Bagger nagen an den Schwandorfer Naabbrücken: Das ist der weitere Zeitplan für das Großprojekt

Den Naabbrücken geht es an den Kragen. In knapp einem Monat wurde der erste Teil, der Abschnitt von der Wöhrvorstadt nach Krondorf, bereits weitgehend abgerissen. Nun folgt bald der zweite Teil. Auch der weitere Zeitplan für das millionenschwere Großprojekt ist durchaus ambitioniert.
Keine Frage, die Bediengungen könnten einfacher sein. Die Baustelle liegt mitten in der Stadt, es ist eng, der Verkehr fließt vorbei. Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen Peter Jungbauer und seine Kollegen von der Firma Habau arbeiten. Jungbauer ist Gruppenleiter für den Ingenieurtiefbau im Bereich West. Das Unternehmen aus Perg in Österreich ist zuständig für den Neubau.
Seit 8. Januar waren die Arbeiter zugange, um den ersten Brückenteil einzuebnen – den Bereich, der von der Wöhrvorstadt bis nach Krondorf führt. Als Erstes mussten die Schüttungen in der Naab hergestellt werden. Sie dienten als Zufahrt für die Bagger und sollten verhindern, dass beim Abbruch der Schutt in den Fluss fällt.
Viele faszinierte Zuschauer beobachteten den Abriss
Und dann war rohe Gewalt gefragt. Mit einem 50-Tonnen-Bagger, ausgestattet mit Hydromeißel und Abbruchzange, ging es dem Bauwerk an den Kragen. Mit dem Werkzeug wurde das Spannbetontragwerk „zerknabbert und pulverisiert“. Diesen Part übernahm die Firma Mailhammer aus Obertaufkirchen.
Einen „konventionellen Brückenabbruch“ – so nennen die Experten das, was zahlreiche Passanten in den vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt haben. Bis zum Dienstag war der Überbau komplett abgebaut – in knapp einem Monat. „Wir sind mit den bisherigen Arbeiten sehr zufrieden“, sagt Peter Jungbauer von Habau. Der Abbruch sei „plangemäß“ verlaufen.
Auch Hannes Neudam, beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach für den Brückenbau zuständig, zieht ein positives Fazit. Die Firma Habau habe einen „sehr starken Bauablauf hingelegt. Wir sind aktuell komplett im Zeitplan“, lautet das Fazit des Bauoberrats.
Derzeit laufen noch Abbrucharbeiten am Widerlager in der Wöhrvorstadt – also am Unterbau. Kurz darauf beginnt der Abriss des zweiten Teilstücks, das von der Wöhrvorstadt bis zum Stadtpark reicht. Wohl in der übernächsten Woche würden diese Arbeiten starten, heißt es von der Firma Habau. Damit nicht genug, laufen zeitgleich zum Abriss die Vorarbeiten für die neue Brücke. „Wir tragen drüben ab und hier arbeiten wir schon an der neuen Gründung“, wie Jungbauer der Mittelbayerischen erklärt. „Das läuft immer alles parallel.“
Für die Schwandorfer kann es durch diese Arbeiten lauter werden. Hannes Neudam vom Staatlichen Bauamt benutzt die Formulierung „sehr lärmintensiv“ und wirbt um Verständnis. „Die Baufirma und die Bauherren sind aber bemüht, die Arbeitszeiten im Rahmen zu halten und die lärmintensiven Tätigkeiten so weit zu minimieren, wie es möglich ist“, sagt Neudam.
Der Rohbau soll noch 2024 stehen
Die Arbeiten selbst sind eng getaktet. Bis Ende 2024 soll der Rohbau der beiden Überbauten stehen. Für 2025 sind dann der Ausbau und die Ausstattung geplant. Mehr noch: Mitte 2025 soll der Verkehr bereits über die neuen Brücken fließen. Schließlich werden die Behelfsbrücken zurückgebaut, die aktuell den Verkehr aufnehmen. Insgesamt sollen die Arbeiten bis Ende 2025 komplett beendet sein.
Die beiden Brückenteile werden 40 und 80 Meter lang und mit ausliegender Kappe 13 Meter breit sein. Auf die Fahrbahn entfallen 6,50Meter – dazu kommen je drei Meter für den kombinierten Geh- und Radweg, der auf Wunsch der Stadt gebaut wird. Die Gesamtkosten werden auf 20 Millionen Euro geschätzt. Der Anteil der Großen Kreisstadt liegt bei 18 Prozent. Allein für den Neubau werden zwischen 13000 und 14000Tonnen Beton sowie 500 Tonnen Betonstahl verbaut.


