Kellerwirtschaft: Neubau muss zwangspausieren – Schwandorfer Bauausschuss vertagt Beschluss

Von der ehemaligen Kellerwirtschaft in Fronberg steht nichts mehr. Nur ein Haufen Schutt erinnert noch daran, dass sich hier bis vor kurzem ein Gasthaus befand. Einen Teil der Steine hat Bauherr Matthias Simmel bei der Schwandorfer Abbruchfirma Metz eingelagert. Sie sollen nun für den guten Zweck verkauft werden.
Einen festen Betrag will Simmel nicht vorgeben. Die Käufer sollen selbst entscheiden, wie viel sie geben wollen – ob einen oder 20 Euro. Bis Ende Februar können die Steine erworben werden. Interessenten können sich per Mail unter matthias.simmel@me.com melden.
Erlös für Kinderkrebshilfe
Der Gesamterlös soll dann der Kinderkrebshilfe Regensburg zugute kommen, die der Schwandorfer Unternehmer bereits mehrfach unterstützt hat. Er wird die Spendensumme am Ende noch auffüllen, kündigt Simmel an.
Die einzelnen Steine werden so, wie sie aus dem Gebäude gebrochen wurden, angeboten. Es handelt sich um größere wie auch kleinere Steine. Simmel will vor allem die früheren Gäste der Kellerwirtschaft ansprechen, die sich mit dem Kauf eines Steins eine Erinnerung an das Traditionsgasthaus bewahren wollen.
Während der Verkauf der Steine nun anläuft, muss der geplante Neubau eine unfreiwillige Zwangspause einlegen. Die Errichtung der Mehrfamilienhäuser mit 22 Wohneinheiten stand am Mittwoch auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Die Stadträte finden das Projekt gelungen, wie von mehreren Fraktionen betont wurde. „Die Häuser sehen sehr gefällig aus“, fand die dritte Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne).
Fehlende Höhenangaben kritisiert
Auch Alfred Braun (SPD) sei als Fronberger sehr erfreut, dass die Brachfläche endlich in Angriff genommen wird. Es sei eine sehr schöne, ansprechende Planung, meinte der SPD-Mann. Es füge sich wunderbar ein, zeigte sich Braun überzeugt. Ob es sich einfügt, könne er nicht sagen, meinte CSU-Ausschusssprecher Hans Sieß. Denn es gebe keine Höhenangaben in der Beschlussvorlage, kritisierte Sieß. Er könne aus diesem Grund auch nicht zustimmen, kündigte er an. Die Erklärung der Verwaltung, dass sich die fünf Mehrfamilienhäuser in die Umgebungsbebauung einfügen würden, reichten dem CSU-Politiker scheinbar nicht aus.
Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) meinte zu seinem Parteikollegen, dass er die fehlenden Höhenangaben auch vor der Sitzung hätte anfragen können. Dann hätte man sie vielleicht noch nachliefern können. „In der Sitzung damit zu kommen, ist nicht korrekt“, fand der Rathauschef.
Jochen Glamsch (UW) sagte, dass der Bauausschuss sonst um Zentimeter diskutiere und in diesem Fall gebe es keine Angaben zur Höhe. Er schlug vor, die Daten nachzuliefern und dann einen Umlaufbeschluss zu fassen. Das sei nicht möglich, hieß es dazu vonseiten der Verwaltung. Die Beschlussvorlage wurde daraufhin in die nächste Bauausschusssitzung vertagt. Regulär kommt das Gremium am 20. März das nächste Mal zusammen.
Matthias Simmel ist über diese Vorgehensweise verwundert. Die Stadträte hätten bei offenen Fragen jederzeit bei ihm anrufen können und er hätte ihnen die Infos gegeben.
Die Zweifel, die Neubauten könnten sich in die Umgebung nicht einfügen, seien aus seiner Sicht unberechtigt. Die benachbarten Wohnhäuser würden sich in der Höhe kaum von den geplanten Neubauten unterscheiden. Der Abstand zur Nachbarbebauung werde gemäß den gesetzlichen Vorgaben ebenfalls eingehalten.
Ausschreibungen später
Gern hätte der Investor nach einem positiven Votum des Ausschusses schon mit den Ausschreibungen der Bauleistungen begonnen. Das sei nun erstmal nicht möglich. „Je später wir ausschreiben, desto später kann auch der Bau beginnen“, erklärte Simmel im Nachgang der Sitzung. Die Gefahr bestehe auch, dass die Baufirmen bereits andere Aufträge bekommen haben und sich für das Vorhaben in Fronberg kurzfristig keine freie Kapazitäten finden lassen, befürchtet Simmel.
Ihn ärgert eine Anmerkung von Hans Sieß besonders: Der hatte gemeint, dass der Investor doch erstmal seine alten Baustellen an der Bellstraße und der Libourne Allee abschließen solle, bevor er neue Projekte beginne.