Früheres Hotel Rieder in Neunburg verschwindet – Staatsstraße während des Abbruchs gesperrt

Von Ralf Gohlke · 26. April 2025 um 05:00

Wo früher Gäste untergebracht waren, soll künftig das Zuhause für eine Familie stehen: Nach Ostern wurde begonnen, das ehemalige Hotel Rieder in Neunburg (Landkreis Schwandorf) abzureißen. Aus Sicherheitsgründen muss während der Arbeiten die Staatsstraße 2398 komplett gesperrt werden. An diesem Wochenende, 26. und 27. April, wird die Sperrung jedoch aufgehoben, damit auch Besucher aus Richtung Oberviechtach problemlos zur Schwarzachtalmesse gelangen können.

Eigentlich sollte der Abriss des Gebäudes – und damit auch die nötige Sperrung der Staatsstraße – komplett in den Osterferien erfolgen, doch dann habe sich die Genehmigung verzögert, sagte Bürgermeister Martin Birner (CSU) zum Hintergrund. So konnte die Firma Althammer mit den Arbeiten erst nach Ostern starten.

Entsprechend froh ist der Bürgermeister, dass es gelungen sei, für das Messewochenende die wichtige Zufahrtsstraße aus Richtung Oberviechtach für einige Stunden wieder zu öffnen. Nächste Woche wird der Abriss dann fortgesetzt.

Bis Ende kommender Woche sollen die Abrissarbeiten beendet sein

„Wir sorgen dafür, dass die Baustelle entsprechend gesichert ist und gefahrlos passiert werden kann“, versprach Christoph Althammer vom gleichnamigen Bauunternehmen. Er ist auch zuversichtlich, die Arbeiten bis zum Ende der kommenden Woche abschließen zu können.

Die Verkehrsanordnung des Landratsamts Schwandorf für die Sperrung der Staatsstraße 2398 reicht vorerst bis 2. Mai. Die Umleitungsempfehlungen über Schwarzhofen, die Kreisstraße SAD40, die Staatsstraße 2151 bei Lengfeld und die Amberger Straße entsprechen jenen, die auch während der Bauarbeiten am Kreisel gegolten haben.

Das frühere Hotel stand viele Jahre leer

Die schier unerschöpflichen Quellen des früheren Kreisheimatpflegers Theo Männer erzählen, dass das frühere Hotelgebäude von 1897 bis 1919 im Besitz von Georg Jehl, dem „Wasser-Jehl“, gewesen sei. Von ihm erwarb ein Andreas Rieder das Gasthaus mit Metzgerei. Danach übernahm es Hans Kraus, der Fanny Rieder heiratete. Letzter Eigentümer war Helmut Rieder. Bereits 1935 wich das alte Haus einem Neubau. Das bekannte Aussehen erhielt das Gebäude dann durch einen Neubau von 1958 bis 1960 in der für die Nachkriegszeit üblichen Form.

Als die ehemaligen Eigentümer den Hotelbetrieb aufgaben, stand auch das Gasthaus lange leer. Zu Beginn der 2000er Jahre war dort für einige Zeit ein chinesisches Restaurant. Der Laden diente zeitweilig als Büro und als Verkaufsraum für Bauernmöbel.

Familie Wagner plante nach dem Kauf zunächst ein Bettenhaus für ihr Hotel-Gasthaus „da Sporrer“

2020 erwarb dann das Gastwirtepaar Bettina Maier-Wagner und Markus Wagner vom gegenüber liegenden Hotel-Gasthaus „da Sporrer“ das komplette Areal. Zunächst dachten die beiden daran, das Gebäude als Bettenhaus für den eigenen Hotelbetrieb zu nutzen. Erste Kostenschätzungen für einen Umbau, die zu jener Zeit explodierenden Baukosten sowie Analysen des Tourismusgeschäftes waren dann der Grund, von diesem Plan wieder Abstand nehmen. „Das hätte sich kaum rentiert“, erklärte Markus Wagner.

So entstand die Idee, den Leerstand abzureißen und an gleicher Stelle ein Einfamilienhaus zu errichten, voraussichtlich für den Eigenbedarf. Nachdem die Baugenehmigungen dafür endlich vorliegen, soll im Anschluss an den Abbruch schon bald der Spatenstich erfolgen. Der Abbruch läuft derzeit reibungslos. Dafür sind sogar zwei Bagger im Einsatz, die sich gegenseitig ergänzen. Die größte Herausforderung ist, wie bei allen Arbeiten dieser Art, die Trennung der Baumaterialien, die entsprechend entsorgt werden müssen.

Denkmalgeschütztes Nachbarhaus wird beim Abbruch extra abgesichert

Eine große Schwierigkeit ergibt sich noch durch das unmittelbar angrenzende ehemalige Hösl-Haus – ein denkmalgeschütztes Gebäude, das ebenfalls schon seit längerer Zeit leer steht. Die Substanz dieses Hauses ist allerdings ziemlich marode. „Hier werden wir sehr vorsichtig zu Werke gehen müssen“, erklärte Althammer, der über einschlägige Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Das Nachbarhaus werde nach Kräften abgesichert, sowohl durch „Pufferzonen“ als auch sogenannte Abbruchvorhänge.

Besonderes Augenmerk werde auf das Dach gelegt. Eine Risiko bleibe dennoch, da die Verbindungen in den Mauerwerken nicht komplett erkundet werden konnten, erklärte Althammer.

Das Hösl-Haus befindet sich im Eigentum der Stadt Neunburg. Diese sei ständig darum bemüht, jemanden zu finden, der es unter anderem mit Mitteln aus der Städtebauförderung und Altstadtsanierung wieder zum Leben erwecken könnte. Wie Bürgermeister Birner bestätigte, gäbe es aktuell einen ernstzunehmenden Interessenten.

Eine Herausforderung: Das denkmalgeschützte Hösl-Haus ist mit dem Abbruchhaus verbunden und befindet sich in schlechtem Zustand. Foto: Ralf Gohlke
Zimmer waren in diesem Betrieb schon lange frei. Das Schild über der Tür ist nur noch eine Erinnerung an goldene Zeiten. Foto: Ralf Gohlke