Schwandorfs OB nimmt Stellung zu wichtigen Entscheidungen

Von Hubert Heinzl · 8. Januar 2023 um 08:00

Die Große Kreisstadt steht in diesem Jahr vor wichtigen Weichenstellungen – von der Feuerwache bis zu einem möglichen Mittelschulzentrum auf der grünen Wiese. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) vertritt klare Positionen.

Kommt das Schulzentrum beim Sepp-Simon-Stadion?

Die Idee kursiert schon länger: Die beiden Schwandorfer Mittelschulen auf dem Kreuzberg und in Dachelhofen könnten in einem Neubau zusammengefasst werden, um Synergien zu schaffen und Kräfte zu bündeln. Bevor geplant werden kann, muss aber erst einmal eine Grundsatzentscheidung her, die der OB für das erste Halbjahr 2023 anstrebt.

Feller selbst ist klarer Befürworter eines Neubaus auf der grünen Wiese. Auch einen möglichen Standort bringt er ins Gespräch – in der Nähe von Sepp-Simon-Stadion und Erlebnisbad, die für den Schulbetrieb gleich mitgenutzt werden könnten. „Das ist meine Vision“, sagt der OB, aber natürlich hat dabei nicht nur der Stadtrat, sondern auch das Staatliche Schulamt ein gewichtiges Wort mitzureden. Nachteile für die Schüler sieht Feller nicht, „denn die meisten sind ohnehin Fahrschüler“, wie er sagt. Für das Schulgebäude in Dachelhofen könnte er sich eine Nutzung etwa durch die Volkshochschule vorstellen.

Die geplante Fußgängerzone könnte sich verschieben

Ein Projekt hat sich der Einzelhandel ganz dick im Kalender angestrichen: Heuer soll die Friedrich-Ebert-Straße von der Einmündung der Bahnhofstraße bis zum Marktplatz zur Fußgängerzone werden. Doch was so klar schien, ist inzwischen mit einem Fragezeichen zu versehen – zumindest, was den Zeitplan angeht. Denn in diesem Jahr ist nicht nur der Umbau des Schlesierplatzes geplant, sondern auch der Bau der Behelfsbrücke über zwei Naab-Arme.

Befragt man den OB zum Thema, gibt er eine vielsagende Antwort: „Wir machen eins nach dem anderen. Das Ganze ist auch abhängig davon, wie sich der Verkehr auf und rund um die Behelfsbrücke entwickelt.“ Und Feller lässt durchblicken, dass die Friedrich-Ebert-Straße für den Durchgangsverkehr möglicherweise während der Bauphase gebraucht wird, um ein komplettes Verkehrschaos zu vermeiden: „Wir sind von einem anderen zeitlichen Ablauf ausgegangen“, sagt der OB.

Neubau der Feuerwache oder Sanierung im Bestand?

Zum Thema Feuerwache vertritt Oberbürgermeister Feller eine klare Haltung. Seit Monaten steht die Frage im Raum, ob die sanierungsbedürftige Feuerwehr-Zentrale an der Ettmannsdorfer Straße an Ort und Stelle saniert werden kann oder ein Neubau vorzuziehen ist. Der Feuerwehrbedarfsplan schlägt einen Ortswechsel vor, die Aktiven selbst tendieren eher zu einer Sanierung am jetzigen Standort.

Der OB spricht sich für einen Neubau aus. Feller: „Das ist einfach zielführender. Aber es geht nicht darum, was der Oberbürgermeister will, sondern um die Einhaltung der Hilfsfristen.“ Eine Verlagerung hätte nach seinen Worten auch den Vorteil, dass beim ehemaligen Schlachthof ein völlig neues Wohnquartier nahe der Innenstadt entstehen könnte.

Pflichtaufgaben und Herzensprojekte für die Stadt

Von den Pflichtaufgaben ist im Gespräch mit dem Schwandorfer Oberbürgermeister natürlich auch die Rede. Da steht an erster Stelle das Thema Kinderbetreuung und Ganztagsschule. Hier seien die Weichen gestellt, und die Projekte würden der Reihe nach abgearbeitet, so der OB. Die offene Ganztagsschule an der Gerhardingerschule nähert sich der Vollendung, Fronberg und Ettmannsdorf sind in der Planung. Auch für eine neue Kindertagesstätte in Krondorf laufen die Vorbereitungen an.

Was die Herzensprojekte angeht, nähert sich vor allem der Stadtpark der Umsetzungsphase. Die beiden großen Spiellandschaften, die die Stadt im Anschluss an den Kioskbereich errichten will, sollen im Frühjahr Gestalt annehmen. Länger wird es beim Schmidtbräu-Gelände dauern, bis tatsächlich die Abriss- und Baumaßnahmen beginnen können.

Bei sich daheim baut OB Feller an einer Miniaturwelt

Politisch hat der OB eine lange Wunschliste für 2023. Vorwärtskommen mit Schwandorf, das steht ganz oben. Aber Feller beschwört auch die Zusammenarbeit „mit den übergeordneten Stellen“ und den Teamgeist in der Stadtverwaltung. Und da gibt es auch noch den OB als Privatmann. Der wünscht sich Gesundheit und gleich an zweiter Stelle „mehr Zeit für mich“. Die will er unter anderem mit seiner Märklin-Eisenbahn im ersten Stock des Wohnhauses in Dachelhofen verbringen. Auch da kann er Weichen stellen, ganz privat. Der Oberbürgermeister verspricht: „Dieses Jahr fährt der Zug. Die Anlage geht auf jeden Fall vor der Elektrifizierung der Deutschen Bahn in Betrieb.“

Die Mittelschule Dachelhofen könnte in einem größeren Verbund aufgehen. -Foto: Hubert Heinzl
OB Andreas Feller plädiert für einen neuen Feuerwehr-Standort. -Foto: Dietmar Zwick, Archiv
Ob die Fußgängerzone wie geplant schon heuer realisiert wird, ist fraglich. -Foto: Hubert Heinzl