Da rollt was auf Regensburg zu: Asphaltarbeiten sind erst der Anfang

Noch bis Mitte Oktober wird am Kreuz Regensburg gefräst und neu asphaltiert. Ab 2026 wird das Autobahnkreuz A3/A93 vollständig erneuert.
Graue Dunstschwaden hängen über der A3, während sich die Fräse dröhnend durch den alten Asphalt arbeitet. Für einen Moment übertönt sie das Rauschen der vorbeifahrenden Autos und Lastwagen. Hupen durchdringt die Nacht. „Das ist notwendig, damit der Lkw weiß, wann er wegfahren muss“, sagt Christoph Graebel, Projektsprecher der Autobahn Südbayern, in der Nacht zum Donnerstag.
Eine Verständigung zwischen Fräsen- und Lkw-Fahrer wäre sonst nicht möglich. Im Laufe der Nacht bringen 52 Lastwagen rund 1300 Tonnen des abgefrästen Belags in das Asphaltmischwerk nach Rosenhof.
Anschließend fegt eine Kehrmaschine die Fläche sauber, damit keine Reste zurückbleiben, die später Schäden am neuen Belag verursachen könnten. Dann rollen die Asphaltfertiger an, zuerst mit der Binderschicht, anschließend mit der Deckschicht. Beide werden verdichtet, bis am Morgen eine frisch asphaltierte Fahrbahn bereitsteht.
Asphalt hält 8 bis 15 Jahre
„Nach acht bis 15 Jahren muss der Asphalt erneuert werden“, erläutert Projektsprecher Graebel. Das hänge davon ab, wie stark die Strecke insbesondere durch schwere Lkws belastet wurde.
Die Asphalterneuerungen in den Überfahrtsbereichen zwischen der A3 und A93 werden noch bis Mitte Oktober andauern. Dafür sind wochentags zwischen 17 Uhr und sechs Uhr in der Früh einzelne Überfahrten zwischen der A3 und A93 gesperrt. „In den ersten zwei Stunden geht es darum, die relevanten Bereiche zu sperren“, sagt Graebel. Vergangene Nacht war das ein Fahrstreifen. „Das muss man auf der Autobahn zeitig durch Schilder ankündigen“, betont er.
Die Arbeiten werden als Nachtbaustellen durchgeführt, um den Berufsverkehr nicht zu behindern. „Gestern gab es Rückstau“, erinnert sich Graebel. Dieser wäre aber nicht so schlimm gewesen, wie erwartet. Beschwerden habe es trotzdem gegeben.
Während an einer Stelle noch der alte Asphalt abgefräst wird, bringen ein paar Meter weiter schon Arbeiter neue Fahrbahnmarkierungen auf. In den frühen Morgenstunden müssen die Beschilderungen dann abgenommen und die Sperrungen aufgehoben werden, damit der Berufsverkehr wieder über die A3 rollen kann. Rund 50 Arbeiter waren in dieser Nacht im Einsatz und es wurden fast 4000 Quadratmeter Asphalt erneuert.
Doch mit einer Nacht ist es längst nicht getan. Die Arbeiten am Asphalt sind nur die ersten Schritte hin zu einem Mammutprojekt: dem kompletten Neubau des Autobahnkreuzes Regensburg. Es dient als Knotenpunkt zwischen der A3 und A93 und wurde 1965 in Betrieb genommen.
Damit der Verkehr während der Bauzeit nicht zusammenbricht, ist eine komplizierte Logistik nötig. Ab Mitte 2026 soll zunächst eine Behelfsbrücke entstehen, über die der Verkehr teilweise umgeleitet werden kann. Denn tatsächlich führt die A3 hier nicht über eine einzige, sondern über vier Brücken – zwei für die Hauptfahrbahnen Richtung Nürnberg und Passau sowie zwei Parallelbrücken für den Wechsel auf die A93. Diese Bauwerke werden nacheinander abgebrochen und ersetzt.
Zu einer Vollsperrung des Kreuzes kommt es nicht, dafür werden die Hauptarbeiten aber voraussichtlich vier Jahre andauern. Dass der Neubau nicht schon früher begonnen wurde, hängt auch mit dem sechsspurigen Ausbau der A3 zwischen 2018 und 2024 zusammen. Zwei Großbaustellen gleichzeitig wären für den Verkehr kaum verkraftbar gewesen. „Man muss immer abwägen, wie viele Einschränkungen der Verkehr ertragen kann”, so Graebel.
Vorarbeiten in Kumpfmühl
„Es ist, als würde ich ein Haus abreißen und neu bauen, während ich darin wohne. Für ein warmes Schlafzimmer muss ich immer sorgen“, sagt der 44-Jährige. Es sei schließlich nicht möglich, die komplette Autobahn zu sperren, um auch tagsüber alles richten zu können.
Auch weitere Vorbereitungen für den Neubau des Autobahnkreuzes starten bald in Regensburg. So sollen Erkundungsbohrungen im Bereich der Anschlussstelle Regensburg-Kumpfmühl stattfinden. Die A93 wird dort über zwei Unterführungen geführt. Einmal über die städtische Dürerstraße, zum anderen über die Rampen zur Richtungsfahrbahn München/Holledau. Beide Bauwerke sind sanierungsbedürftig und sollen parallel zum Autobahnkreuz erneuert werden.
