Künstlerin mit Heimatliebe: Cornelia Walbrun aus Neunburg stellt erstmals in Regensburg aus

In Neunburg ist sie vor allem als Bibliotheksleiterin und Museumsmitarbeiterin bekannt. Doch Cornelia Walbrun hat auch eine andere Leidenschaft: die Kunst. Am Donnerstag stellte sie erstmals auch in Regensburg ihre Werke vor.
Die Vorgeschichte reicht bis zum Sommer 2024 zurück. Damals gestaltete Cornelia Walbrun für Regierungspräsidenten Walter Jonas, den Ehrenschirmherrn der Neuburger Festspiele, eine Seite im Goldenen Buch der Stadt, und Jonas war begeistert. Er schlug der Künstlerin vor, ihre Werke in Regensburg auszustellen.
Mit der Hilfe einer Freundin machte sich Walbrun sofort an die Arbeit: Die beiden gestalteten eine große Mappe voller Bilder und reichten die Bewerbung ein. Ein gutes Jahr später war es nun so weit: Am Donnerstag wurde die lang erwartete Ausstellung eröffnet. Regierungsvizepräsidentin Christiane Zürn begrüßte die zahlreich erschienen Gäste, darunter einige Ehrengäste und bekannte Neunburger.
Die Motive müssen das Herz erreichen
Malen, das war für Cornelia Walbrun anfangs nur ein Hobby. Seit sie aber vor einigen Jahren das Urban Sketching für sich entdeckte, ist daraus eine echte Leidenschaft geworden. Mit Vorliebe zeichnet sie in Aquarelltechnik kolorierte Szenerien und hat inzwischen viele interessierte Käufer. Urban Sketching ist eine künstlerische Bewegung, bei der man alltägliche Eindrücke im öffentlichen Raum spontan beobachtet und zu Papier bringt. „Viele oder vielleicht auch alle meiner Bilder entstehen aus diesem Gefühl heraus: aus Vertrautheit, aus dem Beobachten und dem stillen Staunen“, erzählte die Künstlerin in ihrer Begrüßungsrede.
Zum Großteil wählte sie für die Ausstellung Motive aus Neunburg und Umgebung. Der Schwerpunkt liegt auf Häusern und Straßenzügen, aber es sind beispielsweise auch einige Naturbilder dabei. Nur ein einziges Motiv aus der Fremde hat sich in die Auswahl eingeschlichen: Es zeigt die italienische Stadt Venedig. Eine Freundin hatte ihr ein Foto gegeben, und es gefiel ihr so gut, dass sie es einfach nachgemalt hat Diese Freiheit schätzt Cornelia Walbrun.
Zur Ausstellung bei der Regierung der Oberpfalz hat Walbrun auch eine Reihe von Regensburg-Bildern mitgebracht. Diese seien ihr um einiges schwerer gefallen als die Motive aus Neunburg, verrät sie. Die Motive müssten ja schließlich auch „das Herz erreichen“. Und ihr stehe die eigene Heimat nun mal am nächsten.
Neunburg und die Oberpfalz haben ihren eigenen Reiz
Ihre Heimatstadt hat für Walbrun eine große Bedeutung. Als gebürtige Neunburgerin wohnt, lebt und arbeitet sie gerne dort. Schade findet sie, dass manche Mitbürger nur wenig Vertrauen in die Stadt legen und das Potenzial zur eigenen Entfaltung in Neunburg nicht immer sehen würden. Dabei könne doch eigentlich ganz viel passieren, wenn man nur selber etwas verändere, findet Walbrun: „Ohne meine Heimatstadt wäre ich jetzt nicht hier.“
Ihr Anliegen ist es daher, in ihrer Kunst die Oberpfalz und speziell ihre Heimatstadt ins rechte Licht zu setzen: „Wichtig ist mir auch, das die Bilder einen gewissen Charme und Reiz ausstrahlen“, so Walbrun. Von sterilen Neubauten hält sie wenig, viel lieber sind ihr alte Häuser „mit Patina“. Hier entstehen spannende Farbeffekte, mit denen sie in Aquarelltönen experimentieren kann. Ein weiteres Merkmal von Walbruns Bildern ist, dass sie gerne unerwartete Ausschnitte wählt. Manchmal ragen Teile des Motivs auch aus dem Bild heraus, wie einige Gäste angeregt kommentierten. Solche Details machen die Bilder lebendig.

Auch für den Verkauf der Bilder hat es sich gelohnt
Inzwischen versucht Walbrun sich neben den Stadtbildern auch an Tiermotiven, denen sie die gleiche Liebe zum Detail widmet: „Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, und den wollte ich dabei einfangen“, so die Künstlerin.
Von dem Erfolg der Ausstellung und den vielen Gästen zeigte sich Cornelia Walbrun am Donnerstag überwältigt. Auch der Verkauf läuft gut, 16 der 58 Werke sind am Ende des Abends schon reserviert. Für die Zukunft hofft sie, dass es so spannend weitergeht. „Ich bin auf jeden Fall noch nicht fertig“, sagt Walbrun. In künstlerischer Hinsicht möchte sie beim Sketching bleiben, den Stil jedoch weiterentwickeln und verfeinern. Bis zum 8. April wird die Ausstellung im Eingangsbereich der Regierung der Oberpfalz zu sehen sein.