Jahn Regensburg verlängert den Mietvertrag mit der Stadt – Zuständigkeiten verändert

Der SSV Jahn Regensburg verlängert nach Informationen der Mediengruppe Bayern den Mietvertrag mit der Stadt beziehungsweise dem Regiebetrieb des Jahnstadions. Doch im Hintergrund gibt es eine spannende Beamten-Personalie.
Das Jahnstadion hat einen neuen Mieter: Es ist der alte. Der SSV Jahn und die Stadt beziehungsweise der Regiebetrieb des Jahnstadions sind sich auch für die kommenden fünf Jahre einig geworden. „Der Mietvertrag wurde mittels eines Nachtrags bis zum 30. Juni 2030 verlängert“, teilte eine Sprecherin mit. Konkret wurde man nicht, was nun neu geregelt oder nachjustiert wurde. Nur so viel: „Neben einer Reihe von Konkretisierungen und Detailanpassungen vor allem im Bereich der Betriebskosten wurden die 2015 vereinbarten Nutzungsentgelte für das Stadion den aktuellen Gegebenheiten angepasst“, so die Sprecherin. Darüber hinaus wurden die Vermarktungsnebenrechte aus dem Namensrecht des Stadions für die neue Vertragslaufzeit fortgeschrieben, heißt es weiter.
Jahnfans, aber auch viele Regensburger werden sich erinnern: Lange hieß das Stadion ja Continental-Arena. Eigentlich wollte der Autozulieferer den Vertrag auch verlängern, aber 2019 platzte ein bereits ausgehandelter Vertrag auf den letzten Metern.
Conti hätte dem Vernehmen nach 500000 Euro im Jahr für die Namensrechte zahlen sollen. Als klar wurde, dass sich kein Sponsor findet, übernahm der Jahn – und ließ über den Namen abstimmen. Mit 80 Prozent votierten etwa 27000 Regensburger sowie Mitglieder des Jahn aus der Region für den pragmatischen Namen Jahn-stadion.
Doch dann dauerte es einige Zeit, bis der Schriftzug mit dem Namen auch angebracht war. Genauer gesagt ein Jahr lang. Damals zeichnete noch ein Spitzenbeamter namens Maximilian Mittermaier verantwortlich, der Amtsleiter der Stadtkämmerei. Mittermaier war einst Referent unter Oberbürgermeister Hans Schaidinger, dessen Nachfolger Joachim Wolbergs machte ihn zum Amtsleiter für Europaangelegenheiten, eher ein Abstellgleis. Als Leiter der Kämmerei war Mittermaier aber Kaufmännischer Betriebsleiter der Arena.
Das hat sich nun geändert. Ab 1. Juli wird der Betrieb des Stadions direkt von Finanzreferent Prof. Georg Barfuß verantwortet. Die Personalie sorgte für einiges Erstaunen nicht nur in Jahn-Kreisen. Die Stadt liefert dafür eine möglichst unscheinbare Erklärung: „Hintergrund ist ein bereits im letzten Jahr vollzogener Wechsel bei der Zuständigkeit der Profi-Sportvereine.“ Weil diese Wirtschaftsunternehmen seien, ist nun die Wirtschaftsförderung zuständig – „somit betreut das Amt für Wirtschaftsförderung nun auch zum Beispiel den SSV Jahn“, so eine Sprecherin.
Regensburgs Finanzreferent hat „Zugriff auf alle relevanten Akteure“
Da die kaufmännische Abwicklung des Regiebetriebs aber in der Kämmerei läuft und eine „Überkreuz-Verantwortlichkeit“ (O-Ton Stadt) zwischen den Ämtern Wirtschaftsförderung und Kämmerei vermieden werden sollte, „wurde gleich Herr Prof.Barfuß in die Verantwortung gehoben“. Beide Ämter obliegen seiner Referatsverantwortung und somit habe er ohnehin Zugriff auf alle relevanten Akteure, schließt die Stadt. Im Juni wurden die letzten Zahlen für das Stadion im Stadtrat präsentiert. 2,4 Millionen Euro Defizit machte der Betrieb des Jahnstadions da noch aus – allerdings waren das Zahlen für 2021, als Corona auch den Fußball lahmlegte.