Chamer Robert-Schuman-Gymnasium: Bauleiter erklärt zwischen Schutt und Kabel die neue Schule

„Das sind die ersten Schritte aus der Kreidezeit“, freuen sich Schulleiter und Baustellen-Verantwortliche am Mittwochnachmittag zwischen Minibaggern, Kabelgewirr, Schutt- und Steinhaufen und Schubkarren im RSG Cham. Vor etwas über einem halben Jahr hat die 35 Millionen Euro teure Generalsanierung des Robert-Schuman-Gymnasiums begonnen – und die Arbeiter waren fleißig. Nur noch das Gerippe des Hauptgebäudes samt Anbau steht. Die Entkernung steht kurz vor dem Abschluss – ab Mai starten die Baumeisterarbeiten.
Noch voll im Zeitplan
„Wir befinden uns absolut im Zeitplan“, sagt Bauleiter Michael Pfeffer vom planenden Ingenieurbüro Brunner Architekten. Die verbauten Rippendecken sind bereits fast überall freigelegt, derzeit sind Arbeiter damit beschäftigt, 6000 Quadratmeter Estrichboden zu entfernen. Die Fassadenplatten kommen ebenfalls weg – „die haben wir eigentlich nur über den Winter wegen der Wärmedämmung belassen“, erklärt Pfeffer. Im Mai wird als Erstes der Kanal verlegt, dann folgen Mauerdurchbrüche – das Gebäude samt Räumen wird bekanntlich von Grund auf neu ausgerichtet. Neue Böden samt Fußbodenheizung werden verlegt, die Technik wird neu verbaut, ein zusätzliches Stockwerk aus Holz wird auf das Haupthaus gepfropft.
Lesen Sie dazu auch: Sanierung in Cham: Das neue Schuman-Gymnasium darf 35 Millionen Euro kosten
Das neue große barrierefreie Treppenhaus samt Aufzug und die spektakuläre Aula inmitten des Haupthauses entstehen ebenfalls in dieser Phase. Nicht zuletzt deshalb sind auch Vertreter des Ingenieurbüros Christl in Cham bereits regelmäßig auf der Baustelle. Sie sind für die Elektroplanung, Heizung-, Lüftung- und Sanitärplanung verantwortlich. „Damit am Ende die neueste Technik bis hin zu digitalen Bildschirmen in den Klassenräumen verbaut wird, muss jetzt schon alles vorbereitet werden“, sagt Christian Piendl. Die Schüler können sich freuen: Weg aus der Kreidezeit mit grünen Tafeln – hin zu modernster Klassenausstattung mit Primeboards aktuellster Zeitrechnung.
Nur noch ein Gerippe steht
Beim Rundgang durch das Gebäudegerippe wird schnell klar, wie allumfassend die Sanierung ist. Der Eingangsbereich an der Pfarrer-Lukas-Straße ist kaum wiederzuerkennen – der Zugang wird im Zuge des Umbaus um ein Feld versetzt. Im dritten Stock sind die Kunsträume nur noch als Zimmerflucht zu erkennen, im großen Musiksaal schaufelt ein Arbeiter gerade Schutt zu großen Haufen, im kleinen Musikraum daneben versucht sich RSG-Schulleiter Rudolf Zell kurzerhand am Minibagger. Das Lehrerzimmer: nur noch eine leere Hülle und an der Aufschrift über dem Türstock auszumachen. Sekretariat, Direktorat und Stellvertreterzimmer vereinigen sich zu einem großen Abladeplatz für ausgebaute Kabelstränge und abgebaute Deckenplatten. Zuweilen überlegen selbst Zell und seine Stellvertreterin Sandra Wagner, vor welchem Raum sie sich gerade befinden. Von Wehmut dennoch keine Spur: „Wir freuen uns einfach auf die neue Schule“, sagt Zell, der sich wie Wagner regelmäßig ein Bild vom Baufortschritt macht.
„Jetzt haben wir schon die Hälfte der Zeit im Exil hinter uns“, überlegt der Schulleiter. Bereits im September 2026 sollen die Schüler wieder von der ehemaligen Gerhardinger Realschule zurück in den ursprünglichen Gymnasiumsstandort ziehen.
Verbindung zur Turnhalle entsteht
Zell, der in seiner Zeit in Bad Kötzting noch das Ende des Umbaus des dortigen Benedikt-Stattler-Gymnasiums miterlebt hat, ist überzeugt: „Ein solcher Umbau während des laufenden Schulbetriebs, das wäre unmöglich gewesen.“ Das wird auch gerade im Bereich des früheren Kellers und des Erdgeschosses deutlich. Im Untergeschoss, wo früher nur Technik und Lagerräume untergebracht waren, sollen künftig auch Schulräume entstehen, unter anderem werden hier die Werkräume untergebracht – mit bodentiefen Fenstern für viel Licht. Hier wird auch eine direkte Verbindung zur Turnhalle und der neue Haupteingangsbereich entstehen. In der Pausenhalle werden von den fünf markanten Säumen drei entfernt, ebenso der Innenhof, der zur Hälfte überdacht wird, „und die andere Hälfte wird ganz oben mit Glas überdacht“, erläutert der Bauleiter. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Zeitschiene weiter eingehalten werden kann. „Sicher, wir befinden uns relativ am Anfang“, aber die derzeitige Situation auf dem Bausektor gebe Anlass zur Hoffnung, dass alle Gewerke zügig ausgeführt werden.














