Neunburgs Stadträte gehen verschieden mit Social Media um – Expertin rät, regelmäßig zu posten

Von Ramona Teufel · 30. Januar 2025 um 11:00

Bundeskanzler, Ministerpräsidenten, Bundes- und Landtagsabgeordnete – sie alle zeigen sich auf ihren Social-Media-Kanälen politisch aber auch privat. Auch in Neunburg setzen die Lokalpolitiker auf die sozialen Medien. Doch sie gehen unterschiedlich damit um.

Martin Scharf (FW), MdL und Stadtrat in Neunburg, gibt in kurzen Videos regelmäßig einen Einblick in seinen Alltag. Bürgermeister Martin Birner (CSU) pflegt seinen Instagram-Account und postet von aktuellen Veranstaltungen. Die dritte Fraktion im Stadtrat, die SPD, ist zwar auf Facebook vertreten, jedoch nur als Ortsverband. Fraktionschef Erich Schmid hat bislang nur ein privates Profil.

Martin Scharf gibt berufliche und private Einblicke

Seit Ende 2022 ist der 61-Jährige auf Instagram aktiv. Dort gibt er Einblicke von seinem Alltag als Landtagsabgeordneter und als Kommunalpolitiker. „In erster Linie möchte ich dort politische Themen an die Menschen bringen“, so Scharf. Doch wenn man durch seinen Instagram-Profil scrollt, finden sich dort auch einige private Inhalte.

Kurze Clips zeigen Alltag

Am 11. Dezember 2024 nahm der Abgeordnete seine knapp 900 Follower mit zur Arbeit in das Maximilianeum in München. „Es ist erstaunlich, dass solche Videos oft mehr Reichweite haben als Videos über politische Themen“, sagte Scharf.

Man dürfe die Augen nicht davor verschließen, sagt Scharf über die Nutzung von sozialen Medien. Die Bedeutung solcher Plattformen nehme stetig zu. Daher müsse man bewusst mit solchen Medien arbeiten und sie für sich nutzen.

Von Anfeindungen im Netz könne der Neunburger nicht berichten. Auf seine Videos werde er jedoch des Öfteren angesprochen. „Über Geschmack lässt sich streiten.“ Jedoch seien die Kommentare noch nie unter der Gürtellinie gewesen, so Scharf.

Martin Birner informiert über Veranstaltungen und Themen

Der Neunburger Bürgermeister nutzt Instagram bereits seit Jahren. Dadurch erklärt er sich auch seine Followeranzahl – mehr als 2100 Menschen folgen seinem Profil auf Instagram, auf Facebook hat er mehr als 4000 Freunde.

Der 54-Jährige möchte sich in den sozialen Medien authentisch zeigen. Formate wie „Söder isst“ des Ministerpräsidenten und Parteikollegen Markus Söder könne sich Birner nicht vorstellen. „Ich sehe da einen anderen Auftrag.“ Der Neunburger Bürgermeister postet von öffentlichen Terminen und informiert über anstehende Veranstaltungen.

Er finde es schwierig in den sozialen Medien über komplexe Themen wie beispielsweise Windkraft aufzuklären. Dafür schätze er den persönlichen Austausch vor Ort, weißt aber auf Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen hin.

Birner probiert auch andere Plattformen aus

Sein Profil betreut der CSU-Politiker selbst. Drei- bis viermal die Woche informiert er dort über Aktuelles. Dabei beobachte er, wie die Themen bei seinen Followern ankommen. Zusätzlich zu den Plattformen Instagram und Facebook, nutzt der Bürgermeister auch seine persönlichen Telefonkontakte. In seinem Whatsapp-Status teilt er regelmäßig Ankündigungen und verschiedene Informationen. „Da erreiche ich zusätzlich noch viele Leute.“

Seit Kurzem hat Birner auch TikTok. Doch da müsse er sich erst einmal ein bisschen hineinfuchsen, ehe es dort Beiträge von ihm gibt.

Erich Schmid setzt auf den persönlichen Kontakt

Der SPD-Ortsverband Neunburg ist zwar auf Facebook vertreten und der Fraktionsvorsitzende Erich Schmid hat auch ein eigenes Profil, doch die Seiten sind nicht so prall gefüllt wie die seiner Neunburger Stadtratskollegen. „Der persönliche Kontakt ist mir wichtig“, betont Schmid.

Schmid selbst sei ein bekanntes Gesicht in Neunburg, deshalb brauche er keine sozialen Medien, um sich mit den Menschen auszutauschen. Er ist in verschiedenen Vereinen engagiert, besucht regelmäßig Stammtische oder kommt im Café mit Leuten ins Gespräch.

Zwar sehe Schmid ein, dass die sozialen Medien eine zunehmend wichtigere Rolle in der Kommunalpolitik spielen, gerade im Wahlkampf, doch er habe niemanden, der sich darum kümmert. Es sei schwierig, Nachwuchs zu bekommen, so der 71-Jährige. Er wolle sich auf Neunburg und die Bürger konzentrieren, denn sie seien für ihn das Wichtigste.

Anna Benz-Reichenauer rät, nicht nur auf eine Plattform zu setzen

Um mehr Sichtbarkeit und Reichweite zu generieren empfiehlt Anna Benz-Reichenauer, Neunburger Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Social Media, regelmäßig zu posten. Wichtig sei es, auf mehreren Plattformen aktiv zu sein.

Auch LinkedIn eigne sich gut dafür. LinkedIn habe sich verändert: Es sei keine reine Business-, sondern nun auch eine Content-Plattform, so Benz-Reichenauer. „Dort kann man sich zum Beispiel gut mit Unternehmen vernetzen.“ Um nicht von Konzernen wie beispielsweise Meta abhängig zu sein, empfiehlt sie einen Mix aus eigenen Kommunikationskanälen. Dazu gehören für sie eine eigene Webseite und ein Newsletter.