Neunburg macht ein gutes Drehleiter-Geschäft – Ersatz kommt aus Schwandorf

Dass Feuerwehren auch ausrücken und löschen, wenn es in Nachbarorten brennt, kommt regelmäßig vor. Die Hilfe, die die Stadt Schwandorf nun Neunburg leistet, geht aber weit darüber hinaus. Die Drehleiter mit dem Funkrufnamen Schwandorf 30/2 soll für zwei Monate in der Pfalzgrafenstadt eingesetzt werden. Auch für die Zeit danach hat die Stadt Schwandorf bereits Pläne mit der Drehleiter.
Der Seilzug einer Drehleiter muss regelmäßig inspiziert und geprüft werden. Alle zehn Jahre ist eine solche Revision verpflichtend. In Neunburg steht eine solche Prüfung der Drehleiter in diesem Jahr an. Sie muss dafür zur Herstellerfirma gebracht werden. Gut zwei Monate wird die Revision dauern, erklärt Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU). Das wird die Stadt eine sechsstellige Summe kosten.
Sicherheit im Notfall muss gewährleistet werden
„In der Zeit, in der unsere Drehleiter inspiziert wird, müssen wir vor Ort dennoch den Brandschutz gewährleisten und brauchen eine andere Drehleiter“, sagt der Rathauschef. Man dürfe keinesfalls pokern und denken, es passiere schon nichts.
Im Notfall werde gerade bei größeren Gebäuden wie dem Vorstadtzentrum, in dem sich auch einige Praxen des Gesundheitszentrums Ostoberpfalz (GZO) befinden, eine Drehleiter unbedingt gebraucht, betont Birner. Bei manchen Gebäuden sei die Drehleiter im Notfall auch als zweiter Fluchtweg angegeben.
In der Zeit, in der unsere Drehleiter inspiziert wird, müssen wir vor Ort dennoch den Brandschutz gewährleisten und brauchen eine andere Drehleiter.Martin Birner, Neunburgs Bürgermeister
Um eine Drehleiter weiter vor Ort zu haben, hätte sich die Stadt Neunburg bei der Herstellerfirma eine ausleihen können. „Das hätte uns nochmal ein Heidengeld gekostet“, kritisiert der Bürgermeister den Hersteller.
Auf die vorhandenen Drehleitern in Oberviechtach und Schwandorf zu vertrauen, wäre im Brandfall auch nicht die beste Idee. Sie könnten keinesfalls in der vorgegebenen Ausrückezeit vor Ort in Neunburg sein, meint Birner. Durch Zufall habe er dann erfahren, dass es in der Großen Kreisstadt noch eine zweite Drehleiter gibt, die einsatzfähig ist.
Stadtoberhäupter stehen in engem Austausch
Im Rahmen sogenannter Amtshilfe und interkommunaler Zusammenarbeit soll sie Neunburg für zwei Monate zur Verfügung gestellt werden. „Neunburgs Bürgermeister Birner und Schwandorfs Oberbürgermeister Feller stehen dazu in engem Austausch“, weist Schwandorfs Pressesprecherin Lara Schmaus auf MZ-Anfrage hin.
Bevor die Drehleiter nach Neunburg kommen kann, muss noch geprüft werden, ob alle Brandschutzauflagen erfüllt und gegebenenfalls etwas hergerichtet werden muss. Deshalb stehe auch der genaue Zeitpunkt, wann die Drehleiter nach Neunburg geht, noch nicht fest. Im Laufe dieses Jahres soll es aber über die Bühne gehen, erklärt Bürgermeister Birner. Er hofft, dass die Drehleiter aus Schwandorf so bald wie möglich der Neunburger Feuerwehr zur Verfügung gestellt werden und die Revision des eigenen Gerätes erfolgen kann. Laut Schwandorfs Pressesprecherin ist die Drehleiter aktuell einsatzbereit.
Dass Neunburg die Drehleiter aus der Großen Kreisstadt auch länger als zwei Monate brauchen könnte, glaubt Birner nicht. Mit der Herstellerfirma werde die Stadt einen Vertrag abschließen, in dem auch der Zeitraum der Revision festgelegt werde. „An diesen Vertrag müssen sie sich halten“, steht für den Bürgermeister fest. „Dafür kriegen sie auch viel Geld.“
In Schwandorf wird die Drehleiter nicht dringend zurückerwartet. Laut Schmaus soll sie nämlich nach dem Ende der Amtshilfe regulär außer Betrieb gehen. Es sei derzeit geplant, sie danach zu verkaufen, so die Pressesprecherin..