Nach Abriss der Kellerwirtschaft in Schwandorf: Neuer Vorstoß für Öffnung des Kellers

Von Jan Lange · 12. Februar 2024 um 17:00

Gibt es für eine öffentliche Nutzung des Felsenkellers der ehemaligen Kellerwirtschaft in Fronberg doch noch eine Chance? Ganz ausschließen will das Investor Matthias Simmel nicht.

Ursprünglich hatte Matthias Simmel Großes vor mit dem Felsenkeller des ehemaligen Traditionsgasthauses Kellerwirtschaft. Eine Eventlocation und Gaststätte sollte in dem untersten Geschoss entstehen. Von dem Plan hat der Schwandorfer Investor inzwischen Abstand genommen. Die Auflagen der Behörden in Sachen Lärmschutz hätten die Umsetzung des Vorhabens nach seinen Worten verhindert. Stattdessen soll der Keller künftig ausschließlich privat genutzt werden, so Simmels neuer Plan.

Stadtrat richtet Bitte an Bauherren

Die Chance auf eine Öffnung der unterirdischen Räume für die Öffentlichkeit ist allerdings noch nicht endgültig vertan. Im jüngsten Bauausschuss bat Stadtrat Alfred Braun (SPD), der selbst in Fronberg wohnt, den Investor, den Felsenkeller doch weiterzubetreiben. Und Simmel zeigte sich nach der Ausschusssitzung gar nicht abgeneigt von dem Gedanken. Eine durchgehend öffentliche Nutzung des Kellergeschosses lehnt er zwar ab, aber eine sporadische Öffnung könnte er sich vorstellen.

Mit den Fronberger Vereinen gebe es Gespräche über die eventuelle Nutzung der Kellerräume für Ausstellungen oder Privatfeiern, berichtet Simmel. Auch eine Öffnung hin und wieder für Besichtigungen sei vorstellbar.

Zuerst wolle er den Ortsteil Fronberg in diese Überlegungen einbinden und bei einem Bürgerabend das Projekt vorstellen, kündigt der Unternehmer an. Dabei soll auch geklärt werden, ob es überhaupt einen Bedarf für die Räume gibt. Sollte das der Fall sein, werde er die weiteren Schritte für eine mögliche Umsetzung mit der Stadtverwaltung besprechen.

Eingangsportal und kaputte Tür sind weg

Die Kellerwirtschaft am Ortsrand von Fronberg hatte es seit dem 19. Jahrhundert gegeben. Schon zuvor war der etwa 40Meter lange Keller entstanden, der anfangs zur Lagerung des in der Hofmark-Brauerei hergestellten Bieres genutzt wurde.

Das Gasthaus wurde im Jahr 2006 endgültig geschlossen und verfiel seitdem immer mehr. Mitte Januar begann der Abriss des historischen, aber nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Bis auf den Keller ist inzwischen das komplette Gasthaus abgebrochen. Von der Kelleranlage wurde nur das Eingangsportal und die kaputte Tür entfernt und der Eingangsbereich um einen halben Meter zurückgebaut. Einer möglichen teilweisen öffentlichen Nutzung steht also nichts im Wege.

Auf der Fläche des ehemaligen Gasthauses und des angrenzenden Parkplatzes sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 22 Wohneinheiten errichtet werden. Der Bauausschuss hatte darüber jedoch am Mittwoch vergangener Woche noch nicht entschieden, sondern die Vorlage auf die nächste Sitzung im März vertagt.

Von dem Traditionsgasthaus ist nichts mehr übriggeblieben. Der Eingang zur Kelleranlage wurde etwas zurückgebaut. Foto: Jan Lange