Jahnstadion Regensburg: Trotz „Rekordjahren“ explodiert das Defizit – Wie geht es weiter?

Von Jonas Raab · 19. November 2025 um 15:00

Die Formkurve zeigt nach oben. Beim SSV Jahn Regensburg, der doch noch gewinnen kann. Und beim Jahnstadion, zumindest was das Geschäft mit Veranstaltungen betrifft. Trotzdem rutscht die Arena weiter in die roten Zahlen.

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Nichts beeinflusst die wirtschaftliche Situation des Jahnstadion Regensburg mehr als der sportliche Erfolg des Jahn – und der hat nach dem Abstieg aus dem Unterhaus bekanntlich auch in Liga drei zu kämpfen. Was das für die Arena-Finanzen bedeutet, ist am Donnerstag Thema im Stadtrat.

Für 2025 erwartet die Stadt einen Fehlbetrag von 2,96 Millionen Euro. Der größte Teil davon ist dem Kapitaldienst mit Schuldentilgung und Abschreibungen zuzuordnen und damit nicht beeinflussbar. Das tatsächliche Defizit aus dem laufenden Betrieb wird laut Beschlussvorlage voraussichtlich 770.000 Euro betragen. Zum Vergleich: 2024 waren es 854.000 Euro.

Stadtwerk sehr zufrieden mit Veranstaltungen im Jahnstadion Regensburg

Das Jahnstadion ist mehr als nur Spielstätte. Die Arena an der A3 beherbergt täglich Veranstaltungen: Kongresse, Feiern, Messen oder Betriebsversammlungen. Mit dem Geschäft ist das Stadtwerk als Stadionbetreiber sehr zufrieden. „Wir sehen schon heute, dass das Jahr 2025 im Bereich der Drittveranstaltungen in Sachen Umsatz ein Rekordjahr darstellen wird“, sagt Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk. Schon im Oktober habe man das Vorjahresergebnis (damals ebenfalls „Rekordjahr“) übertroffen. „Der Blick in die Zukunft ist ebenfalls von Optimismus geprägt.“ Gottschalk freut sich über eine „anhaltend hohe Buchungsnachfrage“. Das sei von „enormer“ Bedeutung, da die Mieteinnahmen in der 3. Liga deutlich niedriger seien als in der 2. Bundesliga.

Wie viel die Ligazugehörigkeit des SSV Jahn Regensburg ausmacht, ist den Planungen für das kommende Jahr zu entnehmen. Die Stadt rechnet mit einem Jahresverlust von 3,99 Millionen Euro und beziffert das tatsächliche Defizit aus dem laufenden Betrieb mit 1,68 Millionen Euro. „Wäre der Hauptmieter dagegen sportlich noch in der 2. Liga aktiv, ergäbe sich für 2026 ein laufendes Defizit von voraussichtlich nur 0,98 Mio. Euro“, heißt es im Vorbericht für den Wirtschaftsplan.

Ein Abstieg in die Regionalliga würde das Jahresergebnis des Regiebetriebs Arena voraussichtlich mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag zusätzlich belasten.Juliane von Roenne-Styra, Stadtsprecherin

Rund 700.000 Euro hat der Abstieg in die 3. Liga die Stadt also gekostet. In den Folgejahren schlägt ein Nicht-Aufstieg Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra zufolge sogar mit rund 850.000 Euro zu Buche. Und der Worst-Case? „Ein Abstieg in die Regionalliga würde das Jahresergebnis des Regiebetriebs Arena voraussichtlich mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag zusätzlich belasten“, sagt von Roenne-Styra.

Laut Wirtschaftsplan steigen die Aufwendungen für den Betrieb 2026 signifikant an – auch, weil die blasse Fassade des Stadions, um die derzeit vor Gericht gestritten wird, neu gestrichen werden soll. Für die Instandsetzung der Trapezbleche sind im Jahr 2026 440.000 Euro und im Jahr 2027 weitere 410.000 Euro vorgesehen. Die Stadt geht Roenne-Styra zufolge davon aus, „dass diese Kosten im Zuge der gegenwärtigen gerichtlichen Auseinandersetzung in der Sache dem Regiebetrieb Arena in voller Höhe ersetzt werden“.

Rechtsstreit um blasse Fassade am Jahnstadion Regensburg geht weiter

Im Mai hatte das Landgericht der Stadt Schadensersatz in Höhe von 440.000 Euro zugesprochen. „Bekanntlich wurde unserer Klage in erster Instanz vollumfänglich stattgegeben. Somit wurde uns Recht gegeben, dass ein Baumangel vorliegt“, sagt Gottschalk dazu. Doch die Gegenpartei hat Berufung eingelegt; der Rechtsstreit verläuft in der nächsten Instanz am Oberlandesgericht Nürnberg. Darüber, ob die Fassade 2026 neu gestrichen wird, könne daher derzeit keine Aussage getroffen werden, sagt Gottschalk.

Das gilt auch für die Installation einer PV-Anlage auf dem Stadiondach, für die knapp 1,7 Millionen Euro in den kommenden beiden Jahren veranschlagt sind. Wann das Projekt umgesetzt wird, ist unklar – laut Gottschalk ebenfalls wegen des laufenden Fassaden-Streits.