bauverwaltung schlägt vor, den neuen Sitzungssaal in Holzbauweise zu errichten, da auch der Anbau der Verwaltung in Holzbauweise errichtet wurde. Weiterhin wird vorgeschlagen, das Dach als begrüntes Flachdach zu gestalten. Da der Sitzungssaal auch autark von der Verwaltung für externe Fortbildungen und Veranstaltungen genutzt werden könnte, sollte er einen eigenen Eingangsbereich mit Foyer erhalten. Dadurch entstehe zudem ein direkter barrierefreier Zugang zum Sitzungssaal.

Für Neunburgs Bürgermeister und CSU-Kreisrat Martin Birner ist der Neubau erforderlich, da der Kreistag in der nächsten Wahlperiode mehr Mitglieder habe. Aufgrund der höheren Einwohnerzahl steigt auch die Zahl der Kreisräte von 60 auf 70. Zudem seien die derzeitigen Besprechungsräume sehr knapp. Landrat Thomas Ebeling (CSU) bestätigte dies: Der bisherige Saal werde neben den drei bis vier Kreistagssitzungen auch für viele andere Beratungen und Treffen genutzt und sei fast immer belegt. Kreisrat Martin Scharf (Freie Wähler) fand, dass die Kritiker mit dem Argument, der Saal lohne sich wegen der wenigen Kreistagssitzungen nicht, Stimmung machen würden. Man könne sich nicht immer als Landkreis darstellen, in dem es vorangehe, und dann habe man so einen Sitzungssaal, meinte Scharf mit Blick auf die derzeitigen Räumlichkeiten.

Man könne sich aber als sparsamer Landkreis zeigen, entgegnete Kreisrat Rudi Sommer (Grüne). Er befürchtet, dass die bisher geschätzten Kosten von vier Millionen Euro wegen der aktuellen Preissteigerungen deutlich höher ausfallen könnten.

Rudi Sommer: Auch Oberpfalzhalle nutzen

Sommer sprach sich gegen den Neubau eines Sitzungssaals aus. Vielmehr könnten die bisherigen Räumlichkeiten für weit weniger Geld saniert werden, fand der Grünen-Politiker. Damit würden auch keine neuen Flächen versiegelt. Martin Scharf erwiderte ihm, dass der alte Saal nicht größer und zeitgemäßer werde – auch durch eine Sanierung nicht.

Für größere Veranstaltungen könnte auch die benachbarte Oberpfalzhalle genutzt werden, fand Rudi Sommer. Diesen Vorschlag hatte er bereits in der Mai-Sitzung gemacht. Auch die Idee wechselnder Sitzungsorte wurde erneut unterbreitet. Nach Meinung von Kurt Mieschala (CWG) gebe es unter anderem in Neunburg oder Maxhütte-Haidhof entsprechende Hallen, in denen die Kreisräte tagen könnten. Er stelle sich nicht dagegen, sehe das Projekt aufgrund der finanziellen Situation aber aktuell nicht als angemessen an.

Ebeling machte daraufhin noch mal deutlich, dass der Landkreis seit 2013 keine neuen Schulden gemacht habe, sondern den Schuldenstand vielmehr von 39 auf 14 Millionen verringert habe. Man könne immer noch aussteigen, wenn der Entwurf vorliege, meinte der Landrat in Richtung der Kritiker. Die waren diesmal in der Minderheit und so wurde mit acht Ja- und drei Nein-Stimmen beschlossen, mit dem Planungsverfahren zu beginnen.