Schwandorfer Investor hat Großes vor: Frühere Kellerwirtschaft soll Wohnhäusern weichen

Von Jan Lange · 17. Oktober 2023 um 05:00

Bereits im vergangenen Jahr wurden die Bäume rund um die frühere Kellerwirtschaft in Fronberg gerodet. Es war ein Vorzeichen für den baldigen Abbruch des seit Jahren leerstehenden Gasthauses. Mehr als ein Jahr später steht das verwahrloste Gebäude am Fronberger Ortseingang immer noch.

Rund um den Schandfleck wuchern schon wieder Bäume und Sträucher – so, als würde Gras über das Ganze wachsen. Die Pläne, das Grundstück an der Ecke Fronberger Straße/Holzbergstraße zu entwickeln, sind aber keineswegs in Vergessenheit geraten. Sie wurden vielmehr fortgeschrieben, wie Investor Matthias Simmel der MZ berichtet.

Kein großer Block mehr geplant

Ursprünglich waren auf dem Hanggrundstück zwei Mehrfamilienhäuser geplant – noch von einem anderen Bauherren. Der hatte sogar schon eine Bauvoranfrage an die Stadt gestellt, die positiv beschieden wurde. Umgesetzt wurde das Vorhaben jedoch nicht. Stattdessen erwarb Matthias Simmel das rund 4500 Quadratmeter große Areal und damit auch die Pläne für die Fläche.

Anfangs wollte er den Bau der Gebäuderiegel weiterverfolgen, meint der Investor. Doch dann habe es ein Umdenken zusammen mit dem Architekten gegeben. Nachverdichtung ist wichtig, findet Simmel, der weitere Bauvorhaben an der Bellstraße und der Libourne-Allee realisiert. Aber es dürfe nicht immer die einfachste Bauweise sein, ist er überzeugt. Davon müsse man sich nach Simmels Worten lösen.

Das Maximale aus einem Grundstück herauszuholen, sei sicher die wirtschaftlichste Lösung, so Simmel. Aber es müsse auch das Große und Ganze gesehen werden. Ein riesiger Gebäudewürfel würde sich aus seiner Sicht nicht in die Umgebung einfügen. Die Nachbarschaft der Kellerwirtschaft sei von Einzelhäusern geprägt.

Quadratisch, praktisch, gut ... ist nur eine Schokolade

„Der Anspruch eines Investors sollte sein, ob gefördert oder nicht, dass es schön ist und nicht nur quadratisch, praktisch, gut. Das kann gern eine Schokolade für sich in Anspruch nehmen“, sagt Simmel.

Aus dem Grund sollen nun auf dem Gelände der Kellerwirtschaft kleinere, einzelne Mehrfamilienhäuser entstehen. Fünf Häuser mit jeweils fünf Wohnungen, also insgesamt 25, sind laut Simmel geplant. Es handelt sich dabei um Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen. Der Bedarf für kleineren Wohnungen ist in Schwandorf groß, erklärt Simmel. Es wird auch günstiger Wohnraum sein, verspricht der Investor. Auch da bestehe eine größere Nachfrage. Die Zielgruppe seien Rentner, Alleinerziehende und Familien.

Ganz neu ist diese Idee nicht. Bereits im Vorjahr hatte Simmel öffentlich darüber gesprochen. Nun liegen aber erste 3D-Entwürfe vor, die er vor einigen Tagen auch der Stadtverwaltung vorgestellt hat. Die Reaktionen seien sehr positiv gewesen, erklärt er im Nachgang des Treffens.

Statt Flachdächern sollen die Wohnhäuser nun Satteldächer bekommen. Und sie werden komplett aus Holz errichtet. „Das passt zur Holzbergstraße“, sagt Simmel. Für die Realisierung des Projektes muss aber das frühere Gasthaus weichen. Es wäre sicher schön, das traditionsreiche Gebäude zu erhalten. Aber die Bausubstanz sei viel zu marode, auch Decken sind schon durchgebrochen, sagt der Eigentümer. Der Aufwand, die Kellerwirtschaft zu erhalten, sei einfach zu groß.

Wird der Keller erhalten?

Matthias Simmel will aber prüfen, ob der Keller unter dem Gasthaus erhalten werden kann. Er sei in gutem Zustand. Der Investor könnte sich vorstellen, den Keller später öffentlich zugänglich zu machen – ähnlich den Schwandorfer Felsenkellern.

Der etwa 40 Meter lange Keller war einst zur Lagerung des in der Hofmark-Brauerei hergestellten Bieres errichtet worden. Darüber entstand im 19.Jahrhundert das Gasthaus, das bis zu seiner endgültigen Schließung zahlreiche Pächterwechsel erlebte. In der Kellerwirtschaft hatte sich übrigens auch der Fronberger Kirwaverein 1978 gegründet. Als die Gastwirtschaft Mitte der 1980er Jahre eine Zeit lang geschlossen war, wechselten die Kirwa-Leute in andere Gaststätten und kehrten später auch nicht wieder in die Kellerwirtschaft zurück.

Aus der wurde in den 1990er Jahren ein Bistro-Pub. Im Juni 2006 wurde die Kellerwirtschaft dauerhaft geschlossen und verfiel in der Folge immer mehr. Das Schankrecht ist inzwischen ausgelaufen. Das sei egal, so Simmel, da er ja keine Gastronomie plane. Im Winter würde er die alte Kellerwirtschaft gern abreißen und im Frühjahr mit dem Bau der fünf Mehrfamilienhäuser beginnen, kündigt der Investor an.

Die Anwohner müssten sich keine Sorgen machen, dass die künftigen Mieter die Holzbergstraße zuparken, versichert er. Die Parkplätze sollen unter den Wohnungen entstehen.

Geplant sind an der Holzbergstraße fünf Häuser mit jeweils fünf Wohnungen. Foto: Simmel
Optisch fügen sich die Gebäude besser in die Umgebung ein als zwei Wohnblöcke. Foto: Simmel