Großprojekt in Schwandorf geplant: Hotel und Ferienhäuser sollen am Klausensee entstehen

Im Gegensatz zum Steinberger oder Murnersee geht es am Klausensee ruhiger zu. Wasserratten finden dort alles für einen gemütlichen Badetag. Daran soll sich auch künftig nichts ändern. Und dennoch ist eine Aufwertung des Klausensees geplant.
Bereits im Frühjahr 2022 waren Pläne öffentlich geworden, am Nordufer ein Hotel und Ferienhäuser zu errichten. Damals war von einem Baubeginn im Jahr 2023 die Rede. Bisher sind aber noch keine Bauarbeiter zugange.
„Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen“, erklärt Projektleiter Rupert Atzberger von der AIM-Gruppe aus Passau. Es seien einige Änderungen erforderlich gewesen, die Zeit in Anspruch genommen hätten, begründet er die Verzögerung. Um die Planungen den Gegebenheiten anzupassen, werde es nach seinen Worten noch eine Weile dauern. Atzberger rechnet damit, dass in vier oder fünf Wochen etwas Vorzeigbares vorliege. Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) bestätigt, dass es mehrere Gespräche mit dem Investor gab. Mit einer Bewertung der Pläne hält sich der Rathauschef zurück, da sie derzeit noch angepasst werden. Sie sollten aber so naturverträglich wie möglich sein.
Herberge mit 94 Zimmern
Dem kommen die bisherigen Vorstellungen des Investors entgegen. Das geplante Hotel mit seinen 94 Zimmern soll demnach in moderner, nachhaltiger Holzbauweise errichtet werden, erklärt Atzberger. Für die Umsetzung werde ein Unternehmen aus der Region sorgen, verspricht er. Die Bauzeit werde durch die verwendeten Materialien erheblich kürzer sein als bei einer herkömmlichen Bauweise, sieht Atzberger einen großen Vorteil.
Als Ergänzung zum See sollen in dem Hotel ein Restaurant und Café, eine Gesundheits- und Vital-Therme sowie Sauna und ein Fitnessbereich entstehen.
Ein Betreiber für das neue Naturbad Ressort Klausensee gibt es bereits: die interSPA aus Stuttgart. Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen der AIM-Gruppe. Die erfahrene interSPA-Gruppe aus Stuttgart, die seit 1996 am Markt aktiv ist und mittlerweile über 700 Angestellte hat, werde das gesamte Projekt betreiben, kündigt Atzberger an.
Die Gesellschaft ist nach seiner Darstellung spezialisiert auf das Betreiben von Hotels und Erlebnisbädern in ganz Deutschland. Die interSPA-Gruppe sei nach Schwierigkeiten während der Corona-Pandemie jetzt kräftig auf Expansionskurs. Die Firma habe unter anderem Standorte in Wismar, Bad Liebenwerda, Sonthofen, Backnang, Stuttgart, Schwerin und Bad Sachsa. Neben dem Klausensee am südlichen Ortsrand von Schwandorf werden weitere Standorte dazukommen, blickt Atzberger in die Zukunft.
Am liebsten wäre dem Investor, wenn der Bau im ersten Quartal 2024 starten könnte. Ziel sei es, Ende 2024 den Betrieb in dem neuen Hotel aufzunehmen. Dieser Zeitplan sei aber von der Erteilung der Baugenehmigung abhängig.
An alte Konzepte anknüpfen
Das Hotel stellt den ersten Bauabschnitt des Gesamtprojektes dar. Es soll unabhängig von den ebenfalls geplanten Ferienhäusern in Betrieb gehen. Zu den Ferienhäusern gebe es momentan noch Abstimmungen mit der Stadtverwaltung. Deshalb kann Rupert Atzberger noch nichts zu deren Anzahl sagen. Vorgesehen seien daneben weitere Freizeitangebote, über die ebenfalls noch der Abstimmungsprozess mit den zuständigen Behörden laufe.
Mit ihren Ideen knüpft die AIM-Gruppe an Pläne von vor 35 Jahren an. 1988 hatten Stadtverwaltung und Stadtrat das sogenannte Sondergebiet Ferienhäuser Klausensee planerisch auf den Weg gebracht. Dieser Bebauungsplan sei zwar rechtskräftig, erklärt Atzberger, aber nicht mehr zeitgemäß. Deshalb seien umfangreiche Abstimmungen mit der Stadt notwendig gewesen.
Unabhängig davon, wie die endgültigen Pläne aussehen, ist eines klar: Die Seeklause muss weichen. An ihrer Stelle soll das Hotel errichtet werden, rechts davon die Ferienhäuser. Baden im Klausensee soll aber weiterhin möglich sein – nicht nur für die Hotelgäste, verspricht der Investor. Für die Badegäste von außerhalb soll es auch – so wie jetzt – ein gastronomisches Angebot geben.
Das Areal des benachbarten Schwandorfer Segel- und Surfclubs sei laut Atzberger nicht betroffen. Denn dieses Grundstück hatte die AIM-Gruppe 2021 nicht erworben.