Wieder mehr als 100.000 Übernachtungen: Neunburg bleibt der Tourismus-Champion

Von Jan Lange · 26. März 2026 um 13:42

Das jährliche Treffen des Neunburger Tourismusverein ist immer ein guter Anlass, um einen Blick auf die Übernachtungszahlen des Vorjahres zu werfen. Und die sahen gar nicht so schlecht aus: Neunburg konnte mit mehr als 100.000 Übernachtungen seine Spitzenposition verteidigen. Doch es gibt auch Schattenseiten.

Das vierte Jahr in Folge hat Neunburg damit 2025 die Marke von 100.000 Übernachtungen überschritten. Kein anderer Ort im Tourismusverband Oberpfälzer Wald kann diesen Wert überbieten. Neunburg ist damit auch im Vorjahr der Tourismus-Champion geblieben.

Mit knapp 106.000 Übernachtungen ist die Stadt Neunburg zwar entfernt vom Rekordjahr 2017 (122.447) und auch gegenüber 2023 ist die Zahl um genau 9000 Übernachtungen gesunken, dennoch sind Bürgermeister Martin Birner (CSU) und Tourismusvereins-Chef Markus Greiner zufrieden. Die Marke von 100.000 Übernachtungen zu knacken, sei in ihren Augen ein Erfolg.

Positive Bilanz hat zwei Seiten

Allerdings hat die positive Bilanz auch zwei Seiten: Dass die Hürde von 100.000 Übernachtungen wieder gerissen werden konnte, ist vor allem den Campern und Gästen der kleinen privaten Anbieter zu verdanken. Beide konnten im Vorjahr deutlich zulegen – beim Camping ging es von 10.887 auf 17.185 Übernachtungen hoch. Das ist eine Zunahme um knapp 58 Prozent.

Es ist gleichzeitig der beste Wert seit Jahrzehnten. Das bisherige Rekordjahr war 2005 mit 12.979 Übernachtungen. Für Neunburgs Tourismuschef Werner Dietrich ist diese Entwicklung nicht verwunderlich, da es am Eixendorfer See ja die neuen Tiny-Häuser gebe.

Wir haben da eine gewisse Dunkelziffer – vor allem durch Airbnb-Anbieter.Werner Dietrich, Neunburgs Tourismuschef zu einer womöglich höheren Gästezahl bei privaten Kleinstanbietern

Auf die privaten Anbieter entfielen im Vorjahr 4789 Übernachtungen – 2024 waren es nur 3288. Auch hier liegt der Zuwachs bei rund 45 Prozent. Es ist aber dennoch das drittschlechteste Jahr für die privaten Anbieter – bis 2022 lagen deren Übernachtungszahlen zwischen 5000 und 19.000. Da viele kleine Anbieter in den vergangenen Jahren aufgegeben haben, ist die Zahl auch deutlich gesunken.

Neunburgs Touristiker gehen aber davon aus, dass die Gästezahl der privaten Anbieter höher liegen könnte, da eine ganze Reihe nicht gemeldet sind. „Wir haben da eine gewisse Dunkelziffer – vor allem durch Airbnb-Anbieter“, so Dietrich. Rechtlich seien diese Anbieter aber auch nicht verpflichtet, ihre Gästezahlen zu melden. Denn nur touristische Betriebe mit mehr als zehn Betten sind meldepflichtig, erklärt der Tourismus-Chef. Die Stadt wünsche sich natürlich, dass sich auch die Kleinstanbieter bei ihr melden. Für die kleinen Privatanbieter habe das vor allem den Vorteil, dass sie dann auch an Gäste vermittelt werden könnten, betont Dietrich.

Bei den gewerblichen Anbietern gingen die Zahlen um etwa fünf Prozent zurück

Bei den gewerblichen Anbietern – also denen mit mehr als zehn Betten – gingen die Übernachtungszahlen im Vorjahr dagegen von 93.910 auf 84.000 zurück. Das ist ein Rückgang um fast elf Prozent. Bei Markus Greiner vom Panoramahotel am Eixendorfer See waren es nur etwa fünf Prozent weniger Übernachtungen. Es ist ein Rückgang, der noch händelbar sei, so der Hotelbetreiber.

Die Gäste würden angesichts der wirtschaftlichen Situation nicht mehr so oft und nicht mehr so lange in den Urlaub fahren, erklärt sich Greiner das Minus. Das werde auch bei Geschäftskunden deutlich: Während der Großteil früher erst am Freitag abreiste, sei heute der Donnerstag der Hauptabreisetag. Dadurch seien am Freitag nur noch zehn von 30 Betten in seinem Hotel belegt, so Greiner.

Das wird auch an den Gesamtzahlen deutlich: Während 2025 mehr Gäste als im Jahr zuvor nach Neunburg kamen – 36.260 statt 35.541 –, sank die Zahl der Übernachtungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verringerte sich dadurch von 3,0 auf 2,9 Tage. Die Zahl der Betten hat sich heuer leicht von 811 auf 818 erhöht.

