Neunburgerin will Bayerische Bierkönigin werden – und hofft auf viele Stimmen aus der Region

Vor fünf Jahren kam mit Sarah Jäger schon einmal eine Bayerische Bierkönigin aus dem Landkreis Schwandorf. Nun könnte dieser Coup erneut gelingen: Die Neunburgerin Franziska Hoffmann kämpft aktuell um den Titel. Dafür braucht sie in den kommenden Wochen viele Stimmen.
Ihre Familie und Freunde hat Franziska Hoffmann bereits angehalten, sie beim Online-Voting zu unterstützen. Vom 13. April bis 4. Mai kann jeder für die 23-Jährige unter www.bayerische-bierkönigin.de abstimmen. Die Neunburgerin, die im Ortsteil Kemnath bei Fuhrn aufgewachsen ist und heute noch dort lebt, konkurriert dabei mit fünf anderen Bewerberinnen.
Die vier Kandidatinnen mit den meisten Stimmen kommen ins Finale, das am 21. Mai im Löwenbräu-Keller in München stattfindet. Dort fällt die endgültige Entscheidung durch eine Kombination aus Jury- und Publikumsstimmen.
Aus 50 Bewerberinnen ausgewählt
Die erste Hürde hat Franziska Hoffmann schon mal geschafft: Unter 50 Bewerberinnen wurde sie von der Brauerbund-Jury ausgewählt. Dass sie die Vorrunde überstehen würde, damit hat die 23-Jährige nicht unbedingt gerechnet. Ihre Freundinnen hätten ihr geraten, sich doch einmal zu bewerben. Als sie dann per Mail die Zusage erhielt, sei sie schon etwas überrascht gewesen. Im Wettkampf um den Titel der Bierkönigin bleibt sie aber ganz entspannt und locker.

Mit Bier kennt sich Franziska Hoffmann aus. Von 2019 bis 2022 absolvierte sie eine Lehre als Brauerin und Mälzerin bei der Brauerei Jakob in Nittenau. Anschließend wechselte sie zur Privatbrauerei Alwin Märkl nach Freudenberg – auch um einen anderen Betrieb kennenzulernen. Nach der Schließung der Freudenberger Brauerei im vergangenen Jahr kam sie nach Bodenwöhr zur Familienbrauerei Jacob.
Ich wollte schon immer etwas Handwerkliches machen.Franziska Hoffmann über ihre Motivation, Brauerin zu werden
Hier überwacht sie das Sudhaus, sorgt für die richtige Würze des Bieres, reinigt die riesigen Tanks im Lagerkeller und schleppt auch schon mal Fässer oder Malzsäcke. Und das Ganze im Schichtbetrieb: Eine Woche ist sie von sechs Uhr morgens bis 14 Uhr im Einsatz, dann wieder eine Woche von 14 bis 22 Uhr und auch Nachtschichten stehen hin und wieder auf dem Programm.
Schnell hat sie sich daran gewöhnt, auch mal etwas kräftiger zupacken zu müssen. Die 1,48 Meter große Neunburgerin hat sich in einem nach wie vor männerdominierten Beruf durchgesetzt.





In der Nittenauer Brauerei sei sie damals lange Zeit die einzige Frau gewesen, erzählt die gelernte Brauerin. In Freudenberg sei die Belegschaft dann schon überwiegend weiblich gewesen. Bei ihrem aktuellen Arbeitgeber gibt es wieder mehr Kollegen als Kolleginnen. Es brauche gute Nerven, wenn man mit Männern zusammenarbeitet, findet Franziska Hoffmann. „Da sollte man schon etwas robuster sein, ein wenig Gas geben und sich gegen blöde Bemerkungen behaupten können“, stellt sie klar.
Der Umgang untereinander ist dennoch respektvoll und freundschaftlich, fast schon familiär. Franziska Hoffmann hat schließlich bewiesen, dass sie ihr Handwerk beherrscht. Von ihrem Fachwissen ist sogar Brauerei-Chef Marcus Jacob beim Pressetermin beeindruckt.

Dass sie nicht auf den Mund gefallen ist, kann im Kampf um die Krone der Bierkönigin helfen. Unterstützt wird sie bei ihrer Mission nicht nur von der eigenen Familie, sondern auch von Freunden und der KLJB Unterauerbach, in der sie sich ebenso engagiert wie beim Maibaumaufstellen. Auch Bürgermeister Martin Birner (CSU) freut sich, dass eine Neuburgerin Chancen auf den Titel als Bierkönigin hat.
Tipps kann sie sich auch direkt von der ehemaligen Bierkönigin Sarah Jäger holen, die ebenfalls in der Familienbrauerei Jacob in Bodenwöhr arbeitet. Die hatte ihr bereits geraten, „immer locker zu bleiben“.
Meistens trägt sie bei der Arbeit Gummistiefel
Während sie in der Brauerei schlichte Arbeitskleidung und meistens Gummistiefel trägt, ist die 23-Jährige als potenzielle Bierkönigin dagegen in ein schickes Dirndl gekleidet. Die ersten Auftritte als Botschafterin des bayerischen Bieres und der Brauereien hat sie bereits hinter sich gebracht. Sollte sie tatsächlich Bayerische Bierkönigin werden, stehen innerhalb eines Jahres 100 bis 200 Termine auf dem Programm. „Die meisten Veranstaltungen finden ja am Wochenende statt“, meint sie mit Blick auf dieses enorme Terminpensum als Bierkönigin. Dann ruht in der Bodenwöhrer Brauerei zum Glück die Arbeit.
Als Jugendliche wollte sie immer etwas handwerkliches machen. Was genau, darin sei sie sich lange unschlüssig gewesen. Nach dem Abschluss der Mittelschule in Neunburg besuchte sie deshalb auch erst einmal zwei Jahre lang die Hauswirtschaftsschule in Oberviechtach. Auch danach sei sie sich noch unsicher gewesen. Ihr Onkel habe ihr daraufhin geraten, sich doch bei einer Brauerei zu bewerben. Sie trinke ja auch gerne Bier, so sein Argument. Ganz kurzfristig bekam sie im August 2019 ein Praktikum bei der Privatbrauerei Jakob in Nittenau und konnte bereits einen Monat später mit ihrer Lehre starten.
Hätte sie damals nicht in der Brauerei angefangen, wäre sie vielleicht in den Lackier- und Karosseriebetrieb ihres Vaters eingestiegen. Sie bereut es bis heute nicht, einen anderen Weg eingeschlagen zu haben. Auch in fünf oder zehn Jahren sieht sie sich immer noch in der Bierbranche. Allzu viele Gedanken hat sie sich aber darüber noch nicht gemacht. „Ich lebe im Jetzt“, sagt Hoffmann bestimmt. Und dazu gehört nun erst einmal der Wettstreit um den Titel der Bayerischen Bierkönigin.
So geht es nun weiter
• Online-Voting: Vom 13. April bis 4. Mai kann für die Kandidatinnen unter www.bayerische-bierkönigin.de abgestimmt werden.
• Finale: Das Finale steigt am 21. Mai im Löwenbräu-Keller in München.
• Jury: Anna Winkler, amtierende Bayerische Bierkönigin 2025/26; Linnea Klee, ehemalige Bayerische Bierkönigin, für den Bereich „Repräsentation und Öffentlichkeit“; Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes; Wolfgang Wagner, Bayern Tourismus Marketing GmbH, für das „Bierland Bayern“ als Tourismus-Destination
