Regensburger Wurstkuchl ohne Schwarzer Kipferl? Der Wirt hat eine klare Meinung

Von Jonas Raab · 12. März 2026 um 11:00

Es ist das erste, das der gemeine Tourist von Regensburg schmeckt: die Bratwurst aus der Historischen Wurstkuchl – serviert mit Sauerkraut und süßem Senf im Schwarzer Kipferl. Hat dieser „Klassiker“ eine Zukunft? Schließlich hat Kipferl-Bäck Rudolf Weber kürzlich einen Insolvenzantrag gestellt. Wie es für die Bäckerei Schwarzer weitergeht, steht in den Sternen.

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„Seit ich denken kann“: Mindestens so lang – und wohl noch viel, viel länger – gibt es das Kipferl laut Wirt Andreas Meier in der Wurstkuchl schon. „Wir sind mit ihm zusammengewachsen. Es hat bei uns noch nie ein anderes Brot gegeben.“ Meier schwärmt. „Handgemacht, ohne Zusatzstoffe. Ein Brot, wie es sich gehört.“ Und er schwärmt weiter. „Wir lieben das Kipferl.“

Dass kleine Betriebe im Welterbe ins Wanken geraten, wundert den Wirt der ältesten Bratwurststube der Welt nicht. Er spricht von einer „zugesperrten Altstadt“ und meint damit fehlende Parkplätze. „Als man angefangen hat, die zu vernichten, ist es bergab gegangen“, sagt er und verweist auf die vielen Leerstände rund um den ehemaligen Kaufhof am Neupfarrplatz.

Historische Wurstkuchl in Regensburg: Wirt glaubt an Kipferl-Zukunft

Zurück zum Schwarzer Kipferl. „Es wäre super schade, wenn es verschwindet!“ Aber daran glaubt Meier trotz aller Kritik an den Rahmenbedingungen in der Altstadt nicht. „Es geht ja erst mal weiter und das freut uns“, sagt der Wurstkuchl-Wirt und beruft sich dabei auf Aussagen von Bäckermeister Weber. „Deshalb muss ich mir vorerst keine Gedanken machen.“

Weber selbst hat kürzlich im Gespräch mit der MZ beteuert: „Wir versuchen alles, dass es weitergeht.“ Auch der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Hans-Peter Lehner, zeigte sich früh optimistisch – und deutete an, dass ein Investor die Lösung sein könnte. Laut Lehners Mitarbeiter, Rechtsanwalt Fabian Gerl, haben sich bislang drei Interessenten gemeldet. Diese hätten um Verschwiegenheit gebeten. Man befinde sich noch in einer sehr frühen Phase des Austauschs, der Planungen und der Verhandlungen. „Spruchreif ist hier noch lange nichts.“

Können die Kipferl weiterhin in der Regensburger Altstadt produziert werden?

Eine Hürde: „Sofern die Produktion weiterhin in der Oberen Bachgasse erfolgen soll, müssen die Verpächter der Räumlichkeiten mit dem neuen Pächter einverstanden sein“, sagt Gerl. Zudem sei fraglich, inwieweit und und unter welchen Voraussetzungen die Stadt Regensburg die weitere Produktion in den angestammten Räumen – es handelt sich um das denkmalgeschützte Albrecht-Altdorfer-Haus – genehmigen könne und werde.

Auch gute Nachrichten hat Gerl zu vermelden. Die Arbeitsagentur habe am Mittwoch die Zustimmung für die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds erteilt. Das bedeutet: Der Februarlohn der knapp 20 Angestellten der Bäckerei Schwarzer kann ausgezahlt werden. Von Weber lässt Gerl ausrichten, dass unter den Mitarbeitern eine „positive und anpackende Stimmung“ herrsche, keine Resignation. Auch Meier sagt: „Alle sind guter Dinge.“