Dönerhaus „Klein Istanbul“ nun auch in Neunburg – Betreiber suchte länger nach Standort für Filiale

Nachdem der Stadtimbiss im vorigen Herbst nach wenigen Monaten wieder geschlossen wurde, kehrt nun neues Leben in die ehemalige Metzgerei Baumgärtner in der Neunburger (Landkreis Schwandorf) Hauptstraße ein. Am Montag eröffnete dort das Pizza- und Dönerhaus „Klein Istanbul“. Vor allem in den Mittagsstunden wollten viele Gäste das neue Imbissangebot testen – zu ihnen gehörte auch Bürgermeister Martin Birner (CSU).
Betreiber Rafaat Abdulrachman hat mit dem Neunburger Dönerhaus seinen zweiten Gastrobetrieb eröffnet. Seit acht Jahren gibt es „Klein Istanbul“ bereits in Oberviechtach.
Seit elf Jahren lebt der Syrer in Deutschland
2015 war der heute 33-Jährige aus seinem Heimatland Syrien nach Deutschland geflüchtet und arbeitete in der Folge in einem Dönerladen in Burglengenfeld. Den Wunsch, etwas Eigenes zu eröffnen, erfüllte er sich dann in Oberviechtach. Er habe sich verschiedene Orte angeschaut und sei so nach Oberviechtach gekommen, wo er heute auch lebt. Da sein Dönerhaus in der Garnisonsstadt sehr gut laufe, habe er schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, einen zweiten Döner-Imbiss zu eröffnen, berichtet Rafaat Abdulrachman.
Ende vorigen Jahres sei dann die Betreiberin vom Stadtimbiss auf ihn zugekommen und habe ihm die Räumlichkeiten in Neunburg empfohlen, so der 33-Jährige. Nachdem er sich etwas über die Pfalzgrafenstadt kundig gemacht hatte, stand für den gebürtigen Syrer fest, in Neunburg seinen zweiten Laden zu eröffnen.
Sein Neffe wird den Neunburger Imbiss zusammen mit ein bis zwei Mitarbeitern betreiben, während sich Rafaat Abdulrachman weiter auf den Laden in Oberviechtach konzentriert. Das Angebot sei in beiden Läden das gleiche. Es gibt natürlich verschiedene Döner wie auch Pide, Pizzen und Salate. Geöffnet ist der Neunburger Imbiss von Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 22 Uhr.
Zwei Jahre habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, einen zweiten Laden zu eröffnen.Rafaat Abdulrachman, Betreiber des Dönerhauses „Klein Istanbul“
Am Eröffnungstag schauten vor allem viele Schüler und Familien im neuen Imbiss vorbei. Bürgermeister Birner zeigte sich nach einer Kostprobe sehr zufrieden. Es gebe inzwischen ein sehr gutes Gastroangebot in der Stadt – vom Fünf-Sterne-Restaurant über das urige Gasthaus oder den Italiener bis hin zum kleinen Imbiss.
Der Laden in der Hauptstraße 73 hat dabei schon eine lange Tradition. Über fünf Generationen hatten hier die Baumgärtners eine Metzgerei betrieben. Metzgermeister Armin Baumgärtner schloss Ende September 2020 den seit 1844 bestehenden Traditionsbetrieb in der Altstadt. Damals war das Bedauern in Neunburg groß.
Baumgärtner hatte das Haus danach an Alexander Schneider verkauft, dem es immer noch gehört. Der Inhaber eines Sanitär- und Heizungs-Installationsgeschäftes wohnt nur drei Häuser entfernt. Beim Baumgärtner-Metzger hätten schon seine Eltern eingekauft, erzählte Alexander Schneider der MZ nach dem Erwerb. Er selbst habe als Kind dort immer ein Radl Gelbwurst bekommen. Die Metzgerei wollte er deshalb auch gerne weiterführen. Doch wegen der umfangreichen Auflagen sei das Vorhaben gescheitert, so Schneider.
In der Folge stand die frühere Metzgerei vier Jahre lang leer, bis im Februar 2024 Sibel Efraim-Dimova den Stadtimbiss eröffnete. Nach nicht einmal neun Monaten war dann aber schon wieder Schluss. Da der Mietvertrag nach der Schließung des Imbisses aber noch weiterlief, suchte sie aktiv nach einem potenziellen Nachfolger, den sie schließlich in Rafaat Abdulrachman fand.
Vermieter ist froh über schnelle Nachfolge-Lösung
Vermieter Alexander Schneider ist nach eigener Aussage sehr froh, dass sich so schnell wieder eine Lösung gefunden habe. Denn die ehemalige Metzgerei musste nach dem langen Leerstand umfangreich umgebaut werden, damit sie als Imbiss genutzt werden konnte.
Für die Stadtimbiss-Nachfolge habe es laut Schneider einige Bewerber aus der Gastronomie gegeben, aber der Betreiber des „Klein Istanbul“-Dönerhauses habe aus allen „herausgestochen“.