Das sind die aktuellen Pläne für das Schmidtbräu-Gelände in Schwandorf

Das Schmidtbräu-Gelände ist ein Filetstück im Herzen von Schwandorf. Doch bis die brachliegende Fläche wieder mit Leben erfüllt ist, dürfte noch einige Zeit vergehen – und viel Geld nötig sein. Ein Überblick über die Pläne.
Zuletzt hatte sich der Stadtrat im April mit dem Thema beschäftigt. Es ging darum, den Abbruch und die statische Sicherung des Areals zu billigen. Das war vor allem deshalb nötig, um Vorarbeiten in Auftrag geben zu können, ohne die Förderung zu riskieren.
Denn für die voraussichtlichen Abbruchkosten von 5,8Millionen Euro gibt es wohl einen Zuschuss von 80 Prozent, den die Regierung der Oberpfalz in Aussicht gestellt hat. Für die Stadt würden damit nur noch Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro bleiben – allerdings unter der Bedingung, dass binnen fünf Jahren ernst gemacht werden muss mit der Neugestaltung.
Vorarbeiten für das Schmidtbräu-Gelände laufen
Der Förderantrag werde derzeit erarbeitet. „Hierfür sind genaue statische Betrachtungen und Leistungsbeschreibungen für die Abbrucharbeiten und Sicherungen notwendig“, wie Stadt-Sprecherin Maria Schuierer auf Anfrage bekanntgibt. Diese Leistungen müssten europaweit ausgeschrieben werden.
Und doch wird es noch einige Zeit dauern, bis der Abbruch konkret wird. Laut Schuierer werde aktuell ein Verkehrsgutachten für den Bebauungsplan erstellt. Zudem wird der Gebäudebestand exakt aufgenommen und die Massen der bestehenden Gebäude für die Abbruchplanung und für die Ausschreibung ermittelt.
Ein genaues Datum für den Abbruch gibt es bisher also nicht, da noch wichtige Vorarbeiten fehlen würden. Ein mögliches Abbruchkonzept sei aber bereits erarbeitet und dem Stadtrat vorgestellt worden, wie Schuierer mitteilt. Auch wie viel Zeit der Abbruch brauchen wird, ist offen. Es würden noch „wichtige statische Grundlagen, Massenermittlungen und planerische Festlegungen“ fehlen, um genauere Aussagen treffen zu können, teilt die Stadt mit.
Klar ist immerhin, was auf dem Gelände geplant ist – und zwar ein „attraktiver Mix aus öffentlicher Nutzung und Wohnungsbau“, sagt Schuierer. Es solle ein „öffentliches Zentrum für Bildung, Freizeit und Kultur“ in der Innenstadt entstehen, das als sogenannter „dritter Ort“ entwickelt werde, der „frei von Konsumzwängen“ sei. Dazu kommt ein Leitbild für Wohnungsbau, das den geförderten Wohnungsbau und frei finanzierbare Wohnungen aufgreift. Das solle in Eigenregie von der Stadt umgesetzt werden.
„Nachhaltige Weiterentwicklung“ als Ziel
Der Mix stelle die Weichen für eine „nachhaltige Weiterentwicklung der Innenstadt und des Bergviertels“, sagt Schuierer. Mit seiner Lage und seinem Angebot entstünden Synergieeffekte, die das Projekt zu einer „Visitenkarte für die Große Kreisstadt Schwandorf“ machen würden. „Durch vielfältige Angebote“ sollten zudem „unterschiedliche Gesellschafts- und Altersschichten“ angesprochen werden. So könne ein „sozialverträglicher Nutzungsmix“ und eine „dauerhafte Belebung“ des Areals entstehen.
Auch der Stadtkern solle belebt werden – vor allem durch die Vielzahl der Nutzer und die Mehrfachbelegung, so Schuierer. „Dieses Ambiente wird sinnbildlich als Effekt für weitere positive Magnetwirkungen in und um den Standort gesehen und ist damit auch Visitenkarte einer Stadt.“
Neben dem Schmidtbräu-Areal selbst sind auch das frühere Raiffeisenbank-Gelände und der Gasthof zur Post Teil der Planungen. Beide Gebäude hat die Stadt gekauft. „An diesen Standorten sollen neue Räume für die Musikschule, die Bibliothek und die Tourist-Info sowie Räume für die Volkshochschule entstehen“, teilt Schuierer mit.
Dazu ist ein großer Saal geplant, der im rückwärtigen Bereich zur Berggasse hin entstehen soll. Neben einer städtischen Nutzung soll er „auch für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen“ dienen können.
Wohnungen in bester Schwandorfer Lage?
Auch ein geförderter Wohnungsbau könne laut Pressesprecherin Maria Schuierer als Neubau entlang der Berggasse verwirklicht werden. „Aber in Teilbereichen“, so die städtische Pressesprecherin, „können auch bestehende Gebäudeteile der alten Brauerei eine Umnutzung erfahren“.
So weit die Vision, die die Große Kreisstadt Schwandorf auf dem Gelände umsetzen möchte. Doch bis es tatsächlich soweit ist, das Areal neu zu beleben, muss erst einmal der Abbruch gestemmt werden. Die Mehrheit des Stadtrats hatte sich zwar deutlich hinter das Vorhaben gestellt. Allerdings hatte es bei der Sitzung im April auch Kritik wegen der Abbruchkosten gegeben – einige Stadträte sahen ein Millionengrab, das der Stadt mit dem Projekt drohe.
