Dank Förderung: Beim Schmidtbräu-Gelände in Schwandorf wird es langsam ernst

Beim Schmidtbräu-Gelände in Schwandorf geht es voran: Die Stadt bekommt eine Förderung von gut 80 Prozent, um mit dem Abbruch und der statischen Sicherung zu beginnen. Aber unter der Bedingung, dass in den nächsten fünf Jahren ernst gemacht wird mit der Neugestaltung.
Auf rund 5,8 Millionen Euro werden die Gesamtkosten geschätzt, um Teile des Schmidtbräu-Geländes abzubrechen. Fast 80 Prozent dieser Kosten können allerdings gefördert werden, wie aus der Sitzungsvorlage für den Bauausschuss hervorgeht. Das wären rund 4,6Millionen Euro. Dabei profitiert die Stadt von einer erhöhten Förderung im bayerischen Programm „Flächenschonen“.
Förderung setzt Frist für die Stadt Schwandorf
Denn die Regierung der Oberpfalz sehe im Abbruch eine „wichtige Maßnahme“, um einer „städtischen Brache“ entgegenzuwirken, „die einen erheblichen städtebaulichen Missstand darstellt und die kommunale Entwicklung mehrfach behindert“, heißt es.
Für die Stadt würden damit Kosten von nicht ganz 1,2 Millionen Euro bleiben. Bei dem Abbruch geht es im Wesentlichen um den hinteren Teil des Geländes, der entlang der Spitzwegstraße verläuft. Der Gasthof Post und das Gebäude der Raiffeisenbank sind nicht betroffen.
Nach längerer Zeitkäme damit Bewegungin die Neugestaltung des Schmidtbräu-Areals, das für die Große Kreisstadt ein wichtiges Ziel in der Stadt-Entwicklung ist. Doch mit der Förderung gehen auch Verpflichtungen einher. Denn so viel ist klar: Mit einem bloßen Abriss ist es nicht getan.
„Der Regierung der Oberpfalz ist ganz wichtig, dass nicht nur der Abbruch passiert, sondern die Neugestaltung des Schmidtbräu-Geländes eigentlich gleichzeitig in Angriff genommen wird“, sagte Barbara Hellerbrand, Leiterin des Sachgebiets Hochbau.
Die Förderung ist an die Bedingung gebunden, dass eine Neuordnung in den nächsten fünf Jahren von der Planung her „einvernehmlich mit der Förderstelle“ abzustimmen und durchzuführen sei. Das Grundstück müsse zudem einer „unrentierlichen Nutzung“ zugeführt werden – es soll also nicht die Absicht verfolgen, damit Geld zu verdienen.
Schmidtbräu-Gelände soll neu belebt werden
Der Abbruch und die Neugestaltung sollten „möglichst in einem zeitlichen Zusammenhang stehen“, wie es heißt. Wenn nicht, kann es teuer werden: Dann könnte es passieren, dass die Förderstelle eine Rückzahlung der Mittel fordert. „Also ganz klar: Wir können nicht abbrechen und das Gebiet einfach liegen lassen“, sagte Hellerbrand im Bauausschuss.
Wie berichtet, plant die Stadt, das Schmidtbräu-Gelände neu zu beleben. Neben gefördertem Wohnraum sollen auch die Tourist-Info, die Stadtbibliothek und die Musikschule auf dem Areal Platz finden. Auch die Volkshochschule – mit einem anschließenden Bürgersaal – sollen dort unterkommen. Das Ziel der Neugestaltung ist ein Ort der Begegnung in der Mitte der Stadt, von dem alle Bürger profitieren. So jedenfalls hatte es derSchwandorfer Stadtratin den wesentlichen Punkten bereits 2021 beschlossen.
„Wir gehen damit in medias res, was die Entwicklung des Schmidtbräu-Geländes anbetrifft“, sagte Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU). Das sah auch sein Parteikollege Hans Sieß so. „Wer mit dem Kauf A sagt, der muss zum Abbruch B sagen und des Weiteren mit der Entwicklung noch C“, sagte er. Seine Fraktion stimme zu.
„80 Prozent machen uns den schweren Weg leichter“, sagte die Grünen-Stadträtin Marion Juniec-Möller mit Blick auf die Förderung. In dem Projekt sieht sie „eine Chance, die viele andere kleine Städte nicht haben, nämlich einen Frequenzbringer in die Innenstadt rein zu bringen, von dem alle Bürger etwas haben.“ Auch für den Einzelhandel sei die Entwicklung des Schmidtbräu-Areals aus ihrer Sicht wichtig. Denn wenn man nicht wolle, dass der Einzelhandel weg bricht, sagte Juniec-Möller, mache es Sinn, „es so schnell wie möglich zu machen“.
Auch Alfred Braun (SPD) begrüßte es, „dass es losgeht“. Er fragte aber, wie man an den hinteren Bereich des Schmidtbräu-Geländes rankommen wolle, um ihn abzubrechen. Laut Hellerbrand habe man bereits eingepreist, dass das nicht mit „riesigen Baumaschinen“ zu machen sei. Dafür ist die Fläche einfach zu eng. Von Karl-Heinz Saur kam für die Freien Wähler ebenfalls Zustimmung.
Wopperer sieht wesentlichen Mosaikstein für die Innenstadt
Bürgermeister Wopperer wollte zwar nicht so weit gehen wie Juniec-Möller, dass das Schmidtbräu-Gelände entscheidend für den Einzelhandel sei. Das wäre aus seiner Perspektive etwas zu weit gegriffen. Aber auch Wopperer war überzeugt, dass das Projekt für die Stadt ein wesentlicher Mosaikstein sei.
Mit seiner Entscheidung hat der Bauausschuss dem Stadtrat jetzt empfohlen, dem Abriss samt statischer Sicherung zuzustimmen. Das erlaubt der Stadt, unter anderem nötige Untersuchungen, Befundungen und Planungen „förderunschädlich“ in Auftrag zu geben. Nur AfD-Stadtrat Reinhard Mixl stimmte dagegen.
Die Zuschüsse im Überblick
Gelder:Das Schmidtbräu-Gelände profitiert vom dem Förderprogramm „Flächenschonen“ und dem Sonderprogramm zur Revitalisierung brachgefallener Industrie- und Gewerbeareale. Für das Areal im Herzen der Innenstadt wird eine Förderung mit einem Fördersatz von 80 Prozent in Aussicht gestellt. Von den 5,8 Millionen an Gesamtkosten bleiben so für die Stadt 1.160.000 Euro übrig.
Bedingungen:Nach den Kriterien muss die Nutzung des Areals unrentierlich sein. Zudem muss eine Neuordnung des Areals in den nächsten fünf Jahren von den Planungen her einvernehmlich mit der Förderstelle abgestimmt und durchgeführt werden. Passiert das nicht, könnten die Fördermittel zurückgefordert werden. Dasselbe könnte im Falle einer späteren rentierlichen Nutzung passieren.