A93-Sanierung: Teure Fortsetzung bis Abensberg folgt – Schon 2026 erste Arbeiten?

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung. Wenn Ende des Jahres die A93-Erneuerung zwischen Saalhaupt und Bad Abbach abgeschlossen ist, geht es schon an den nächsten Abschnitt: 13 Kilometer bis Abensberg. Die Planungen laufen, Vorerkundungen gibt es noch heuer und erste Arbeiten möglicherweise bereits in 2026.
Die A93 im Bereich zwischen Regensburg-Süd und Elsendorf bleibt eine Dauerbaustelle – für die nächsten Jahre. Aktuell läuft die Sanierung des elf Kilometer langen Teilstücks zwischen Dreieck Saalhaupt und Pentling. In 2023 war die Gegenrichtung erneuert worden. „Wir liegen im Zeitplan. Bis Dezember 2025 sollte der Abschnitt fertig sein und wird für den Verkehr freigegeben“, erklärt Christoph Graebel, Projektsprecher bei der Autobahn Südbayern.
Danach ist aber nicht Feierabend. Denn auch vom Dreieck Saalhaupt bis Elsendorf zieht sich die Betonfahrbahn aus 1984, die schlicht gesagt hinüber ist. „Immer wieder laufen Reparaturen“, sagt Graebel. Aufgrund des maroden Zustands „haben die Planungen zur grundhaften Fahrbahnerneuerung schon begonnen“. Konkret in Angriff genommen wurden die 13 Kilometer ab Dreieck Saalhaupt bis zur Anschlussstelle Abensberg.
Im Prinzip, so der Autobahn-Sprecher, stehe dasselbe Prozedere an wie im Abschnitt Regensburg-Süd – Saalhaupt: Abbruch aller Fahrbahnen und Erneuerung von Grund auf. Da das nicht auf allen Spuren gleichzeitig erfolgen kann, weil sonst kein Verkehr mehr fließen könnte, wird es auch hier eine zeitliche Versetzung geben: in einem Jahr Richtung München, im nächsten (oder übernächsten) Richtung Regensburg. Wobei noch nicht klar ist, mit welcher Fahrtrichtung begonnen wird.
Sind neue Brücken über die A93 nötig?
Zu den Maßnahmen zählen auch neue Entwässerungsanlagen sowie die Stabilisierung der Dammböschungen. Noch ist nicht absehbar, wie es um die Brückenbauwerke in diesem Teilstück bestellt ist. „Es kann sein, dass sie nur saniert werden müssen. Es könnten aber auch Ersatzneubauten notwendig sein.“
Um um das herauszufinden, werden noch heuer im Oktober Erkundungsbohrungen vorgenommen. Die gute Nachricht: „Den Verkehr wird das nicht beeinflussen“, so Graebel. Die Bohrer mit zehn Zentimetern Durchmesser dringen am Fahrbahnrand oder an den Bauwerken bis in 40 Meter Tiefe. „Dann wird man sehen: Welche Materialen stecken drin, wie ist ihr Zustand, was finden wir noch vor?“ Erst auf Basis dieser Erkenntnisse können die Planungen in den detaillierten Feinschliff übergehen.

„Allerfrühestens“, erklärt der Projektsprecher, könne man mit ersten Arbeiten im Abschnitt im Herbst 2026 rechnen. „Dabei wird es um Maßnahmen im Mittelstreifen oder die Verbreiterung von Ausfahrten für die Verkehrsführung während der Sanierung gehen.“ Auch davon sei der Verkehr nicht betroffen. Fahrbahnabbruch und -erneurung könnten im Jahr darauf starten.
Tempolimits bei 120 und 80 und die Gefahr von „Blow-ups“
Grundsätzlich gelte in der Behörde das Motto: „Je eher, desto besser.“ Denn wie erwähnt nagt der Zahn der Zeit an der 1984 freigegebenen Autobahn. „Regelmäßig sind Maßnahmen notwendig, um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten“, sagt Graebel. Neben laufenden Reparaturen von Fahrbahnschäden gehört dazu auch die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h bzw. 80 km/h für Motorräder in den Sommermonaten.
Ob die Tempolimits noch weiter verschärft werden müssen, „wird die zuständige Straßenverkehrsbehörde zu gegebener Zeit entscheiden“. Immer wieder schwelt auch die Gefahr von „Blow-ups“ mit, plötzlichen Aufbrüchen der Fahrbahn bei hohen Außentemperaturen. Aber auch Kälte und Feuchtigkeit setzen dem Beton zu. So kam es heuer am 19. Februar zu einem „Blow-up“ bei Regensburg-Süd in Richtung Hof. Neun demolierte Autos waren die Folge. Im Juni 2013 starb durch einen solchen Vorfall ein 59-jähriger Motorradfahrer an der A93-Ausfahrt Abensberg.
„In den letzten zehn Jahren wurde die Blow-Up-Gefahr durch bauliche Maßnahmen erheblich reduziert“, sagt Graebel. Etwas beruhigender ist die Situation auch durch die geringere Verkehrsbelastung im Vergleich zum Abschnitt zwischen Saalhaupt und Bad Abbach. Sind es dort 41.824 Fahrzeuge am Tag, so schlägt die Strecke Hausen bis Abensberg mit nur 26.151 zu Buche. „Die Zahlen stammen aus 2021. Aktuell läuft deutschlandweit eine Straßenverkehrszählung, deren Ergebnisse im Herbst 2026 erwartet werden.“
Sanierung A93: Kosten bei 150 Millionen Euro
Bei den Kosten bleibt Graebel im Vagen. „Wir haben für die Sanierung Regensburg-Süd bis Saalhaupt rund 120 Millionen Euro veranschlagt. Das sind elf Kilometer.“ Der nächste Abschnitt erstreckt sich auf 13 Kilometer. „Wir haben nicht nur 2000 Meter mehr, sondern auch mehr Brücken. Also gehen wir von höheren Ausgaben aus.“ Die Summe von 150 Millionen Euro will der Sprecher weder bestätigen noch dementieren. Ob es Mittel aus den Infrastruktur-Milliarden der Bundesregierung gibt, „hängt von der letztendlichen Gesetzgebung sowie den Ressourcen ab“.
Ist der Abschnitt von Saalhaupt bis Abensberg erledigt (mutmaßlich bis 2030), wartet das Teilstück bis Elsendorf, ebenfalls eine 1984er-Trasse. Auch zwischen Anschlussstelle Elsendorf und Dreieck Holledau seien in der Folge Sanierungsarbeiten erforderlich, „insbesondere an den Brückenbauwerken“, erklärt Graebel. Die Fahrbahn ist allerdings jüngeren Datums. „Zeitliche Aussagen zum Ablauf sind derzeit noch nicht möglich.“
So viel Verkehr fließt
Statistik: Zwischen den Anschlussstellen Hausen und Abensberg werden täglich im Schnitt 26.151 Fahrzeuge gezählt, zwischen Abensberg und Siegenburg sind es 24.693.
Vergleich: Bad Abbach/ Saalhaupt liegt bei 41.824. Die stärkste Belastung weist die A93 bei Regensburg-West auf: 74.690.