Pockets zum Sitzen in luftiger Höhe: Moderne Features sollen das Chamer RSG besonders machen

Von Tanja Fenzl · 17. August 2024 um 19:00

Ein Jahr Sanierung am Robert-Schuman-Gymnasium Cham – die Schule ist noch immer eine Baustelle. Architekt Christoph Serwuschok ist zuversichtlich: Die Arbeiten befinden sich im Zeitplan. In den kommenden Tagen stehe einer der stärksten Eingriffe der ganze Bauarbeiten an: das Entfernen tragender Stützen am Rand der Pausenhalle.

„Das ist notwendig, damit der Blick frei wird von der Sitzstufenanlage zum künftigen Bühnenbereich“, erklärt der Architekt beim Gang durch die Baustelle. Aufwendig sei auch direkt daneben der Einbau des neuen Aufzugs. Die gesamte Schule wird barrierefrei. So soll der Aufzug künftig vom früheren Keller bis hinaus in den fünften Stock führen. „Hier bei der früheren Treppe ist die einzige Möglichkeit im gesamten Baum, das zu bewerkstelligen“, sagt Serwuschok.

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Vom zweiten Stock aus kann man schon erahnen, wie man künftig vom oberen Rand des Stufenaufbaus zur Bühne hinunter schauen kann. Und auf der anderen Seite des Quaders zeigt Serwuschok an, wo sich künftig drei, vier Pockets befinden werden, die in luftiger Höhe in den Innenhof hineinragen und Sitzgelegenheiten für schwindelfreie Schüler bieten sollen.

Mikropfähle im Fundament

Mikropfähle, die bis eine Tiefe von 13 Metern hinab in den Grund geschraubt werden, helfen dabei, das Fundament zu ertüchtigen. „Auch die Grundleitungen sind bereits erneuert worden“, beschreibt Serwuschok die Aufgaben der letzten Monate.

Die frühere große Treppe hinauf in den vierten Stock ist bereits Vergangenheit. An ihrer Stelle wird künftig nur eine so genannte Sockeltreppe entstehen, um Platz zu sparen. Eigentlich steht derzeit nur noch das Gerippe der Schule. „Es wird immer leerer, damit es danach wieder immer voller wird“, grinst Serwuschok, der mit Generalsanierungen auch im Schulbereich bereits große Erfahrung gegesammelt hat. „Bisher waren die Auftraggeber immer sehr zufrieden“, sagt er und verweist beispielsweise aufs Dominicus-von-Linprun-Gymnasium in Viechtach als Referenz.

Rohbau bis Ende 2024

Bis zum Jahresende soll der Rohbau in Cham wieder komplett fertig sein, dazu müssen über vier Stockwerke hinweg alle Wände abgefangen werden. Eine Herausforderung, sagt der Experte. Bis zum Frühjahr 2025 soll der fünfte Stock aufgepfropft werden, danach wird die Schule wieder dicht. „Die Fenster werden eingebaut, das Dach, damit wir anschließend mit dem Innenausbau weitermachen können.“

Serwuschok hofft trotz der über 40 ausgeschriebenen Gewerke und entsprechend vieler verschiedener Firmen, dass es zu keinen oder zumindest zu wenigen Ausfällen kommt, was den Bau zeitlich verzögern könnte. „Erfahrungsgemäß ist bei solch einer Größenordnung mindestens einer dabei, oft zwei oder drei.“ Das Problem: Man könne die Firmen nicht einfach ersetzen, sondern müsse erneut ausschreiben, was vor allem Zeit koste. „Aber vielleicht haben wir ja Glück“, sagt Serwuschok. Dann könnte das moderne RSG wie geplant ab 2026 wieder öffnen.

Hier, wo früher das Treppenhaus von der Pausenhalle in den ersten Stock führte, graben die Arbeiter gerade am künftigen Aufzug. Dahinter wird wieder eine Treppe bis hoch in den dann fünften Stock führen, allerdings nur eine so genannte Sockeltreppe.
Blick vom zweiten Stock hinunter in den früheren Innenhof und die Pausenhalle, wo künftig der moderne Holztreppenaufbau zur offenen Aula mit Glaskuppel Platz finden wird. Fotos: Fenzl
Im zweiten Stock sollen Pockets in luftiger Höhe den Schülern Lern- und Lesenischen bieten. Ganz oben wird der fünfte Stock in Holzbauweise aufgestockt, wo künftig die Kunsträume sein werden.
Beste Aussichten in luftiger Höhe: Noch ist die Baustelle ziemlich zugig. Ab kommendem Frühjahr soll das RSG wieder rundherum dicht gemacht sein, damit der Innenausbau beginnen kann.