Georg Schmid ist nun Ehrenvorsitzender der Feuerwehr Neunburg

Von Ralf Gohlke · 2. Februar 2025 um 19:00

„Feuerwehr live“ hieß es bei der Jahreshauptversammlung der Stützpunktwehr am Samstag. Gerade als die Mitglieder mit der Ernennung des langjährigen Vorsitzenden Georg Schmid zum Ehrenvorsitzenden begannen, wurden die Aktiven zu einer Suchaktion nach einer vermissten Person in Lengfeld alarmiert.

Die Vorstandschaft entschied sich dazu, die Versammlung dennoch fortzusetzen, da ein Großteil der Tagesordnung bereits abgearbeitet war.

Für Thomas Zimmermann war es die erste Jahreshauptversammlung als Vorsitzender, nachdem er das Amt im Vorjahr von Georg Schmid übernommen hatte. Nach der Begrüßung und den ersten Regularien erzählte er schmunzelnd, dass er nach seiner Wahl oft gefragt worden sei, ob er „noch ganz richtig an der Murmel“ sei, sich so etwas anzutun.

Damit hätten die Skeptiker nicht nur die Verantwortung für einen so großen Verein gemeint, sondern auch die viele Arbeit und den erheblichen Zeitaufwand. Doch Zimmermann betonte, dass er als langjähriger Stellvertreter genau gewusst habe, worauf er sich einlasse.

Zimmermann ist Vorsitzender der geilsten Feuerwehr der Welt“

Sein „großes Aber“ sei jedoch, dass er Vorsitzender der „geilsten Feuerwehr der Welt“ sein dürfe – und das mache vieles gar nicht mehr so schlimm. Im Gegenteil: Sein größter Lohn sei es zu sehen, wie der Verein lebe. Zimmermann zitierte dazu eine Reihe von Beispielen aus seinem Tätigkeitsbericht. Er nannte den aktuellen Mitgliederstand von 360 Personen, davon 68 Aktive, 19 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 39 Mitglieder in der „Löschbande“ (Kinderfeuerwehr), 24 Senioren und 233 passive Mitglieder. Damit seien von sechs bis 90 Jahren alle Generationen vertreten.

Er nannte einige Höhepunkte des vergangenen Jahrs wie die Ausrichtung des Bundeswettkampfes, die Teilnahme der Jugendfeuerwehr an der Bayerischen Meisterschaft, die große Beteiligung an Festen anderer Feuerwehren oder das Jugendzeltlager und den Vereinsausflug. Stolz zeigte er sich in Bezug auf das gute Verhältnis zu BRK, THW, Wasserwacht und Polizei. Entsprechend lang war seine Liste von Helfern und Unterstützern sowie den Kollegen im Vorstand, denen er Worte des Danks widmete.

Ansturm auf die Kindergruppe

Positiv waren auch die Berichte von Eveline Stangl über die Kinderfeuerwehr, die sogar einen Aufnahmestopp verhängen musste, und von Jugendwart Josef Ettl über die Jugendfeuerwehr. Den Höhepunkt bildete der sechste Platz beim Landesentscheid im Bundeswettwettkampf.

Kommandant Stefan Beer blickte auf ein forderndes Jahr mit 158 Einsätzen und 52 Übungsvorhaben zurück. Er verwies darauf, dass 51 Einsätze zwischen 18 und 6 Uhr und 67 Einsätze zwischen 6 und 18 Uhr stattfanden. Weil 90 Prozent der Aktiven einem Beruf nachgingen, liege der größte Faktor zur Sicherstellung des Brandschutzes bei den privaten Arbeitgebern. Daher gelte sein Dank vor allem jenem Betrieben, die ihre Mitarbeiter dafür freistellten, teils sogar unentgeltlich. Beer erwähnte besonders die überörtlichen Ausbildungen und die erfolgreichen Prüfungen und schloss ebenfalls mit Worten des Dankes.

Ihre Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehr brachten die stellvertretende Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU), der stellvertretende Landrat Jakob Scharf (CSU) und Kreisbrandinspektor Christian Weinfurtner zum Ausdruck.

Den Höhepunkt der Vereinsehrungen für jahrzehntelange Mitgliedschaften bildete die Ernennung von Georg Schmid zum Ehrenvorsitzenden, der die Wehr 30 Jahre lang geführt hatte. „Damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet“, bekannte dieser sichtlich bewegt. „Ihr seid einfach ein prima Haufen, macht weiter so“, gab er der Mannschaft mit auf den Weg. Gegen 21.41 Uhr rollte das letzte Einsatzfahrzeug wieder im Gerätehaus ein. Die vermisste Person war von selbst wohlbehalten zurückgekehrt.

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Thomas Zimmermann (r.) bei Ehrenfestmutter Anna Irl für die stetige Unterstützung. Foto: Ralf Gohlke