Regensburg: Mutmaßlicher Serien-Vergewaltiger muss vor Gericht – ihm droht Sicherungsverwahrung

Der 34-Jährige, der im Herbst 2020 eine Frau vergewaltigt und es bei drei weiteren versucht haben soll, muss vor Gericht. Es gibt neue Vorwürfe: 2019 soll er in Prüfening zugeschlagen haben. Auch in der U-Haft gab es offenbar einen Zwischenfall.
Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf vier Frauen im Westen von Regensburg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 34-Jährigen erhoben. Er soll sich wegen einer besonders schweren Vergewaltigung und drei Versuchen vor dem Landgericht verantworten.
Opfer nahe Grillplatz zum Oralverkehr gezwungen
Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft wird dem Mann vorgeworfen, im Herbst 2020 vier junge Frauen mit einem Revolver bedroht zu haben, um sie zum Sex zu zwingen. Eine damals 27-Jährige vergewaltigte er laut der Anklage in der Nacht zum 2. November 2020 im Donaupark. Die junge Frau wurde in der Nähe des Grillplatzes in ein Gebüsch gezerrt und dort zum Oralverkehr gezwungen, so Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher.
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Der nach den Vorfällen eigens gegründeten „Ermittlungsgruppe West“ gelang es im Januar 2023, den mutmaßlichen Vergewaltiger zu identifizieren. Der Durchbruch gelang mehr als zwei Jahre nach den Taten – nach 507 Proben bei mehreren DNA-Reihentests führte der genetische Fingerabdruck zu dem 34-Jährigen.
Verhaftet wurde der Mann schließlich Mitte Januar in Thüringen. Laut Polizeiangaben war der Vater eines Kindes 2013 von Madagaskar nach Deutschland gekommen. Bis zum vergangenen Sommer habe er mit seiner Familie in Regensburg gelebt, zeitweise sogar im westlichen Stadtteil – also in direkter Nähe des Tatorts.
Der Beschuldigte soll bei den Taten immer nach demselben Muster vorgegangen sein: Der zunächst Unbekannte war laut den Angaben seiner Opfer mit einem Fahrrad mit auffälligen Katzenaugen unterwegs und sprach sie zunächst an. Dann zückte er unvermittelt einen Revolver und bedrohte die Frauen, um sie gefügig zu machen.
34-Jähriger soll schon 2019 in Prüfening zugeschlagen haben
Laut Rauscher sollen die vier Übergriffe nicht die ersten und einzigen gewesen sein. Der 34-Jährige soll mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für ein versuchtes Sexualdelikt nahe dem Bahnhof in Prüfening verantwortlich sein. Am 5. Mai 2019 war in dem Regensburger Stadtteil eine damals 17-jährige Geschädigte mit einem Messer bedroht worden.
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Nach der Festnahme des Mannes ergab ein DNA-Direktvergleich „eine statistisch sehr hoher Wahrscheinlichkeit“, dass er auch diese Tat begangen hat. Dafür wurde laut Rauscher „bislang unzuordenbares DNA-Material an der Klinge des Tatmessers abgeglichen“ – die Spur führte zu dem Beschuldigten.
Übergriff auf Mithäftling in der JVA Regensburg?
Außerdem sei der 34-Jährige dringend verdächtig, in der JVA in Regensburg gegen einen Mitgefangenen übergriffig geworden zu sein. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, soll er versucht haben, diesen in der U-Haft zum Sex zu zwingen. Angeklagt wurde er zunächst aber wegen versuchter und vollendeter besonders schwerer Vergewaltigung, Bedrohung und sexueller Belästigung.
Die Staatsanwaltschaft will außerdem die Sicherungsverwahrung beantragen. Das würde bedeuten, dass der 34-Jährige auch nach dem Absitzen einer Haftstrafe nicht mehr in die Freiheit käme.
Bislang schweigt der Mann zu allen Vorwürfen, wie Oberstaatsanwalt Rauscher sagte. Und: Bis zu einer Verurteilung durch das Landgericht gelte zudem die Unschuldsvermutung.

