Neuer Facharzt: Dr. Dominik Kühner verstärkt Neunburgs Gesundheitszentrum

Der Generationswechsel in Neunburgs (Landkreis Schwandorf) Gesundheitszentrum hat ein neues Gesicht bekommen: Dr. Dominik Kühner. Anfang April hat der Internist seine Tätigkeit aufgenommen. Der 36-Jährige wird künftig auch ein Fachgebiet absichern, in dem die Nachfrage der Patienten zuletzt deutlich gestiegen ist.
Diabetes hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Volkskrankheit entwickelt. Die Nachfrage nach einer diabetologischen Versorgung ist entsprechend sehr hoch und übersteigt oft das Angebot. Das ist auch im Gesundheitszentrum Ostoberpfalz (GZO) in Neunburg zu spüren. Dr. Richard Wagner, bis Ende 2025 Ärztlicher Leiter des GZO, behandelt in seiner diabetologischen Schwerpunktpraxis viele Patienten. „Es werden mehr Fälle und schwierigere Krankheitsbilder“, fasst er die aktuelle Entwicklung zusammen. Die Wartezeiten auf einen Termin haben sich aufgrund der hohen Nachfrage verlängert, wie Wagner erst jüngst im Neunburger Gesundheitsausschuss berichtete.
Es braucht weiterhin einen spezialisierten Diabetologen
In den vergangenen Jahren hatte den Mediziner aber noch eine weitere Sorge umgetrieben. Wie geht es mit seiner 1995 eröffneten Praxis weiter, wenn er mal in den Ruhestand geht? Klar war für ihn, dass es weiterhin einen spezialisierten Diabetologen brauche, um den Bedarf abdecken zu können. Diese Sorge ist der 67-jährige Mediziner nun los. Mit Dr. Dominik Kühner wurde ein zertifizierter Diabetologe gefunden. Der junge Facharzt, der in Weidenthal, einem Ortsteil von Guteneck, zuhause ist, hatte die entsprechende Weiterbildung in den vergangenen Monaten am Uniklinikum Regensburg absolviert und erfolgreich abgeschlossen. Anfang April konnte Kühner seine Tätigkeit am GZO aufnehmen.
Wirtschaftliche Sachen lernt man nicht im Medizinstudium. Aber sie sind auch wichtig.Dr. Dominik Kühner über die Vorteile vor seinem Medizinstudium erst ein Studium des Handels- und Dienstleistungsmanagements absolviert zu haben
Offiziell begrüßt wurde der 36-Jährige von Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU), den städtischen Gesundheitsbeauftragten Maximilian Lang (FW) und Dr. Christoph von Wenz zu Niederlahnstein (CSU) sowie Geschäftsleiter Georg Keil. Sie zeigten sich erfreut, dass wieder ein junger Arzt für Neunburg gewonnen werden konnte. Mit dem gelungenen Generationswechsel im Gesundheitszentrum könne die medizinische Versorgung weiterhin garantiert werden, zeigte sich Birner überzeugt.
Die Innere Medizin, die der Bürgermeister als „Mutter der Medizin“ bezeichnete, sei in jeder Region von großer Bedeutung, da sie sehr viele Krankheitsbilder wie beispielsweise Herz-Kreislauf oder Diabetes abdecke. Er sei deshalb froh, dass die Arbeit, die Dr. Wagner vor 31 Jahren begonnen habe, fortgesetzt werden könne. Der 67-jährige Mediziner wird den jungen Kollegen noch drei Monate einarbeiten und dann Ende Juni in den Ruhestand gehen. Dies kann er nun beruhigt tun, denn er sieht seine Praxis mit den verschiedenen Schwerpunkten wie Diabetologie und Kardiologie in guten Händen.
Den ersten Kontakt gab es bereits vor zwei Jahren
Eigentlich war der Eintritt in den Ruhestand von Dr. Wagner schon früher geplant. Doch für seinen jungen Nachfolger ist er etwas länger geblieben. Dominik Kühner hatte sich bereits vor zwei Jahren bei Dr. Wagner nach den Möglichkeiten der Diabetologie erkundigt. Für den damaligen Ärztlichen Leiter des GZO war gleich klar, dass er mit ihm seinen Nachfolger finden könnte. Vor der Übergabe musste Kühner aber erst seine Facharztausbildung Innere Medizin abschließen und die Weiterbildung im Bereich Diabetologie am Uniklinikum Regensburg absolvieren. Letztere hatte Kühner offiziell Ende März abgeschlossen und konnte nun nach Neunburg wechseln.
Der junge Arzt aus Guteneck hatte vor seinem Medizinstudium Handels- und Dienstleistungsmanagement in Weiden studiert. Im dritten Anlauf erhielt er dann einen Medizin-Studienplatz an der Uni Regensburg. Dass er vor der Medizin etwas Wirtschaftliches studiert hat, sieht Dr. Kühner durchaus als Vorteil. Denn er sehe manche Dinge dadurch ein bisschen anders. So könne man mit dem zusätzlichen Wissen beispielsweise Arbeitsprozesse effizienter gestalten. „Wirtschaftliche Sachen lernt man nicht im Medizinstudium. Aber sie sind auch wichtig“, so der 36-Jährige.
Manche Veränderungen wird er dabei gar nicht selbst anstossen müssen. Sie kommen allein durch die Digitalisierung der Einrichtung. Darüber hinaus will die Stadt Neunburg als Träger des Gesundheitszentrums die Arbeitsbedingungen verbessern, indem die derzeit noch auf drei Standorte verteilte medizinische Einrichtung in einem Gebäude in der Altstadt untergebracht wird. An diesem Vorhaben arbeitet die Stadt bereits seit einigen Jahren.