Nach Diskussion um neues Textbuch: Proben fürs Neunburger Festspiel 2026 sind gestartet

Vor einigen Wochen wurde intensiv über das Festspiel-Textbuch des Autoren Jürgen von Bülow diskutiert. Nun haben die Neunburger Festspieler mit den Proben für die Saison 2026 begonnen. Der Startschuss fiel dabei deutlich früher als in den Vorjahren. Und auch bei der Anzahl der Aufführungen gab es noch eine Änderung.
Bei der Mitgliederversammlung des Festspielvereins im vergangenen November war über die Vorstellungstermine im Jahr 2026 informiert worden. Sechs sollten es demnach sein – einer mehr als in den Jahren zuvor. Dafür hatten die Neunburger Festspieler einen guten Grund: Der Autor Jürgen von Bülow sollte ihnen ein neues Textbuch schreiben. Dieses sollte die Basis für eine komplette Neuinszenierung nach 40 Jahren sein.
Schon Ende März mit den Vorbereitungen begonnen
Anfang Februar ließ der Verein dann aber die Bombe platzen: Der Festspielverein verzichtet heuer auf eine Neuinszenierung und wird das von Jürgen von Bülow verfasste Textbuch nicht auf der Bühne im Burghof umsetzen. Eine Arbeitsgruppe hatte in der Folge das Stück vom Vorjahr überarbeitet und unter anderem ein paar neue Szenen eingefügt. Aufgrund dieser Neuerungen wurde mit den Proben bereits Ende März begonnen, wie der Verein in den sozialen Netzwerken informierte. In den vergangenen Jahren wurde mit den Vorbereitungen erst im Mai begonnen.
„Mit viel Energie, Spannung und frischem Elan“ seien die Proben demnach in der Turnhalle der Grundschule gestartet. Die Regisseurinnen Karin Michl und Verena Hergl hatten mit den Festspielern die einzelnen Szenen erspielt und Schritt für Schritt mit Leben gefüllt. Den Darstellern seien dabei vom Regieteam „wertvolle Werkzeuge“ an die Hand gegeben worden, um sich in ihre neuen Rollen einzufühlen.
Wir freuen uns auf die kommenden Proben und auf ein Festspiel voller Leidenschaft, Geschichte und eindrucksvoller Momente.Matthias Eckel-Binder, stellvertretender Vorsitzender des Festspielvereins
Schon jetzt sei spürbar, dass für 2026 „etwas ganz Besonderes“ heranwachse, so die Einschätzung von Vorstandsmitgliedern. „Wir freuen uns auf die kommenden Proben und auf ein Festspiel voller Leidenschaft, Geschichte und eindrucksvoller Momente“, schreibt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Matthias Eckel-Binder.
Der 45-Jährige hatte in der Diskussion um das neue Textbuch und die Absage der Neuinszenierung einige Fragen aufgeworfen. So hatte sich Eckel-Binder verwundert darüber gezeigt, dass der Beschluss über das Budget für den Autoren in nichtöffentlicher Sitzung, der sogenannte „Bruch“ dagegen in öffentlicher Sitzung des Stadtrates diskutiert wurde. Dafür hat Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) eine klare Begründung. Personalsachen wie eben auch ein Honorar für einen Autoren müssten zwingend nichtöffentlich behandelt werden. Das sei auch in der Bayerischen Gemeindeordnung geregelt.
Stadt Neunburg gibt fürs Festspiel Zuschuss in Höhe von 80.000 Euro
Da das Festspiel eine öffentliche Bedeutung habe und dafür öffentliche Gelder verwendet würden – im Vorjahr gab es einen Zuschuss der Stadt Neunburg in Höhe von 80.000 Euro – müsse es auch die Diskussion über die aktuellen Entwicklungen öffentlich sein, steht für den Rathauschef mit Blick auf die überraschende Ankündigung im Februar-Sitzung des Stadtrates fest.
Nach dieser Sitzung habe er dem Festspielverein nahegelegt, so Birner, dass es nur fünf Aufführungen im Sommer geben sollte – so wie auch in den Vorjahren. Nach der Premiere am 4. Juli wird das Festspiel „Vom Hussenkrieg“ nun noch am Freitag, 10. Juli, Samstag, 18. Juli, Freitag, 24. Juli, und Samstag, 25. Juli, aufgeführt. Die anfangs noch am Samstag, 11. Juli, geplante Vorstellung wurde gestrichen. In der Vergangenheit hatte es auch mehr als fünf Aufführungen gegeben. Nachdem es aber immer schwieriger wurde, die einzelnen Vorstellungen zu füllen, wurde die Anzahl der Termine auf fünf reduziert.
Zuletzt hatte im Hauptausschuss im März das Festspiel für Fragen gesorgt. Martin Scharf, Vorsitzender der FW-Stadtratsfraktion, hatte sich gewundert, dass die Personalkosten um 5000 Euro höher angesetzt wurden als im vergangenen Jahr. Das hänge hoffentlich nicht mit dem Honorar für den Textbuch-Autoren zusammen, wollte er wissen. Das im Vorjahr beschlossene Honorar entsprach in etwa diesem Betrag. Für Scharf sei klar, dass die Stadt Neunburg keinen Auftrag zur Erarbeitung des neuen Textbuches erteilt habe und deshalb auch nicht dafür bezahlen müsse. Kämmerer Michael Haßfurter versicherte, dass die höhere Summe nichts mit der Bezahlung des Autoren zu tun habe. Vielmehr sei der Haushaltsansatz aufgrund der Erfahrungswerte der Vorjahre erhöht worden.
Die Fraktion der Freien Wähler hatte in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert, dass die im Herbst 2024 eigentlich für dieses Jahr beschlossene Aussetzung des Festspiels einige Monate später per Stadtratsbeschluss wieder zurückgenommen wurde.