Markus Greiner schließe auch bereits seit drei Jahren sein Hotel im Sommer für zehn Tage, um auch seinen Mitarbeitern eine Erholungsphase Mitte des Jahres zu ermöglichen. Früher wäre dies undenkbar gewesen: Der Sommer war die Haupteinnahmezeit und es wurde komplett durchgearbeitet. Man wolle das Personal heutzutage aber „nicht mehr verheizen“, meint Greiner.

Der Rückgang der Übernachtungszahlen sei für ihn auch deshalb zu verschmerzen, weil die Energiekosten nur 3,5 Prozent des Umsatzes ausmachen würden, erklärt der Inhaber des Panoramahotels. Bei anderen Betrieben liege der Anteil der Energiekosten bei acht bis zehn Prozent. Greiner hatte in den vergangenen Jahren einiges investiert und dadurch auch die Energieeffizienz gesteigert.

Stadt tue alles, um Attraktivität des Tourismusstandortes zu erhöhen

Die Investitionen der Neunburger Hoteliers lobt Bürgermeister Birner ausdrücklich. Sie würden damit ihren Teil dazu beitragen, die Attraktivität des touristischen Standortes Neunburg hochzuhalten. Auch die Stadt tue laut Birner, was sie könne. Als Beispiel nennt er die neue Adventuregolf-Anlage im Stadtpark, die Ende April offiziell eröffnet werden soll. Der Bau eines Radweges bei Hofenstetten sei ein weiterer Beitrag. Über zehn Jahre gebe es bereits den Wunsch, eine solche Radverbindung nach Fuhrn zu schaffen. Nun könne das Vorhaben endlich realisiert werden.

Birner kündigte bei der Versammlung des Tourismusvereins auch an, dass es im Neunburger Stadtpark demnächst eine Bike-Station mit Radverleih von acht Rädern geben soll. Ein solches Angebot gebe es bereits am Steinberger See. Dessen Betreiber habe er, so Birner, überzeugen können, eine derartige Bike-Station auch in der Pfalzgrafenstadt aufzustellen. Sie soll nahe der Skaterbahn am Rande des Stadtpark stehen. Dort gebe es ausreichend Parkplätze, wo die Gäste ihr Fahrzeug abstellen und dann aufs Rad umsteigen könnten.

So sehen die Zahlen im Landkreis Schwandorf und in der Region aus

• Ankünfte: Hinter Neunburg mit 35.587 Urlaubern (gewerblich und Camping) im Jahr 2025 folgen Wackersdorf (18.766), Steinberg am See (14.932), Schwandorf (11.239) und Nabburg (11.153). Der Landkreis Schwandorf verzeichnete 152.115 Ankünfte (-0,3 Prozent), davon entfielen 101.486 auf das Oberpfälzer Seenland. Zusammen mit den privaten Kleinanbietern, die in der Statistik des Tourismusverbandes Oberpfälzer Wald nicht registriert sind, kommt Neunburg sogar auf 36.260 Urlauber.

• Übernachtungen: Die Reihenfolge hinter Neunburg mit seinen 101.836 Übernachtungen im Jahr 2025 ändert sich etwas: Wackersdorf (64.382), Nabburg (40.481), Steinberg am See (34.060) und Schwandorf (30.281). Bei den Übernachtungen kam der gesamte Landkreis Schwandorf auf 439.735 (+1,7 Prozent), davon entfielen 282.820 auf das Oberpfälzer Seenland.

• Größte Gewinner: Bei den Ankünften machte Nabburg 2025 den größten Sprung nach oben (+17,5 Prozent), gefolgt von Burglengenfeld (+9,0 Prozent), Wackersdorf (+6,1 Prozent) und Schwarzenfeld (+5,5 Prozent). Bei den Übernachtungen gehen die höchsten prozentualen Zuwächse auf das Konto von Burglengenfeld (+42,8), Schwarzenfeld (+34,9), Nabburg (+28,9) und Schönsee (+11,1).

• Größte Verlierer: Bei den Ankünften haben im Vorjahr die größten prozentualen Rückgänge Bodenwöhr (-15,0), Schönsee (-14,7), Schwandorf (-11,2) und Oberviechtach (-6,9) verbucht. Auch bei den Übernachtungen ging es in Bodenwöhr (-16,1) prozentual am meisten nach unten. Dahinter folgen Oberviechtach (-7,2) sowie Schwandorf und Nittenau (jeweils -5,2).

• Oberpfälzer Wald: Im Tourismusverband Oberpfälzer Wald folgen hinter Neunburg Bad Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth) mit 81.075 und die Stadt Weiden mit 76.937 Übernachtungen.

• Nachbarlandkreise und kreisfreie Städte: LK Cham (1.710.711 Übernachtungen, +3,3 Prozent); Stadt Regensburg (1.360.754, -0,3 Prozent), LK Neumarkt (433.570, -0,1 Prozent); LK Regensburg (390.263, +3,4 Prozent); LK Amberg-Sulzbach (306.609, -2,6 Prozent); LK Neustadt an der Waldnaab (227.726, -9,2 Prozent); Stadt Amberg (113.499, +13,1 Prozent) und LK Tirschenreuth (19.987, -3,4 Prozent)