Klausensee: Hotel-Investor sichert Schwandorfer Räten weitere Umweltprüfungen zu

Von Jan Lange · 26. März 2024 um 15:00

Das geplante Hotel und Feriendorf am Klausensee hat in den vergangenen Wochen auch Umweltschützer auf den Plan gerufen. Im jüngsten Bauausschuss wurde die Umweltproblematik erneut thematisiert.

Es war nicht die erste Kritik dieser Art: Vor einigen Wochen hatte der Landesverband für Vogel- und Naturschutz (LBV) die Baumfällungen am nordwestlichen Ufer, wo das Feriendorf entstehen soll, beanstandet. Dadurch seien aus seiner Sicht Lebensräume seltener Vögel und Tiere zerstört worden. In der März-Stadtratssitzung wurde bemängelt, dass keine Umweltprüfungen stattgefunden hätten.

Aus mehreren Fraktionen gab es auch im Bauausschuss dazu Fragen. Die 3. Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne) wollte beispielsweise wissen, wann und über welchen Zeitraum eine Begutachtung stattgefunden habe und wo die Ergebnisse eingesehen werden könnten. Laut Rupert Atzberger von der AIM Projekt 50 GmbH habe ein Gutachter das Areal begangen und bewertet. Dabei seien weder die streng geschützte Zauneidechse, noch der seltene Grauspecht oder Fledermäuse entdeckt worden.

Eidechse auf Gelände gesichtet

Spaziergänger hatten im Februar auf der künftigen Feriendorf-Fläche eine Eidechse entdeckt, bei der es sich möglicherweise um eine Zauneidechse gehandelt haben könnte. Experten hatten aber auch darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine nicht so streng geschützte Waldeidechse gehandelt haben könnte, deren Weibchen der Zauneidechse sehr ähnlich seien. Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde hatten daraufhin das Gelände begutachtet.

Mit der Unteren Naturschutzbehörde stehe man in Austausch, erklärte Atzberger im Bauausschuss. In Deutschland gebe es nach seinen Worten drei Experten, die eine Zauneidechse von einer Waldeidechse unterscheiden könnten. Sollte tatsächlich noch ein Exemplar dieser seltenen Tierart entdeckt werden, gebe es bereits einen Plan, wie sie umgesiedelt werden könne.

Im April und Mai, wenn die Temperaturen etwas höher sind, sollen weitere Begutachtungen stattfinden, die dokumentiert und mit der Umweltbehörde abgestimmt werden, sicherte der Projektleiter zu.

Bei den bisherigen Prüfungen sei auch kein Biotop festgestellt worden, sagte Atzberger. „Sonst könnte man im Sommer hier auch nicht baden und parken“, meinte er ergänzend.

Laut Umweltatlas gibt es geschützte Flächen

Die Frage nach möglichen Biotopen, die berührt werden, war erstmals in der Stadtratssitzung aufgekommen. Die Aussage des Investors scheint nicht ganz richtig zu sein. Laut dem Umweltatlas Bayern befinden sich sowohl die Liegewiesen und der Parkplatz des Strandbades Klausensee in einem Biotop. Demnach fallen 30 Prozent der Fläche unter den Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, in dessen Paragraph 30 die gesetzlich geschützten Biotope geregelt sind. Zudem gibt es laut dem Umweltatlas geschützte Flächenanteile nach dem Paragraphen 39, der den allgemeinen Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen regelt. Die Daten wurden bereits im September 2014 erhoben.

Die Natur am Klausensee sei das Kapital für die künftigen Hotelbetreiber, betonte Atzberger. Man werde deshalb schauen, dass man mit der Natur baue, sicherte er den Stadträten zu.