Wegen sehr guter Nachwuchsarbeit: Neunburger Feuerwehr stößt räumlich an Grenzen

Von Jan Lange · 19. Februar 2026 um 11:00

Die Zahlen sind mehr als positiv: 58 Kinder und Jugendliche zählen die Nachwuchstruppen der Neunburger Feuerwehr. Doch diese Stärke hat Folgen. Und die kamen in der jüngsten Jahresversammlung zur Sprache. Aber eine Lösung ist in Sicht.

Der Lehrsaal im Gerätehaus war voll besetzt – 100 Mitglieder konnte Thomas Zimmermann, Vorsitzender der Feuerwehr, zur Jahresversammlung begrüßen. Dass es eng zugeht, sind die Kameraden gewohnt. Das liegt auch an der Jugendarbeit: Der Kinderfeuerwehr gehören 31 Jungen und Mädchen an, bei der Jugendfeuerwehr sind es 27 Mitstreiter. „Das ist eine ordentliche Hausnummer“, findet FF-Vorsitzender Thomas Zimmermann.

Das Materiallager zu einer Umkleide umfunktioniert

Allerdings stößt die Feuerwehr mit der Ausbildung des Nachwuchses im Gerätehaus an Grenzen. Im Untergeschoss des Gebäudes wurde ein Materiallager zur Umkleide für die Kinder und Jugendlichen umfunktioniert. Nicht nur bei den Umkleiden wird es manchmal ganz schön eng – auch bei der Ausbildung. Jeder Betreuer kümmert sich um fünf Kinder, erläutert Zimmermann. Aktuell sind es acht Betreuer. Das bedeutet, dass die Kinderfeuerwehr maximal auf 40 ansteigen kann. Bei der Jugendfeuerwehr würden die Betreuer ebenso ans Limit kommen, weiß Zimmermann.

In der Vergangenheit wurde schon ein Aufnahmestopp für die Kinderfeuerwehr verhängt, momentan werden wieder neue Mitglieder aufgenommen. Und die derzeitige Zahl von 31 Kindern könnte weiter steigen, denn die nächsten Interessenten stehen laut Zimmermann in den Startlöchern. Es sei zwar positiv, dass so viele Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr mitmachen wollten, es müsse aber auch jemanden geben, der sich um sie kümmert, steht für Kommandant Stefan Beer fest. Auch beim Transport zu Wettkämpfen und Übungen sind die Sitzplätze Mangelware.

Aus diesem Grund wird ein neuer Mannschaftstransportwagen (MTW) angeschafft. Den entsprechenden Antrag hatte der Stadtrat bereits im Oktober 2025 einstimmig abgenickt. „Der Antrag zeigt ganz deutlich, wie wichtig und wertvoll die Nachwuchsarbeit für unsere Feuerwehr ist“, meinte damals CSU-Stadtrat Harald Klatzka, der auch Feuerwehrbeauftragter der Stadt Neunburg ist. „Nur mit gut ausgebildeten jungen Kräften können wir auch in Zukunft auf eine starke Einsatzbereitschaft bauen“, so Klatzka bei der Abstimmung.

Für ihre langjährige Treue bei der Feuerwehr und im Verein wurden im Rahmen der Jahresversammlung mehrere Mitglieder ausgezeichnet. - Foto: Thomas Zimmermann

Der Feuerwehrverein wird das Fahrzeug anschaffen. Zur Finanzierung wurde der bisherige Kommandowagen, ein BMW von 2009, über die Plattform Zollauktion verkauft. Während der Verkauf des alten Kommandowagens laut Zimmermann abgeschlossen ist, befindet sich der Kauf des MTW auf der Zielgeraden. Neben dem Verkaufserlös wird der Feuerwehrverein eine größere Summe zwischen 25 000 und 30 000 Euro beisteuern. FW-Fraktionschef Martin Scharf dankte in der Ratssitzung dem Verein, dass er „erhebliche Kosten“ bei der Beschaffung des Fahrzeuges übernimmt. Die jährlich anfallenden Betriebskosten für den MTW wird die Stadt Neunburg schultern.

Kurzfristig wurde ein Container angeschafft

Das neue Fahrzeug soll nicht nur zur Förderung der Ausbildungs- und Nachwuchsarbeit dienen, sondern wird ebenso bei Einsätzen zur Personalnachführung, zur Unterstützung der Atemschutzträger sowie für Absperrmaßnahmen eingesetzt. Den Wunsch der Feuerwehr nach einem neuen MTW hat die Stadt erhört – und auch der Wunsch nach größeren Räumlichkeiten, wie bei der Jahreshauptversammlung geäußert, könnte sich vielleicht bald erfüllen.

Im Umkreis des Gerätehauses habe die Stadt ein Grundstück erwerben können, wie Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) auf MZ-Nachfrage erklärt. Nun werde geschaut, was man damit machen könnte.

Überhaupt werde regelmäßig in die Feuerwehr investiert, betont der Bürgermeister. Als das Materiallager für die Umkleide geräumt werden musste, sei kurzfristig ein Container angeschafft worden. Im Frühjahr bekommt die Feuerwehr auch einen Gerätewagen Logistik (GW-L1). Dass aber auch baulich etwas getan werden muss, dessen ist sich der Rathauschef bewusst. Es seien in den vergangenen Jahren zwar Investitionen – beispielsweise die Erneuerung der Garagentore – geschoben worden, die Stadt schaue aber immer, dass kein Investitionsstau entstehe.

Ehrungen bei Jahreshauptversammlung

• Verein: Für 30 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein wurden Eveline Stangl und Ingo Simandi geehrt, für 40 Jahre Thomas Schmid und für 50 Jahre Gerhard Reiml.

• Aktive: 30 Jahre aktiv in der Feuerwehr ist Stephan Meier, seit 40 Jahren ist Otto Birner dabei. Darüber hinaus gab es weitere Ehrungen für zehn und 20 Jahre aktiven Feuerwehrdienst.