Vergewaltigung im Donaupark: Offenbart Handy des Angeklagten (34) Täterwissen?

Eine Google-Suche wirft neue Fragen auf: Warum der angeklagte Altenpfleger ein Detail der Tat vom November 2020 recherchierte, konnte er im Prozess am Landgericht in Regensburg nicht erklären.
Im Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger vom Donaupark sollen womöglich am Freitag die Plädoyers gehalten werden. Der 34-jährige Angeklagte soll im Herbst 2020 regelrecht Jagd auf junge Frauen in Regensburg gemacht haben. Eine damals 27-Jährige wurde laut der Anklage am 2. November im Westen der Stadt vergewaltigt. Zudem soll der Mann versucht haben, eine 17-Jährige in Prüfening zu vergewaltigen. Das alles bestreitet der Mann – nun werfen Handyauswertungen aber neue Fragen auf. Antworten darauf hatte der 34-Jährige keine.
Kripo in Regensburg sah früh Parallelen in Fällen
Mehr als zwei Jahre und zwei Monate blieb der Mann, der eine Jugendliche und vier junge Frauen belästigt und vergewaltigt haben soll, ein Unbekannter. Ab Ende Oktober 2020 war es mitten in Regensburg zu einer Serie von Übergriffen gekommen. Früh hatte die Kripo dabei einen weiteren Fall im Visier: Details zur Tat und Ähnlichkeiten bei Täterbeschreibungen ließen den Schluss zu, dass der Angreifer schon im Mai 2019 zugeschlagen haben könnte. Immer waren die Opfer abends angesprochen, bedroht und auch bedrängt worden.
Der Durchbruch gelang erst Anfang 2023: Am 5. Januar meldete das LKA einen DNA-Treffer. Tags darauf wurde der 34-Jährige, der seit 1. September in Regensburg vor Gericht steht, in Arnstadt (Thüringen) verhaftet. Der Zugriff erfolgte in einer Klinik, wo der Mann als Altenpfleger arbeitet. Wie im Prozess bekannt wurde, studierte er in Madagaskar zwei Semester Jura, ehe er 2013 nach Deutschland kam. Zur Tatzeit lebte der Vater von mittlerweile zwei Kindern mit der Lebensgefährtin in Regensburg und zog dann in den Ilm-Kreis.
Auch dort nutzte er offenbar intensiv sein iPhone, wie ein IT-Spezialist gestern erläuterte. Bei der Auswertung stieß der Forensiker auf Google-Suchen nach Vergewaltigung, Regensburg und auch Donaupark. Dabei hielt sich der Mann wohl auf Nachrichtenportalen in der Region auf dem Laufenden. Zudem googelte er nach Strafen für Vergewaltiger, spezialisierten Anwälten sowie DNA-Tests und wie man sich selbigen entziehen kann. Ein Punkt stach aber heraus: Wie lange DNA im Mund bleibt, lautete eine der Suchen auf Französisch.
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Warum der 34-Jährige gerade zu DNA-Spuren im Mund suchte, wollte das Gericht daher genauer wissen. Denn das ist eine direkte Parallele zu einem der Fälle in Regensburg: Bei der Tat vom November 2020 im Donaupark wurde Sperma im Mund des Opfers gesichert. Das Opfer dieses Übergriffs sagte als einzige nichtöffentlich aus. Offenbart diese Google-Suche also Täterwissen? Auch eine weitere Recherche ließe diesen Schluss zu: „Wie viel Zeit im Gefängnis für Vergewaltigung und sexuelle Belästigung mit Waffe“ wurde gesucht. Also exakt die Taten, die dem Angeklagten nun laut Anklage zur Last liegen.
Alibis des Mannes bestätigten sich bisher nicht
„Ich kann es nicht erklären“, sagte der 34-Jährige auf intensive Fragen von Vorsitzendem Richter Thomas Zenger. Selbiges hatte der Mann zu Prozessbeginn erklärt, als er nach der Herkunft von DNA befragt wurde. Denn sein genetischer Fingerabdruck war nicht nur am Opfer vom Donaupark, sondern auch auf einem Messer in Tatortnähe zu dem Übergriff in Prüfening gefunden worden. Beide Spuren führten direkt zu dem Angeklagten – doch der bestreitet vehement, die Taten begangen zu haben. Seine dabei angeführten Alibis bestätigten sich jedoch bisher nicht.
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Wie Zenger ankündigte, soll am Freitag der letzte Zeuge gehört und danach bereits plädiert werden. Ein Urteil dürfte damit wohl schon am 9. November fallen. Dem Mann drohen bis zu 15 Jahre Haft. Auch eine Sicherungsverwahrung steht in diesem Fall wohl im Raum.
