Wer kommt? Wer geht? Auf den Abstieg folgt beim SSV Jahn Regensburg ein Umbruch

Von Felix Kronawitter · 16. Mai 2025 um 13:45

Wer geht, wer kommt? Das interessiert die Anhänger des Noch-Fußball-Zweitligisten SSV Regensburg aktuell mehr als die abschließende Partie am Sonntag in Darmstadt. Nach einem Jahr geht es wieder zurück in die 3. Liga für die Oberpfälzer. Wie viele Akteure aus dem aktuellen Team bleiben erhalten? Welche Verstärkungen kommen hinzu? Fragen über Fragen.

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„Mit den Leihspielern, die zurückkommen, haben mehr als zehn Spieler einen gültigen Vertrag für die 3. Liga“, hatte Sportchef Achim Beierlorzer bereits vor Wochen in einem Interview mit der Mittelbayerischen aufgezeigt und betont: „Es wird keinen solch großen Umbruch geben, so wie wir es 2023 hatten. Trotz alledem wissen wir, dass im Falle eines Abstiegs, auch der eine oder andere Spieler, der einen gültigen Vertrag hätte, in der 2. Liga bleiben möchte.“ Dass die Regensburger nicht alle halten können, die eigentlich gebunden wären, das könnte zum Beispiel auf Christian Kühlwetter zutreffen. Der Routinier hatte nach dem 2:2 gegen den KSC in der Mixed Zone verraten, dass er auch nach dem Abstieg noch einen gültigen Vertrag in Regensburg hat, er ist ligenunabhängig bis Ende Juni 2026 gebunden.

Jeder weiß, dass ich mich hier wohlfühle, aber man muss ja trotzdem gucken, welcher Trainer kommt.

Jahn-Defensivmann Rasim Bulic

Auch Rasim Bulic äußerte sich nach dem letzten Heimspiel zu seiner Zukunft. Für ihn sei auch wichtig zu wissen, wer neuer Trainer werde, erklärte er. Es habe noch keine Gespräche gegeben. „Jeder weiß, dass ich mich hier wohlfühle und ich, glaube ich, auch eine wichtige Person hier bin, würde ich sagen, aber man muss ja trotzdem gucken, welcher Trainer kommt. Passt das? Was machen wir? Was ist der Plan?“

Rasim Bulic will vor einer Zukunftsentscheidung warten, wer kommende Saison beim Jahn Trainer ist. - Foto: Andreas Nickl
Christian Kühlwetter (r.) hat noch einen gültigen Vertrag bis 2026. Ein Verbleib ist dennoch offen. - Foto: Andreas Nickl
Youngster Leopold Wurm (r.) wird von prominenten Klubs wie dem HSV, Hannover 96 oder Schalke 04 umworben. - Foto: Andreas Nickl

Laut Transfermarkt laufen rund 20 Verträge zum Saisonende aus. Darunter befinden sich unter anderem folgende Akteure: Andreas Geipl, Bryan Hein, Noah Ganaus, Rasim Bulic, Tim Handwerker, Frederic Ananou, Christian Viet, Eric Hottmann, Florian Ballas, Oscar Schönfelder oder auch Elias Huth. Und auch die Eigengewächse Jonas Bauer und Max Meyer. Die Leihspieler Sargis Adamyan und Anssi Suhonen natürlich auch.

Festzuhalten gilt es aber, dass etwaige Klauseln nicht bekannt sind. Der eine oder andere Kontrakt kann sich bereits automatisch verlängert haben. Geipl hat im Interview mit der Mittelbayerischen klar betont, dass er bleiben möchte. Dem Jahn die Treue halten dürfte sehr wahrscheinlich auch Julian Pollersbeck. Der Torhüter, der im Endspurt zur Nummer eins aufgestiegen ist, ist ligenunabhängig gebunden.

Was passiert zwischen den Pfosten?

Bei Felix Gebhardt ist fraglich, ob er bleibt. Die Absetzung als Stammkeeper hat dem Keeper verständlicherweise gar nicht geschmeckt. Louis Breunig und Robin Ziegele sind bis 2027 gebunden. Während bei Breunig nicht bekannt ist, ob das auch für die 3. Liga gilt, steht fest, dass Ziegele bleibt. Im Januar war die ligenunabhängige Verlängerung seines Kontraktes kommuniziert worden. Und was wird aus dem umworbenen Leopold Wurm? Prominente Klubs wie der Bundesliga-Rückkehrer Hamburger SV oder die Zweitligisten Hannover 96 und Schalke 04 sollen ihre Fühler ausgestreckt haben.

Bis 2026 sind weiter noch Benedikt Saller, Nico Ochojski, Sebastian Ernst, Kai Pröger und Dejan Galjen sowie die verliehenen Noel Eichinger, Jannik Graf und Kelvin Onuigwe gebunden. Pröger und Ernst auch für die 3. Liga? Letztgenannter hat keinen gültigen Drittliga-Vertrag, wie die MZ erfahren hat. Pröger? Das ist unbekannt, letztlich aber unwahrscheinlich.

Dave Gnaase, aktuell in Osnabrück unter Vertrag, ist als potenzieller Neuzugang im Gespräch. - Foto: Imago

Feststeht aber, dass das Jahn-Team wohl rund ein Dutzend neue Gesichter bekommen könnte. Die Gerüchteküche brodelt. Wie der Mittelbayerischen zugetragen worden ist, sollen die Regensburger ihre Fühler nach Dave Gnaase ausstrecken. Der Vertrag des 28-Jährigen beim Drittligisten Osnabrück läuft aus. Gnaase ist im zentralen Mittelfeld daheim – und ein erfahrener Mann. 40 Zweitliga- und 195 Drittliga-Einsätze sprechen eine deutliche Sprache. Der Mittelfeldmann war vor Osnabrück für Saarbrücken, Uerdingen, Würzburg und Heidenheim im Einsatz.

Keine Ziereis-Rückkehr

Einen prominenten Rückkehrer wird es derweil nicht geben. Philipp Ziereis bricht seine Zelte im oberösterreichischen Linz nach dieser Saison zwar ab, ihn wird es aber nicht die Donau entlang zurück nach Regensburg ziehen. „Zu den Gerüchten, die man so liest, kann ich nur sagen: Das stimmt nicht. Ich habe sportlich weiterhin die allerhöchsten Ziele, ich bin topfit und habe die letzten drei Jahre nahezu durchgespielt“, wird er in österreichischen Medienberichten zitiert.

Ich werde sicher nicht in die Heimat gehen und meine Karriere ausklingen lassen.

Philipp Ziereis über eine Rückkehr nach Regensburg

„Ich bin in einem Alter, in dem man als Innenverteidiger noch mehrere Jahre spielen kann. Ich werde sicher nicht in die Heimat gehen und meine Karriere ausklingen lassen."Der Mann, der aus Schwarzhofen im Landkreis Schwandorf stammt, wäre eine große Verstärkung gewesen, die 3.Liga ist aber mindestens eine Etage zu niedrig für ihn.

Philipp Ziereis wird LASK Linz verlassen - aber nicht gen Heimat. - Foto: Imago