Vergewaltigungsprozess: Opfer vom Donaupark in Regensburg sagte nicht öffentlich aus

Von André Baumgarten · 6. September 2023 um 19:00

Trotz DNA-Spuren, die in zwei Fällen zu ihm führten, bestreitet ein 34-Jähriger, der Serien-Vergewaltiger von Regensburg zu sein. Das Landgericht hat noch viel Arbeit vor sich – auch Angehörige des Angeklagten wollen in dem Verfahren aussagen.

Was einer jungen Frau am 2. November 2020 im Donaupark in Regensburg widerfahren war, hat sie nun vor Gericht erzählen müssen. Die damals 27-Jährige sagte im Prozess gegen den mutmaßlichen Serien-Vergewaltiger aus – Zuhörer waren im Sitzungssaal 104 im Justizgebäude an der Augustenstraße aber nicht erlaubt.

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Angeklagt ist der 34-Jährige für sechs Übergriffe auf Frauen in Regensburg sowie einen Mitgefangenen in der JVA. Der Angeklagte, der mittels DNA-Treffer identifiziert wurde, bestreitet jedoch alle Taten. Die fünfte Strafkammer des Landgerichts hat daher noch ein umfangreiches Programm abzuarbeiten.

Zum Prozessauftakt am vergangenen Freitag hatte der 34-Jährige für eine Tat vom 5. Mai 2019 ein Alibi präsentiert. Ermittler hatten einst aber ein Messer gefunden, auf dem seine DNA nachgewiesen werden konnte. Auch die Reihe von Übergriffen zwischen 26. Oktober und 2. November 2020 will er nicht begangen haben.

Spermaspuren an einem Opfer führten zu 34-Jährigem

Die Anklage ist dagegen überzeugt, dass der gebürtige Madagasse für jede der Attacken im Regensburger Westen verantwortlich ist. Im letzten Fall im Donaupark wurden Spermaspuren sichergestellt, die nach Massen-Gentests bei mehr als 500 Männern zu ihm führten. Der Mann wurde schließlich im Januar in Thüringen verhaftet.

Dort lebte der Vater von zwei Kindern seit dem Wegzug aus Regensburg mit einer Lebensgefährtin. Diese soll und will laut Anwältin Susan Rechenbach-Auerswald an einem der kommenden Prozesstage als Zeugin aussagen – so wie die Schwester des Angeklagten.

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Ende September plant die fünfte Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Thomas Zenger, eine Vielzahl Kripo-Beamter zum Verlauf der umfangreichen Ermittlungen zu befragen, die 26 Monate nach der letzten Tat vom November 2020 in der Festnahme in Arnstadt (Lkr. Ilm-Kreis, Thüringen) mündeten.

Gutachterin soll Sicherungsverwahrung beurteilen

Spätestens im Oktober dürfte dann auch das Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen ein Thema werden – deren Einschätzung zu einer möglichen Sicherungsverwahrung kommt im Prozess eine hohe Bedeutung zu. Diese droht dem 34-Jährigen im Falle einer Verurteilung nämlich unabhängig von einer womöglich zweistelligen Gefängnisstrafe.

Mit einem Urteil in diesem Fall dürfte frühestens im November zu rechnen sein. Das Regensburg Landgericht hat insgesamt 14 Prozesstage für die Wahrheitsfindung anberaumt.