Weg für Übernahme von Neunburger Unternehmen FEE ist frei: So geht es nun weiter

Von Jan Lange · 7. März 2026 um 19:00

Es war vor gut einem Monat ein wirtschaftlicher Paukenschlag: Die amerikanische Private-Equity-Firma One Equity Partner (OEP) will F.EE in Neunburg übernehmen. Dieser Schritt musste noch vom Bundeskartellamt geprüft und genehmigt werden. Nun gibt es eine Entscheidung.

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Das Kartellamt hat die geplante Übernahme nach entsprechender Prüfung genehmigt, heißt es vonseiten der Bundesbehörde. Laut Pressesprecher Kay Weidner werde die OEP mittelbar über die Comau S.p.A. und die Heron Germany GmbH sämtliche Anteile an der Fleischmann 10 GmbH, der Fleischmann 20 GmbH, der F.EE Automation GmbH, der F.EE Industrieautomation, der F.EE Verwaltungs-GmbH und der Alon-Produktions GmbH erwerben.

Damit sind alle regulatorischen Voraussetzungen für die Übernahme erfüllt.Kathrin Dirnberger, Leiterin PR und Marketing bei F.EE

„Mangels wettbewerblicher Bedenken konnte das Vorhaben in der sogenannten ersten Prüfungsphase – innerhalb eines Monats nach Anmeldung – freigegeben werden“, so Kartellamtssprecher Weidner. Mit der Genehmigung sind damit auch keine Auflagen verbunden.

Neben der Freigabe der zuständigen Kartellbehörde erhielt F.EE auch die erforderliche Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums im Rahmen der außenwirtschaftsrechtlichen Prüfung. „Damit sind alle regulatorischen Voraussetzungen für die Übernahme erfüllt“, erklärt F.EE-Sprecherin Kathrin Dirnberger. Nun kann die Übertragung der Anteile erfolgen.

Die Amerikaner werden laut Dirnberger „sämtliche in- und ausländischen Gesellschaften übernehmen, die für die Durchführung und Sicherstellung des operativen Geschäfts erforderlich sind“. Dies umfasse alle Einheiten, deren Funktionalität, Leistungen oder Ressourcen wesentlich für die Fortführung der betrieblichen Aktivitäten seien.

Die Unternehmensleitung bleibt unverändert

Wie Dirnberger erklärt, ist die Heron Germany GmbH, welche die Anteile erwerben wird, die unterste Ebene einer mehrstufigen Holdingstruktur, die von OEP kontrolliert wird. „Im Rahmen des laufenden Übernahme- und Strukturierungsprozesses wird die Heron Germany GmbH umbenannt und unter dem Namen F.EE firmieren. Der Sitz bleibt in Neunburg. Die derzeitige Unternehmensleitung der F.EE-Gruppe bleibt unverändert“, erläutert die Firmensprecherin.

F.EE erwartet, dass die Übertragung der Anteile ohne Verzögerungen vollzogen werden kann. Man rechnet laut Dirnberger mit einem Abschluss bis spätestens Ende April.

Anfang Februar war die Öffentlichkeit über die geplante Übernahme des Neunburger Industrieunternehmens F.EE durch OEP informiert worden. In Neunburg beläuft sich die Produktions- und Fertigungsfläche von F.EE inzwischen auf circa 35 000 Quadratmeter. Mit 180 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr konnte die Unternehmensgruppe ihr Umsatzvolumen innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppeln. F.EE ist derzeit Arbeitgeber für rund 1050 Beschäftigte, davon 75 in den ausländischen Niederlassungen. Im Jahr 2017 hatte F.EE die Zahl von 1000 Mitarbeitern erstmals überschritten.

Die F.EE-Eigentümerfamilie Fleischmann hat zwar wiederholt betont, dass sich für die Beschäftigten in Neunburg durch die Übernahme nichts spürbar ändern werde. Trotzdem herrscht eine gewisse Unsicherheit unter den Mitarbeitern. Das wird auch daran deutlich, dass es aktuell Bemühungen gibt, einen Betriebsrat zu gründen.

Die Initiative ging von F.EE-Beschäftigten aus.Matthias Scherr, Fachsekretär der IG Metall Amberg

Seit Mitte vergangenes Jahres seien von unterschiedlichen F.EE-Beschäftigten Anfragen bezüglich einer Betriebsratsgründung bei der IG Metall Amberg eingegangen, teilte deren Sekretär Matthias Scherr auf MZ-Anfrage mit. „Wichtig ist für uns zu betonen, dass die Initiative von F.EE-Beschäftigen ausgegangen ist“, so der IG-Metall-Sekretär weiter.

Das Interesse an einer Betriebsratsgründung scheint groß zu sein, wie eine interne Chatgruppe deutlich macht. Zwar habe die Initiative zur Betriebsratsgründung durch die Übernahmepläne einen Schub bekommen, sie sei aber davon völlig unabhängig entstanden, betont Scherr.

Als das Interesse von den Kollegen konkreter geworden und klar gewesen sei, dass es der Anspruch sei, die Zukunft gestalten zu wollen und es nicht gegen jemanden gehe, war es laut Scherr für die IG Metall selbstverständlich, das Vorhaben zu unterstützen. „Ob und wann es zu einer Betriebsratswahl kommt, ist bisher nicht absehbar. Klar ist aber, dass es entschlossene Kollegen gibt, die einen Betriebsrat gründen wollen“, erklärt Scherr.

Sprachrohr für die große Anzahl an Mitarbeitern

Warum es bisher noch keinen Betriebsrat gab, lässt sich laut dem IG-Metall-Sekretär konkret nicht sagen. In Gesprächen mit Mitarbeitern sei aber angeführt worden, dass man Angst vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen gehabt habe.

Sicherlich wird es auch Menschen geben, die gegen einen Betriebsrat argumentieren. Aber da kann ich sagen, ein Betriebsrat nimmt niemanden etwas weg.Matthias Scherr von der IG Metall Amberg

„Klar ist für uns, und deshalb unterstützen wir auch die Kollegen bei einer Betriebsratsgründung, dass es nicht gegen die Eigentümer von F.EE geht“, stellt Scherr klar und fügt hinzu: „Es wäre sehr vermessen zu sagen, dass F.EE schlechte Arbeitsbedingungen hat und deshalb einen Betriebsrat braucht.“ Der Gewerkschaft wurde nach Sperrs Worten immer wieder gesagt, dass das Unternehmen so schnell gewachsen sei, dass es nun an der Zeit sei, einen Betriebsrat zu haben, der als Sprachrohr für die große Anzahl an Beschäftigten als Ansprechpartner fungiere.

„Sicherlich wird es auch Menschen geben, die gegen einen Betriebsrat argumentieren. Aber da kann ich sagen, ein Betriebsrat nimmt niemandem etwas weg. In Neunburg gibt es gute Beispiele um F.EE herum, dass Betriebe mit Betriebsrat erfolgreich sind“, macht der Gewerkschaftler deutlich.