Im alten Krankenhaus: Eine Traum-Lage für das Schwandorfer Stadtarchiv

Schwandorf. Noch ist das alte Krankenhaus eine große Baustelle. Rund um das Gebäude schlingt sich ein Gerüst. Im Inneren hängen Kabel von der Decke, dazu liegen vereinzelt Paletten, Pappkisten und Metallschienen am Boden. Auch die Wände sind bisher nicht verputzt. Doch schon bis zum Jahresende sollen die Arbeiten fertig sein. Dann wird das Stadtarchiv seine neuen Räume beziehen können.
Seit 2019 laufen die Planungen, sagt Nicole Männl, die bei der Stadt im Sachgebiet Hochbau arbeitet. Männl war Teil einer Delegation, die am Mittwoch mit Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU), Architektin Silvia Schmidt, Stadtarchivar Josef Fischer und Pressesprecherin Maria Schuierer die Baustelle besichtigten.
Das Schwandorfer Stadtarchiv platzt aus den Nähten
Denn im alten Krankenhaus wird das Schwandorfer Stadtarchiv unterkommen – in bester Lage, direkt gegenüber vom bisherigen Standort im Rathaus. Der Grund liegt auf der Hand, wie der OB deutlich machte: „Das Archiv platzt aus den Nähten.“
Ein Teil des ehemaligen Krankenhauses wurde abgebrochen. Der Rest wurde kernsaniert, um ihn für das Stadtarchiv zu erhalten – und so erneuert, dass die künftigen Räume den Anforderungen für ein modernes Archiv genügen. Dabei seien die Arbeiten eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden.
Ganz leicht hat es das frühere Krankenhaus der Stadt aber nicht gemacht. „Das alte Gebäude hat sich ein bisschen gewehrt“, sagte Männl. Denn bei den Arbeiten taten sich unterirdische Rauchkanäle auf, die wohl auf die Zeit um 1945 herum datiert sind. Dieser Fund musste aufwendig von Archäologen begutachtet und dokumentiert werden. So lange ruhten die Baumaßnahmen. Zudem wurde eine alte Schlacke entdeckt, die ebenfalls untersucht werden musste. Dann aber konnten die Arbeiten weitergehen, denn für den Denkmalschutz waren die Funde nicht relevant.
Nun soll bis Ende 2023 der Bau abgeschlossen sein. Dann sollen die 1400 Archivmeter, die sich bei Stadtarchivar Josef Fischer angesammelt haben, im neuen Gebäude Platz finden. Ob die Bibliothek des Schwandorfer Kreuzbergklosters dazukommt, ist zwar bisher noch nicht endgültig entschieden. „Die Verhandlungen laufen“, sagte Fischer. Aber auch diese 25000 bis 30000 Bände sollen im neuen Archiv unterkommen können.
Laut Silvia Schmidt, Architektin beim Büro Greßmann und Söllner, werde der Eingang zum Stadtarchiv gegenüber des Rathaus-Eingangs liegen. Eine freistehende Außentreppe solle demnach zum Archiv führen. Für die nötige Barrierefreiheit sollen ein gläserner Aufzug an der Hausfassade sowie ein zweiter Aufzug im Inneren sorgen, der das Gebäude bis zum Dachgeschoss erschließt.
Großzügige Förderung für das Projekt im Herzen Schwandorfs
Im Erdgeschoss wird es nicht nur Magazinräume geben, in denen der Bestand gelagert werden kann. Auch ein Vorbereitungsraum ist geplant, um die Materialen vor der Lagerung vernünftig aufbereiten zu können. Im Obergeschoss sind zudem ein kleiner Ausstellungsraum, die Räume für Büro und Mitarbeiter sowie ein Besucherraum geplant. Das Dachgeschoss wiederum soll Platz für die Bestände der Klosterbibliothek bieten.
Die Geschichte des alten Krankenhaus-Gebäudes reicht zurück bis ins Jahr 1860. Sein Umbau ist Teil von insgesamt drei Maßnahmen. Neben der Sanierung des alten Krankenhauses gehören dazu auch die Erweiterung der Pausenhalle der Gerhardinger-Schule und der Neubau der Offenen Ganztagesschule, der direkt neben dem Pfleghof liegt.
Nach den jüngsten Berechnungen wird das neue Stadtarchiv rund 2,9 Millionen Euro kosten, wie Stadt-Sprecherin Maria Schuierer mitteilt. Dafür gibt es Fördermittel in Höhe von circa 30 Prozent für die Ausstattung sowie gut 60Prozent für die Sanierung samt Abbruch, Umbau und Neugestaltung der Außenanlagen.
Die drei Stockwerke des neuen Stadtarchivs sollen einen Bruttorauminhalt von 3295 Kubikmeter haben. Die Geschossfläche liegt demnach bei circa 300Quadratmeter.
Wenn die Kernsanierung bis zum Jahresende fertig wird, soll es bald ernst werden. Nach Angaben der Stadt ist der Umzug von den bisherigen Räumen im Rathaus in das neue Gebäude bereits für Anfang des Jahres 2024 geplant.

