Jahnstadion Regensburg wird zehn Jahre alt: „Eine mutige und richtige Entscheidung“

Von Jürgen Scharf · 7. April 2025 um 17:33

Das Jahnstadion Regensburg wird zehn Jahre alt, das Stadtwerk wird 50 und der Sportpark Ost macht im Juli auf: Das alles wird gefeiert.

Das Stadtwerk und das Jahnstadion können gemeinsam feiern. Das eine wird heuer 50, das andere zehn Jahre alt. Und natürlich gibt es zu den runden Geburtstagen ein Party-Programm, das es in sich hat, wie auch Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer findet: „Das wird ein aufregendes Jahr“, sagt sie.

Die öffentlichen Bäder, der ÖPNV, die Parkplätze, die Parkhäuser und vieles mehr – das Stadtwerk sorge seit nunmehr einem halben Jahrhundert „für wichtige Infrastrukturleistungen und Lebensqualität“, wie Maltz-Schwarzfischer bei der Vorstellung des Geburtstagsprogramms sagte.

„Wichtiger Standortfaktor“

Sie freut sich nach eigener Aussage auch sehr über das Jubiläum des Jahnstadions. Dieses sei etwas anderes als das Stadtwerk, meint sie, es gehöre nicht unbedingt zur Daseinsvorsorge, es sei keine Pflichtaufgabe einer Kommune. Es sei aber ein „wichtiger weicher Standortfaktor, und unter diesen sicher einer der härteren“.

Ein Fußballstadion sei eines der Dinge, „die eine Stadt bieten kann, um die Lebensqualität zu steigern und um konkurrenzfähig gegenüber anderen Standorten zu sein“. Sie wisse zwar, dass viele Fußball-Fans dem alten Stadion an der Prüfeninger Straße sehr verbunden gewesen seien, „aber es war mit Sicherheit nicht mehr zeitgemäß“. Insofern sei es einst die richtige Entscheidung gewesen, ein neues zu bauen, zumal es wie erhofft auch ein „gefragter und gut gebuchter Ort“ für weitere Veranstaltungen geworden sei. Dies reiche von Autoposer-Treffen auf den Parkplätzen bis zu Unternehmer-Messen in den Innenräumen. Zudem gebe es in der Arena auch Spiele von Nationalmannschaften oder Veranstaltungen des Vereins Bananenflanke. „Es ist nicht ein Stadion des SSV Jahn, sondern eines für den Jahn und zudem viele andere“, sagt die Oberbürgermeisterin.

Stadtwerk-Chef Manfred Koller sieht es genauso. „Der Stadtrat hat damals eine mutige Entscheidung getroffen, aber es war auch eine eindeutig richtige.“ Dies könne jetzt, nach zehn Jahren, auch sehr gut beurteilt werden, findet er. Seit der Eröffnung fanden in der Arena 193 Fußballspiele statt. Zudem gab es auf dem Areal 2726 andere Veranstaltungen. „Insgesamt waren 1,9 Millionen Menschen hier im Haus“, erzählt Koller. Etwa 1,6 Millionen beim Fußball, der Rest bei den anderen Veranstaltungen.

Nun gibt es also das Doppeljubiläum. Zum krönenden Abschluss des Party-Jahres findet am 28. Dezember in der Donau-Arena eine große Eisgala statt, bei der laut Koller auch zahlreiche Welt- und Olympiasieger auftreten werden. Die Feiertage beginnen aber schon im Mai mit Führungen im historischen Stadtlagerhaus. Danach gibt es unter anderem Aktionstage im West- und im Wöhrdbad oder einen Infotag zum E-Carsharing am Busbahnhof. Übrigens mit großer Cocktailbar – die Drinks werden allerdings alkoholfrei sein.

Ein großes Datum für das Stadtwerk ist mitten im Jubiläumsjahr auch der 28. Juli. Wie Koller bekannt gab, wird dann der Sportpark Ost in der Zeißstraße mit einem Hallenbad und einer Leichtathletiktrainingshalle eröffnet. Bereits am 29. Juli soll der reguläre Betrieb starten. Am 3. August gibt es einen Tag der offenen Tür.

Freuen sich über das Geburtstagsprogramm (v. li.): Stadtwerk-Chef Manfred Koller, Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Mathis Broelmann (Stadtwerk) und Pascal Zurbriggen (Jahnstadion) - Foto: Scharf

Der Sportpark Ost sei „eines der größten Bauwerke, die wir zurzeit in der Stadt haben“, sagt Koller. Der Zeit- und auch der Kostenplan von 55 Millionen Euro hätten eingehalten werden können: „Und da können wir, glaube ich, auch ein bisserl stolz drauf sein.“ Das Hallenbad in der Gabelsberger Straße wird im Gegenzug am 22. Juni geschlossen: „Nicht, weil wir es aufgeben wollen“, sagt Koller, sondern, um es zu sanieren.

Ein großes Jubiläumsprogramm ist auch für den runden Geburtstag des Jahnstadions geplant. Am 11. Juli geht es mit einer von den Bachata-Ladies aus Regensburg gestalteten Salsa-Party los. Danach gibt es unter anderem ein Schafkopfturnier, Fitness-Aktionen, Tribünenkonzerte, einen Sportbasar, einen Familientag, eine Blutspendeaktion und ein Jubiläumsdinner.

„Machen viel davon selbst“

Tief in die Tasche greifen Stadtwerk und Jahnstadion für das Festprogramm übrigens offenbar ganz bewusst nicht. Das Gesamtbudget für alle Veranstaltungen soll am Ende 30 000 Euro nicht übersteigen, sagt Koller. Die Kosten in diesem sehr überschaubaren Bereich zu halten, sei möglich, „weil wir sehr viel davon selbst machen“. Auch die Eisgala, zu der internationale Stars erwartet werden, sprenge den Finanzrahmen nicht. Hier setzt das Stadtwerk seinem Sprecher Martin Gottschalk zufolge auf Sponsoren, „um annähernd eine schwarze Null zu erzielen“. Es sollen auch die Ticketpreise niedrig gehalten werden, „um möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit zu geben, dabei zu sein“.

Angesichts dieser Planung wird die Betriebskostenbilanz des Jahnstadions, welche über die zehn Jahre meist ein Defizit im mittleren bis höheren sechsstelligen Bereich aufwies, nur miminal weiter belastet. Dass hier jedes Jahr von der öffentlichen Hand noch etwas zugeschossen werden muss, ist Maltz-Schwarzfischer zufolge übrigens vertretbar. Die Bilanz hänge zum einen stark von der Ligazugehörigkeit des SSV Jahn ab. Dies könne die Stadt nicht beeinflussen. Zum anderen sei es wegen der großen Bedeutung des Stadions als Standortfaktor Maltz-Schwarzfischer zufolge aber „auch gerechtfertigt, es mit einem Defizit zu betreiben. Dieses darf aber nicht in den Himmel steigen“.