Bohrpfähle werden im Schwandorfer Boden verankert – Arbeiten für die neuen Naabbrücken sind lärmintensiv

Von Lisa Steigerwald · 29. Februar 2024 um 17:21

Gestern war offizieller Beginn der Gründungsarbeiten für die neuen Naabbrücken in Schwandorf. Gestartet wurde mit dem Guss eines Bohrpfahls.

Auf die Pfähle werden anschließend die sogenannten Widerlager gebaut. Diese tragen die Brücke und verteilen die Last in den Boden. „Der Brückenbau ist schon die Königsdisziplin. Er ist sehr technisch, und auch die Geräte sind sehr anspruchsvoll“, sagte Brückenbauleiter Hannes Neudam vom staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach vor Ort beim Pressetermin.

So kommen die Pfähle in den Boden

Unter Baulärm erklärte er, wie diese 15 Meter langen Pfähle in den Boden gebracht werden: Ab vier Metern Tiefe beginnt bereits der Sandstein, in dem mit Hilfe der tonnenschweren Bohrmaschine LB 30 ein 15 Meter tiefes Loch geschaffen wird. Gestützt wird dieses durch einen Stahlschutz, der die gesamte Länge von innen ausgekleidet. Anschließend wird mit einer sogenannten Schnecke das überschüssige Material heraustransportiert und ein Bewehrungskorb eingesetzt. Diese Körbe unterstützen den Beton und machen ihn „elastisch“, wie es Neudam nannte.

Loch wird betoniert

Darauf folgt die stückweise Betonierung des Lochs, dabei wird laut dem Mann vom Staatlichen Bauamt die stützende Stahlverkleidung herausgezogen. Zum Schluss stehen also nur noch Beton und Erdschicht aneinander. Einen halben Meter ragt das Konstrukt am Ende aus dem Boden heraus und wird zum Schutz überbetoniert.

Für ein Widerlager werden sieben dieser Pfähle benötigt, erklärte Neudam. Der überstehende Beton werde händisch mit einem Drucklufthammer entfernt, und die eingesetzte Bewehrung schaue wieder hervor. Darauf wird eine Pfahlkopfplatte, ähnlich der Fundamentplatte, gegossen. So sind die Pfähle sicher mit der Platte verankert.

Gründungsarbeiten sind sehr laut

David Holler, Bauleiter der zuständigen Firma Habau, erklärte, dass es 28 Tage dauert, bis ein Pfahl ausgehärtet ist. Der Durchmesser beträgt 1,20 Meter. Insgesamt seien für beide Brücken 34Großbohrpfähle geplant. Zur Bauzeit sagte Holler, dass sie abwechselnd einen beziehungsweise zwei Pfähle am Tag schaffen. Die Gründungsarbeiten seien laut Neudam die lautesten auf der Baustelle. Das liege an den Erschütterungen, aber auch an den Baupfahlgeräte. Nächsten Mittwoch soll die erste Seite fertig sein, so Holler.

Die Beschäftigten brauchen etwa einen halben Tag für die Erstellung eines Pfahles. Fotos: Lisa Steigerwald