Nach fünf Jahren Leidenszeit ist die A93 bei Regensburg fertig – Zwei Wermutstropfen bleiben

Von Jonas Raab · 21. November 2025 um 19:00

Am ersten Adventsmorgen ist es so weit: Der Verkehr rollt auf einer nagelneuen A93 in Richtung Regensburg. Damit biegt ein Mammutprojekt nach fünf Jahren auf die allerletzten Meter ein. Vor der endgültigen Freigabe wird die Autobahn aber noch zwei Nächte lang gesperrt.

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„Das hat dermaßen gut funktioniert“, freut sich Michael Kordon, als er am Freitagvormittag bei Posthof auf einer Brücke über der A93 steht. Er ist Direktor der Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH und hierher gekommen, um den Abschluss der Hauptarbeiten bekannt zu geben. „Eine rundum gelungene Baustelle“, befindet Kordon. „Wir werden pünktlich fertig und kommen mit den Kosten hin.“

Rund 119 Millionen Euro hat es gekostet, die A93 zwischen Regensburg-Süd und dem Dreieck Saalhaupt von Grund auf zu erneuern. Sie bekam nicht nur eine neue Fahrbahn, sie wurde quasi neu gebaut – und das bei stets fließendem Verkehr. „Es ist beeindruckend, was hier gemacht worden ist“, sagt Kordon und spricht seinen Kollegen aus Regensburg ein großes Lob aus.

Diese Kollegen sind natürlich auch vor Ort. Projektleiter Ngoc Tho Tran erinnert sich an einen „Flickenteppich“ und an die „dramatischen Schäden“ der alten Betonfahrbahn. Sie stammte aus dem Jahr 1984.

174.000 Tonnen neuer Asphalt für die A93 bei Regensburg

Bis zu eineinhalb Meter habe man „runterbuddeln“ müssen, um den Fahrbahnunterbau auf elf Kilometern zu erneuern, erklärt Tran. Schweres Gerät kam zum Einsatz, die Autobahn wurde regelrecht zerpflückt. Rund 100.000 Tonnen Beton mussten aufgebrochen und zerkleinert werden. Teils wurde der Altbeton für den neuen Unterbau wiederverwendet. Darüber liegen jetzt 174.000 Tonnen Asphalt, umgeben von 33 Kilometern an Schutzplanken, zu Fahrbahnen gemacht mit 54 Kilometern an weißen Markierungen. Eindrucksvolle Zahlen, die den Umfang der Maßnahme deutlich machen.

Arbeiten an der A93 bei Regensburg: So sieht es aus, wenn eine Beton-Autobahn plattgemacht wird. - Foto: Krenz, Archiv

Bauen und gleichzeitig den Verkehr am Laufen zu halten, das war laut Tran die größte Herausforderung – zumal mit dem A3-Ausbau ein weiteres Kaliber teils zeitgleich für Einschränkungen sorgte. Während der Hauptarbeiten auf der A93 mussten drei enge Spuren für beide Richtungen reichen. Pendler können ein Lied davon singen, was das zu Stoßzeiten und bei Unfällen bedeutet.

Navis schicken auch den Lastwagen auf die kleinste Flurbereinigungsstraße, bis er nicht mehr weiterkommt.Barbara Wilhelm, Bürgermeisterin Pentling

Leidgeplagt waren aber auch alle, die zwischen Pentling und Bad Abbach leben. „Es gibt viele kleine Dörfer, in denen die Anwohner unter dem Ausweichverkehr gelitten haben“, sagt Pentlings Bürgermeisterin Barbara Wilhelm (Freie Wähler). „Navis schicken auch den Lastwagen auf die kleinste Flurbereinigungsstraße, bis er nicht mehr weiterkommt. Und bei Unfällen versucht jeder über die Dörfer auszuweichen, auch wenn es gar nichts bringt.“ Dementsprechend erleichtert ist Wilhelm, dass die Beeinträchtigungen bald Geschichte sind.

In der Nacht auf Sonntag und am kommenden Wochenende wird die A93 in Richtung Regensburg gesperrt, weil Schilderbrücken eingebaut werden. Anschließend soll der Verkehr in Richtung Regensburg auf seine angestammte rechte Seite zurückverlegt werden. Zunächst einspurig. „Die Verkehrsführung wird sukzessive zurückgebaut“, erklärt Tran. „Die ein oder andere Schutzplanke müssen wir noch reinklopfen. Aber das ist der Endspurt“, ergänzt Kordon. Bis Mitte Dezember soll der Rückbau der provisorischen Verkehrsführung abgeschlossen sein.

Die Bauherren und die Politik: Christian Unzner, Dr. Carolin Wagner, Barbara Wilhelm, Michael Kordon, Peter Aumer und Ngoc Tho Tran (v. li.) freuen sich, dass die Arbeiten an der A93 bei Regensburg zu Ende gehen. - Foto: Jonas Raab

Die Autobahn GmbH hat schon das nächste Projekt im Blick. 2027 beginnen die Vorarbeiten für den nächsten A93-Abschnitt – zwischen Dreieck Saalhaupt und der Anschlussstelle Abensberg –, der erneuert wird. Auch wenn die Baustelle in den Nachbarlandkreis wandert, wird sie Auswirkungen auf den Raum Regensburg haben.

Autobahn-Baustellen rund um Regensburg: „Haben noch viel vor uns“

Und auch da steht in den kommenden Jahren noch einiges an. „Das Kreuz, die Autobahnbrücke, der Tunnel. Wir haben noch viel vor uns“, sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer. Er lobt die Arbeit der Autobahn GmbH genau wie seine SPD-Kollegin, Dr. Carolin Wagner. „Wir waren immer umfassend informiert“, sagt sie. Das sieht auch Wilhelm so. „Die Zusammenarbeit hat immer gut funktioniert“, freut sie sich. Sie berichtet von einer großen Akzeptanz der Baustelle in der Bevölkerung, trotz aller Einschränkungen. Vor allem die Feuerwehren seien „gut mitgenommen“ worden.

Nach fünf Jahren „Baustelle vor der Nase“ profitieren die Pentlinger laut Wilhelm nun von sinkenden Lärmwerten, für die der neue Asphalt sorgt. „Wir dürfen uns freuen.“