Ziel der neuen Leitung: Endlich wieder Stabilität am Robert-Schuman-Gymnasium

Als er im Juli am letzten Schultag mit Schülern und Lehrern mit einer Polonaise und La-Ola-Welle den Abschied vom Robert-Schuman-Gymnasium in seiner Form feierte, war Rudolf Zell noch nicht bewusst, dass er es sein würde, der das RSG in die neue Ära führen wird.
Im Exil freut er sich mit seinem Team auf das Schulleben in der Post-Covid-Zeit. Dass Angela Schöllhorn in den vorzeitigen Ruhestand gehen würde, wurde erst in den Sommerferien bekannt.
Er hatte gerade einmal eine Woche „normalen“ Schullebens am Robert-Schuman-Gymnasium, ehe Corona das Schulleben nachhaltig veränderte. Sie verpasste den großen Renovierungs-Umzug des RSG in die Räume der ehemaligen Gerhardinger-Realschule. Den Umzug, den Rudolf Zell als stellvertretender Schulleiter Ende letzten Schuljahres organisierte. Jetzt finden sich Zell und Sandra Wagner als neuer Schulleiter und neue Stellvertreterin zusammen, um das Gymnasium in „hoffentlich ruhigere Fahrwasser“ zu lenken. Das Team, seit 18. Februar im Amt, hat viel vor.
Neue Homepage
Eine der ersten Maßnahmen soll die Neugestaltung der Schul-Homepage werden – ein besonderes Anliegen von Zell, dem die „verstaubte“ Seite als versierter Programmierer schon länger ein Dorn im Auge war. Nachdem er aber sehr schnell für die erkrankte Schulleiterin Angela Schöllhorn die Schulleitung übernehmen musste, sei dafür einfach nie Zeit gewesen, seit er 2020 vom Benedikt-Stattler-Gymnasium Bad Kötzting nach Cham wechselte. „Der Tag hat eben nur 24 Stunden“, und die Pandemie und der Ausfall der Chefin brachten zu viele neue Aufgaben mit sich. Das RSG wurde von Zell und Tobias Hanauer, offizieller Mitarbeiter der Schulleitung, durch zwei schwierige Jahre mit Pandemie und bevorstehender Renovierung samt Umzug geführt.
Umbau beginnt bald
Zell, der sich freut, endlich auch wieder Zeit für ein paar Unterrichtsstunden zu haben, und Wagner, die nach zwei Jahren am Fraunhofer-Gymnasium wieder in ihre langjährige „Heimat“ RSG zurückkehrte, haben sich vor allem eines vorgenommen: Die viel gelobte familiäre Atmosphäre der Schule auch im kurzzeitigen Exil zuerhalten. 2026 soll das dann grundlegend sanierte Robert-Schuman-Gymnasium wieder bezugsfertig sein. „Wir hoffen dass man im März, spätestens April, endlich mit den Arbeiten beginnt“, sagt Zell.
„Wir haben ja lange keine normale Schulzeit gehabt“, umso mehr freue sie sich, endlich wieder ohne Masken, ohne Abstand arbeiten zu können, sagt Wagner.
Vieles wieder möglich
Schulfahrten, Veranstaltungen in Präsenz, auch der Tag der offenen Tür: Dinge, die das neue Schulleiterteam in den Fokus rückt. Apropos Tag der offenen Tür: Das sei seine erste Erfahrung mit dem typischen „Geist des RSG“ gewesen, sagt Zell. „Wie da nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler begeistert mitgemacht haben, die Schule bestmöglich präsentieren wollten, das hat mich letztes Jahr schwer beeindruckt“, sagt der neue Schulleiter. Weil so vieles in seiner Anfangszeit am RSG nicht möglich gewesen sei, lerne auch er jeden Tag dazu. Die Tatsache, dass das RSG noch relativ überschaubar sei, was die Schülerzahlen anbelangt, ht er für einen Vorteil. „Jeder kennt jeden“, sagt auch Wagner, und betont: „Da kann man die Schüler gut unterstützen, auch wenn sie einmal ins Straucheln kommen.“
Lange Anfahrtswege halten Schüler fern
Weil es gerade in einem Flächenlandkreis wie Cham für die Schulart Gymnasium schwieriger sei als in Städten, arbeite man seit Jahren recht eng mit dem anderen Gymnasium in Cham zusammen. „Jede Schule hat ja ihre eigenen Zweige, da findet jeder Schüler seinen Platz.“ Die größere Konkurrenz seien die Realschulen, die mit kürzeren Anfahrtswegen punkteten. Viele Eltern scheuten den langen Anfahrtsweg ins Gymnasium, und schickten auch Einser-Schülerlieber in die Realschule. Dabei, macht Wagner Werbung, biete das RSG mit den Zweigen neusprachlich, humanistisch und wirtschaftswissenschaftlich eine breit gefächerte Ausbildung,
Und gerade bei den neuen Schülern halte man die Klassenstärken bewusst klein, um den Übergang in die neue Schulart zu erleichtern.
Gespräche mit den Kollegen, eine gute Grundlage für die bisher hervorragende Arbeit der Lehrer zu schaffen, eine geeignete Aufgabenteilung zu finden, das haben sich Zell und Wagner für die nächsten Wochen und Monate vorgenommen.
Exil gefällt bis dato allen
Und natürlich arbeite man darauf hin, die Schülerzahlen zu steigern. Obwohl – so gut Lehrern und Schülern bis dato ihre neue Unterkunft im charmanten Altbau und zentrumsnah gefällt: „Mittelfristig würde es hier wohl etwas eng“, sagt Zell. Und so freuen sich die beiden neuen Schulleiter vor allem auch darauf: Dass sie wieder Stabilität ins Schulleben bringen, und in drei Jahren mit Kollegen und Schülern in eine hochmoderne und bestausgestattete Schule zurückziehen dürfen.
Die Neuen in der Schulleitung
Rudolf Zell:Der gebürtige Straubinger studierte nach Schulzeit und Bundeswehr Lehramt in Regensburg (Sport, Englisch, Ethik), arbeitete als Informatiker und selbstständiger Unternehmer, ehe er mit Mitte 30 das Referendariat nachholte. Von 2005 bis 2020 unterrichtete der zweifache Familienvater am Benedikt-Stattler-Gymnasium Bad Kötzting. Er wohnt in Blaibach.
Sandra Wagner:Aufgewachsen in Harrling (Gemeinde Zandt), studierte Wagner nach der Schulzeit am JvFG Cham Lehramt für Englisch und Deutsch. 20 Jahre unterrichtete sie am RSG, ab 2023 als Fachleiterin Englisch. 2020 wechselte die Mutter von drei erwachsenen Kindern während ihres Diensts als Fachreferentin für Englisch an der MB-Dienststelle der Oberpfalz ans JvFG.

