Nach Sparbeschluss: Chamer Gymnasiasten kehren mit Abiturfeiern in Schulturnhallen zurück

Die Abiturienten des Robert-Schuman-Gymnasiums (RSG) erhalten ihre Zeugnisse in diesem Jahr wieder in der Turnhalle – und nicht mehr in der Chamer Stadthalle. Damit kehrt die Schule zu einer Praxis zurück, die über viele Jahre hinweg üblich war. Der Landkreis übernimmt die Kosten für externe Veranstaltungsräume nicht mehr.
Aus Sicht des Landratsamtes entspricht diese Entscheidung dem Regelfall. Zeugnisverleihungen würden üblicherweise in den eigenen Räumlichkeiten stattfinden. „Dafür eignen sich insbesondere Sporthallen oder Foyers“, teilt Fabian Koller, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage mit.
Lesen Sie außerdem: Michael Multerer hat nach Niederlage im Kampf um Landratsamt Cham Blick nach vorne gerichtet
Externe Säle seien in der Vergangenheit nur in besonderen Situationen genutzt worden – etwa während der Corona-Pandemie oder während Baumaßnahmen. Zweiteres ist bekanntermaßen beim RSG derzeit noch der Fall.
Schulleiter zeigt vollstes Verständnis
Schulleiter Rudolf Zell bestätigt diese Einordnung und verweist auf die frühere Praxis: „Es ist sowieso seit jeher so, dass die Feiern in der Sporthalle durchgeführt werden. Das war auch jahrzehntelang am RSG der Fall.“ Erst die Abstandsregeln in der Pandemie hätten den Wechsel in die Stadthalle erforderlich gemacht. Aufgrund der Generalsanierung und des Umzugs in das Übergangsquartier sei man zunächst dabei geblieben.
Es ist sowieso seit jeher so, dass die Feiern in der Sporthalle durchgeführt werden. Das war auch jahrzehntelang am RSG der Fall.Rudolf Zell, Schulleiter des Robert-Schuman-Gymnasiums Cham
Nun kehrt die Schule bewusst zur Turnhalle zurück. „Ab diesem Jahr wollen wir die Entlassfeier wieder fest in der Gerhardinger-Sporthalle abhalten“, sagt Zell. Bereits im vergangenen Jahr habe dies wegen des sogenannten Auffang-Jahrgangs mit nur 23 Abiturienten funktioniert. Auch heuer sei die Zahl mit voraussichtlich 55 Absolventen vergleichsweise überschaubar: „Für die Halle im Übergangsdomizil reicht das.“
Aktuell im Netz: Prozess um toten Patienten in Klinik im Raum Cham: Gutachter entlasten angeklagten Arzt
Kritik an der Entscheidung des Landkreises äußert der Schulleiter nicht. Im Gegenteil: „In den momentanen Zeiten, in denen gespart werden muss, ist diese Entscheidung absolut nachzuvollziehen.“ Betroffen seien neben dem RSG auch die anderen Gymnasien und staatlichen Realschulen im Landkreis.
Zusammenhang mit angespannter Haushaltslage
Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit der angespannten Haushaltslage. In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses wurde deutlich, dass steigende Ausgaben die finanzielle Situation zunehmend belasten. Landrat Franz Löffler machte deutlich, dass sich der Landkreis auf seine Pflichtaufgaben konzentrieren müsse. Einsparungen seien dabei unvermeidbar.
Gleichzeitig hält der Landkreis an hohen Investitionen im Bildungsbereich fest. Für die Generalsanierung des RSG sind mehr als 35 Millionen Euro eingeplant. Im Haushaltsentwurf 2026 sind zudem rund 9,6 Millionen Euro für den laufenden Schulaufwand sowie weitere 14,7 Millionen Euro für Investitionen an Schulen vorgesehen.
Für die Abiturienten bedeutet die Entscheidung vor allem eine Rückkehr zu vertrauten Rahmenbedingungen. Spätestens mit der Fertigstellung der Sanierung dürfte sich die Situation erneut ändern – dann steht am RSG eine neue Aula für künftige Abschlussfeiern zur Verfügung.