Nach „Blow-up“ auf A93 nahe Bad Abbach: Gefahr lauert weiterhin auf Autofahrer

Die Fahrer kamen mit dem Schrecken davon, ihre Autos waren aber stark beschädigt: Aus der A93 nahe Bad Abbach (Landkreis /Pentling (Landkreis Regensburg) lösten sich plötzlich Betonteile, die Pkw ratterten darüber. Der betroffene Abschnitt ab Saalhaupt (Landkreis Kelheim) wird heuer saniert – bis dahin bleiben derartige Aufbrüche eine schwelende Gefahr.
Sogenannte „Blow-ups“ – wenn eine Fahrbahndecke jäh aufbricht – ereignen sich meist im Sommer, wenn große Hitze im Belag arbeitet. Im Juni 2013 starb durch einen solchen Vorfall ein 59-jähriger Motorradfahrer an der A93-Ausfahrt Abensberg, er krachte wegen des plötzlichen Hindernisses in die Leitplanke.
Solch dramatische Folgen blieben am Mittwoch, 19. Februar 2025, zwischen der Rastanlage Pentling und der Anschlussstelle Regensburg-Süd in Fahrtrichtung Hof glücklicherweise aus. Aber neun demolierte Autos waren gegen 8.15 Uhr die Bilanz des Aufbruchs.
Die Gefahren des elf Kilometer langen Abschnitts zwischen Saalhaupt (Landkreis Kelheim) und Regensburg-Süd sind lange bekannt. „Es handelt sich um eine Fahrbahn aus alten Betonplatten aus dem Jahr 1984. Ihre Lebensdauer ist schlicht am Ende“, erklärt Christoph Graebel, Projektsprecher für die A93-Sanierung bei der Autobahn Südbayern. Hitze, aber auch Kälte, Feuchtigkeit und Streumittel setzen dem Beton zu. „Die Schadstellen entwickeln sich schneller, als man kontrollieren kann.“
Nur 15 Minuten zuvor wurde die Stelle kontrolliert
Mehrmals täglich fahren Mitarbeiter der Autobahnmeisterei den gesamten Abschnitt ab. Und nur 15 Minuten vor dem Vorfall am Mittwoch wurde noch der Zustand an der späteren Unfallstelle geprüft. „Aber ein derartiger Aufbruch kündigt sich nicht an, das geschieht von einer Sekunde auf die andere“, so Graebel.
Laut Verkehrspolizei Regensburg meldeten sich mehrere Autofahrer und berichteten von Fahrzeugbeschädigungen durch herausgebrochene Betonteile. „Es war wohl auch ein größeres Stück darunter“, ergänzt Graebel. Am linken Rand der rechten Spur sei es zum Aufbruch gekommen. Verletzt wurde niemand. Der Gesamtschaden belief sich auf mehrere tausend Euro. Die Schadensregulierung läuft über die Autobahn Südbayern. „Ziemlich beschädigt“ waren die Autos, erklärt die Verkehrspolizei auf Nachfrage. Nach deren Kenntnisstand tat sich auch ein Loch auf. „Die Stelle wurde umgehend wieder repariert“, sagen Polizei und Graebel.
Autobahn-Sprecher: „Es kann wieder passieren“
Der Projektsprecher sagt unumwunden: „Es kann wieder passieren.“ Bis auf permanente Flickarbeiten an Schadstellen und das vorhandene Tempolimit 100 könne man wenig machen. „Wenn es tatsächlich mehr wird, könnten wir als letzte Maßnahme den Fahrstreifen sperren.“
Die Verkehrssicherheit sei aber gegeben, betont Graebel. „Aufmerksam fahren, nicht unbedingt die Höchstgeschwindigkeit ausreizen“, rät er allen Verkehrsteilnehmern. „Und vielleicht mal nicht ärgern, wenn gerade wieder eine Stelle repariert wird“, setzt Graebel hinzu.
Ab Mitte März läuft Sanierung an
Die gute Nachricht: In wenigen Wochen hat die potenzielle Gefahr zwischen Saalhaupt und Regensburg-Süd ein Ende. Mit dem Umbau der Verkehrsführung Mitte März beginnt die komplette Erneuerung des Teilstücks (wie es 2023 in der Gegenrichtung der Fall war). Der Verkehr verläuft dann ab Ende März einspurig in Richtung Regensburg/Weiden/Hof und auf zwei verengten Fahrstreifen in Richtung Holledau/München – alle drei Spuren auf der 2023 erneuerten Fahrbahndecke.
Die alte Betonautobahn zieht sich indes bis Elsendorf weiter. „In diesem Abschnitt ist die Sanierung nicht ganz so dringend. Der Grund liegt in der geringeren Verkehrsbelastung als rund um den Ballungsraum Regensburg. Die Fahrbahn hat nicht so gelitten“, erläutert Graebel. Die Planungen für das Teilstück von Saalhaupt bis Abensberg laufen bereits. „In welchem Jahr die Sanierung beginnt, kann ich noch nicht sagen.“
