Kukuk in Kelheim – oder eine Stadt wird Ende August zur Flaniermeile

Die Kelheimer Kunst- und Kulturnacht wird wieder vielfältig, versprechen die Macher. Unter anderem wartet ein „spektakuläres Videomapping“ auf die Besucher. Diesmal findet die Kukuk eine Woche vor dem Gillamoos statt. Das ist geplant.
Inspirierend, gesellig, abwechslungsreich – das ist Kelheims Kunst- und Kulturnacht, kurz Kukuk, in den Augen ihrer Macher. Die Gäste erwartet am 29. August ein vielfältiger Abend – von „spektakulärem Videomapping“ am Archäologischen Museum bis hin zu Songs, die das Herz erwärmen. Zudem findet die Nacht einmal nicht parallel zum Gillamoos statt. Die Macher sind gespannt, wie sich das auf die Besucherzahlen auswirken wird.
Banner und Flyer sind gedruckt. Entspannt stehen Elisabeth Riegler, Sabrina Tratner, Jürgen Frömberg, Wolfgang Kugler und Bernd Sorcan vom Orga-Team im Eingangsbereich des evangelischen Gemeindezentrums. Was die Kukuk ausmacht? Da müssen die Fünf nicht lange überlegen. „Sie zeigt die Vielfalt der Kultur, die Kelheim hat“, sagt Elisabeth Riegler.
Mit Hammer und Meißel

Das Gemeindezentrum in der Ludwigstraße 2 zählt auch 2025 zu den Orten, die mit Live-Musik, Kunst und Kulinarik bespielt werden. Dann ist hier richtig was los. Im Innenhof sorgt die Band „Cadz“ mit Rock- und Popklassikern für Laune. Im ersten Obergeschoss stellt diesmal Elisabeth Riegler aus. Die Altmannsteinerin ist nicht nur Teil des Kukuk-Teams. Die 62-Jährige ist auch gelernte Bildhauerin. Sie zeigt kleinere Steinskulpturen sowie Fotos und einen Videoablauf, der nachvollziehbar macht, wie ihre Werke aus Jura- oder Sandstein mit Hammer und Meißel entstehen.
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Die Befreiungshalle, das Archäologische Museum, das Donau-Gymnasium mit der 51. Jahresausstellung der Gruppe Kunst und ein zweites Mal die Kulturkantine in der Donaustraße gehören ebenfalls zu den Veranstaltungsorten.
In imposanten Rundbau auf dem Michelsberg, wo für viele Besucher die Kukuk ihren Anfang nimmt, singen „ADdeluxe“. Das Frauenensemble besteht aus ehemaligen und aktiven Studentinnen der Hochschule für Kirchenmusik in Regensburg. Unter dem Titel „Ad cor“ präsentieren die Sängerinnen Eigenkompositionen, die sich mit den Themen Freiheit, Frieden und Herzenswärme auseinandersetzen. Vorstellungen sind um 18.30 sowie 19 bis 22 Uhr zur vollen Stunde.

Im Archäologischen Museum gibt es, inspiriert von der diesjährigen Sonderausstellung „WallArt: 50.000 Jahre Farbe an der Wand“, an der Museumswand eine Videoinstallation des Regensburger Medienkünstlers Antrilope (alias Clemens Rudolph). Ab 21.30 Uhr werde sie zu sehen sein, so Museumsleiter Bernd Sorcan. Zuletzt erwachte beim Relight Festival 2024 in Regensburg eine Gebäudefassade in der Ludwigstraße unter Rudolphs Regie zum Leben - mit überdimensionalen Augen und Armen. Ab 19 Uhr sorgt die Acoustic Company im Museum für Stimmung.
Vom Fleck weg bewährt
Die Kulturkantine habe sich 2024 vom Fleck weg als neue Kulturstätte bewährt, erinnert sich Jürgen Frömberg, der Vorsitzende der Gruppe Kunst. Der Verein Kaffee Kreativ und das Kelheimer Künsterler:innen Kollektiv Kwak animierten die Besucher – vom Kind bis zum 90-Jährigen –, bei Mitmach-Kunstwerken selbst kreativ zu werden.
Und die Menschen flanierten zwischen den drei Orten in der Altstadt hin und her. „An jeder Ecke standen Leute, die Abendstimmung war wirklich toll und die Altstadt voller Leben“, schwärmt Frömberg.
So wünscht es sich das Kukuk-Team auch für 2025. Die Kulturkantine soll erneut zur Kunst-Halte-Stelle werden. Kwak will wieder die Besucher einbinden und diesmal die Vielfalt der Menschen sichtbar machen, sagt Wolfgang Kugler. Mit einem Beamer sollen unter anderem Porträts an die Wand projiziert werden. Weshalb alle Interessierten bereits jetzt aufgerufen sind, Selfies von sich mit „Kelheim-Bezug“ zu mailen oder sich bei der Kukuk vor Ort fotografieren zu lassen.
Bernd Sorcan gefällt, dass inzwischen nicht nur viele Auswärtige kommen, sondern es auch viele ehemalige Kreisstädter „heim“ zieht. Es habe sich wohl herumgesprochen, dass sich dies lohne.
Bei all der Vorfreude bleibe ein Wermutstropfen, so die Anwesenden. Denn auch in diesem Jahr sei ein Partner der ersten Stunde, das Orgelmuseum nicht dabei (Anm. d. Red. wegen der ungeklärten Nutzungsfrage).

Eine andere Location mit langer Tradition ist das Donau-Gymnasium. Dort ist bereits ab 22. August die 51. Jahresschau der Gruppe Kunst zu sehen. Spätestens auf einen „Absacker“ landen die Kukuk-Besucher dort. „Contraphon“ spielen Jazziges und Rockiges. Bis Mitternacht ist geöffnet.
Bevor 2026 das 25-jährige Jubiläum ansteht, sind die Organisatoren gespannt, wie das Echo der Besucher diesmal sein wird. Denn ausnahmsweise fällt die Nacht nicht mit dem Gillamoos zusammen. „Dann haben auch Abensberger und andere Landkreis-Bürger Zeit, um nach Kelheim zu kommen“, so Sorcan.
Kelheim & Ich
• Termin: Freitag, 29. August, ab 18.15 Uhr (Befreiungshalle) bzw. 19 Uhr alle anderen Orte
• Ludwigsbahn: Zwischen 17.45 und 23.10 Uhr bringt die Ludwigsbahn die Gäste kostenlos von A nach B.
• Selfies: Jeder, der möchte, kann Teil der Aktion #kwakmich werden. Ab sofort mailen Interessierte ein Selfie von sich mit einem „Stück Kelheim“ an: kukuk@kaffeekreativ.bayern