Kellerwirtschaft gibt’s bald nicht mehr: Abbruch von Traditionsgasthaus in Schwandorf gestartet

Stück für Stück gräbt sich der Bagger in das Gebäude hinein. Pünktlich um 8 Uhr begann am Mittwochmorgen der Abbruch der ehemaligen Kellerwirtschaft in Fronberg. Etwa zwei Wochen wird der Abriss dauern – dann ist das traditionsreiche Gasthaus, das lange leer stand, Geschichte.
Die Schwandorfer Firma Metz sorgt für den Abbruch. Sie hat viel Erfahrung auf dem Gebiet. Das Wasserkraftwerk in Ettmannsdorf wurde von ihr ebenso abgebrochen wie die Villa Regensburger Straße 40, auf deren Areal derzeit eine neue Seniorenwohnanlage entsteht. Im Vorjahr übernahm die Firma Metz auch den Spezialabbruch der Apotheke am Markt in Bruck, wie Inhaber Christian Metz berichtet.
Und nun liegt der Abriss der früheren Kellerwirtschaft in Fronberg in ihren Händen. Für die Abbruchfirma sei die Hanglage hin zur Fronberger Straße eine Herausforderung. Damit keine Betonbrocken auf die Straße herunterfallen, wurde ein sogenannter Abbruchvorhang angebracht.
Bei dem Abbruch des Traditionsgasthauses handelt es sich um einen selektiven Rückbau. „Das ist die Königsform des Abrisses“, findet Matthias Simmel, der das 4500 Quadratmeter große Grundstück erworben hat und auf der Fläche Wohnungen bauen will. Die einzelnen Materialien wie Holz und Metalle werden vor Ort getrennt. Auch Schadstoffe werden noch auf der Baustelle selektiert.
Einige Steine der alten Kellerwirtschaft will Simmel für den guten Zweck versteigern
Während der Großteil danach fachgerecht entsorgt wird, will Matthias Simmel einige Steine aufbewahren und später für den guten Zweck versteigern. Der Erlös soll der Kinderkrebshilfe Regensburg zugute kommen, wie der Schwandorfer Investor ankündigt. Er ist sicher, dass mancher Fronberger, aber auch ehemalige Gäste der Kellerwirtschaft einen solchen Stein erwerben wollen. „Denn für viele wird hier ein Stück Jugend abgerissen“, meint Simmel.
Zu retten war das Traditionsgasthaus nicht mehr. Die Bausubstanz sei viel zu marode gewesen, sagt Simmel. Auf der Seite zur Fronberger Straße waren schon vor längerer Zeit Teile des Gebäudes eingebrochen. Zuletzt hatte bei dem massiven Wintereinbruch im Dezember das Dach des hinteren Gebäudeteils nachgegeben. An dieser Ecke hat der Bagger auch mit dem Abbruch begonnen.
Ob der Keller erhalten werden kann, wird sich erst im Laufe der Abbrucharbeiten zeigen
Erhalten wollte Simmel aber den Keller. Dieser sollte später öffentlich zugänglich gemacht werden, so sein Plan. Davon hat er Abstand genommen. Denn die Auflagen im Bereich Lärmschutz würden das Vorhaben unwirtschaftlich machen, begründet Simmel sein Umdenken. Eine Lärmschutzwand zu errichten, sei auf dem Gelände nicht möglich. Und die Zugänglichkeit nur auf eine kurze Zeit zu beschränken, würde den Aufwand des Erhalts nicht lohnen, so der Investor.
Trotz der Absage der öffentlichen Nutzung des früheren Kellers würde Simmel diesen gern erhalten. Ob dies tatsächlich möglich ist, werde sich aber erst im Laufe der Abbrucharbeiten zeigen, meint er. Sollte er erhalten werden können, wird er künftig aber nur privat genutzt.
Den Weg an der Grundstücksgrenze zum Wald hin will Simmel erhalten. Das habe er mit dem Forstamt abgestimmt. Auch sonst soll es keine Begrenzung zwischen der geplanten Wohnbebauung und dem Wald geben, verspricht er. Es soll eine Symbiose mit dem Wald sein.
Geplant sind fünf Häuser mit je fünf Wohnungen – Es entstehen vor allem kleine Wohnungen
Auf dem Grundstück sind fünf kleinere Häuser mit je fünf Wohnungen geplant. Es handelt sich um Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen. Simmel will damit der Nachfrage nach kleineren Wohnungen nachkommen. Der Bau soll im Frühjahr beginnen, sagt er.
Auch bei seinen anderen Projekten gebe es Fortschritte, wie Simmel berichtet. Für die Neubauten an der Libourne-Allee liegt nach seinen Worten der Förderbescheid vor. Der Bau soll bald fortgesetzt werden. Und in vier Wochen beginnt der Abriss des Wohnhauses Fronberger Straße 5, kündigt Simmel an. Auf der Fläche ist ein futuristisches Mehrfamilienhaus geplant. Es seien die letzten Projekte in Schwandorf, macht der Investor deutlich. Künftig will er sich auf Vorhaben außerhalb der Großen Kreisstadt, zum Beispiel in Bamberg oder Straubing, konzentrieren.




